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Blu-ray-Besprechung - 13
Story:
Der Vater von Vince (Sam Riley) liegt im Krankenhaus und benötigt eine sehr teure Behandlung. Die Familie ist jedoch finanziell nicht gerade auf Rosen gebettet. Als Vince jedoch zufällig seinen Nachbarn belauscht, erfährt er von einem mysteriösen Umschlag, der seinem Empfänger offensichtlich eine Menge Geld verspricht. Als dieser Nachbar kurz darauf an einer Überdosis stirbt, packt Vince die Gelegenheit beim Schopf und stiehlt den Umschlag. Die darin enthaltene Einladung und weiterführende Instruktionen führen ihn jedoch schließlich mitten in das Teilnehmerfeld eines illegalen Russisch-Roulette-Turniers, mit enorm hohen Wetteinsätzen.
Meinung zum Film:
"13“ ist das amerikanische Remake des französisch-georgischen Thrillers „13 Tzameti“ aus dem Jahr 2005, der aufgrund seines innovativen Storyansatzes sowie seiner durchgestylten Schwarz-Weiß-Optik zu einer Art Geheimtip unter Cineasten wurde und auch einige Festivalpreise gewann. Der Regisseur Gèla Babluani verschwand allerdings bereits kurz danach wieder weitgehend in der Versenkung. Sein nachfolgendes Werk, der Drama-/Mysterythrillermix „The Legacy“, fand keine größere Beachtung und ist beispielsweise auch bis heute, fünf Jahre danach, immer noch nicht in Deutschland veröffentlicht worden. Offensichtlich hatten aber einige größere Geldgeber aus dem Ausland trotzdem weiterhin großes Vertrauen in die Fähigkeiten Babluanis und gaben ihm die Möglichkeit seinem Erfolgsfilm mit einem deutlich größeren Budget und einer ganzen Reihe namhafter Darsteller neue Facetten abzugewinnen. So finden sich auf der Besetzungsliste bekannte Namen wie Jason Statham („Crank“), Ray Winstone („Auftrag Rache“), Mickey Rourke („The Wrestler“), Alexander Skarsgård („True Blood“), der Gangsta-Rapper Curtis „50 Cent“ Jackson („Streets of Blood“), Ben Gazzara („Bukowski – Ganz normal verrückt“), Michael Shannon („Boardwalk Empire“) und natürlich Hauptdarsteller Sam Riley („Control“). Trotzdem schaffte es der Film nichtmal in die deutschen Kinos.
Wenn es Babluanis Absicht gewesen sein sollte, sich selbst endgültig aus dem Filmgeschäft zu drängen, oder das Andenken an das Original zu beschmutzen, hat er diese Ansprüche mit diesem überflüssigen Remake zumindest eindringlich untermauert. Zunächst verabschiedete sich Babluani mit dem alten Schwarz-Weiß-Look offensichtlich auch von jedem künstlerischen Anspruch in visueller Hinsicht. Der Film wirkt vorsichtig gesagt optisch dröge und uninspiriert, kaum kreativer als eine typische Direct-to-Video-Produktion von der Stange. Eine typische Handschrift des Regisseurs ist jedenfalls nicht erkennbar. Aufgrund fehlender optischer Spielereien müßte der Film also eigentlich beim Drehbuch punkten, die Frage die sich in dieser Hinsicht jedoch eher stellt, lautet, gab es überhaupt eines? Denn abgesehen von einer Runde perverser, reicher Wettpaten, die auf ein paar arme Schweine wetten, die sich gegenseitig Runde für Runde beim Russischen Roulette das Hirn wegpusten, wird hier wenig geboten. Dabei wirkt „13“ auch deutlich exploitativer als das Original und reiht sich eher zwischen Filmen wie „Hostel“ ein, wirklich verstören kann der Film den Zuschauer dagegen aber gar nicht. Das liegt vor allem daran, dass die Darsteller auf emotionaler Basis überhaupt nicht präsent wirken, wobei die wirklich prominenten Schauspieler sowieso weitgehend nur in sinnfreien Mini-Auftritten, mit teils hanebüchenen Dialogen, verheizt werden.
Charakterentwicklung ist hier ebenso ein Fremdwort wie der emphatische Brückenschlag zum Zuschauer. Die Figuren wirken dermaßen banal und austauschbar, dass sie dem Zuschauer einfach vollkommen egal sind und der Film somit bezüglich seiner Konzeption bereits im Ansatz zum Scheitern verurteilt ist. Dramaturgisch kann „13“ ebenfalls keine Akzente setzen und plätschert zwischen den wenigen „Duellsequenzen“ lediglich uninspiriert, aber vollkommen vorhersehbar, vor sich hin. Tatsächlich gibt es nur wenige Filme, die bei einer Spielzeit von deutlich unter 85 Minuten bis zu den Credits, eine dermaßen große Langeweile verströmen. Die überflüssigen Rückblenden zu einzelnen Spielteilnehmern drücken zudem weiter auf die Bremse, ohne diesen dadurch irgendwelche zusätzlichen Konturen zu verleihen.
Digitale Aufarbeitung:
„13“ präsentiert sich als Blu-ray insgesamt mit leicht überdurchschittlicher Bildschärfe, angesichts derer nie am verwendeten Medium gezweifelt werden muss, von Referenzqualitäten ist die Scheibe jedoch auch weit entfernt. So liegen beispielsweise auch Szenen, wie das Vorfahren der Luxuskarossen am Turnierort (0:21) vor, wo das Bild einen ziemlich weichen Eindruck hinterlässt. Die Farbgebung wirkt kräftig, tendiert aber zu einem kühleren Farbspektrum über gelblich-braun, blau bis hin zu einem blassen Grün. Die Kontrastwerte schlagen sich ebenfalls ordentlich, obwohl hier viel mit Licht und Schatten operiert wird, vielleicht als Ersatz für die ursprüngliche Schwarz-Weiß-Ästhetik des Originals. Hinsichtlich der Kompression gibt es ebenfalls keinen Grund zur Klage, zudem ist Bildrauschen nur in sehr leichter Form vorhanden. Was dem Film jedoch völlig abgeht sind wirklich herausragende Sequenzen, oder hochwertige Kamerafahrten, in denen das Medium seine Stärken wirklich ausspielen kann. Dieser Trend setzt sich auch akustisch fort, denn außer einer guten Verständlichkeit, einer ausgewogenen Abmischung und dröhnenden Revolverschüssen in den gar nicht so häufigen Roulette-Sequenzen hat der Film eigentlich wenig zu bieten und präsentiert sich eher frontlastig.
Das Bonusmaterial der BD kann leider überhaupt nicht überzeugen. Die Interviews (12:35) beinhalten mit den Darstellern Jason Statham, Mickey Rourke, Ray Winstone, Curtis “50 Cent” Jackson, Michael Shannon, Sam Riley und Regisseur Gèla Babluani gleich sieben Gesprächspartner. Somit verbleiben durchschnittlich deutlich weniger als zwei Minuten für die Äußerungen jeder Person, wobei hier auch noch die stichpunktartigen Texteinblendungen abgerechnet werden müssen. Dementsprechend sind die hier getätigten Aussagen extrem oberflächlich und somit absolut entbehrlich. Der “Blick hinter die Kulissen” (5:43) ist nicht nur kurz, sondern auch noch unkommentiert, und gewährt ebenfalls keine wirklichen Einblicke in den Produktionsprozess des Films. Ein schlechter Scherz ist zudem die Featurette “The Making of a Remake” (6:02), da das hier gezeigte Material bereits fast komplett in den Interviews verwurstet wurde. Weiterhin befinden sich auf der BD noch der deutsche und der englischsprachige Trailer. Die mehr als knappen Darstellerinfos der Blu-ray in Textform finden sich auch in dem beigefügten, achtseitigen Einleger, der zudem eine Kapitelübersicht beinhaltet. Die Veröffentlichung besitzt ein Wendecover.
Fazit:
„13“ ist wohl eines der überflüssigsten und schwächsten Remakes aller Zeiten und das obwohl der Urheber des Originals erneut selbst die Verantwortung tragen durfte und sogar mit einem größeren Budget sowie zahlreichen bekannten Darstellern arbeiten durfte. Herausgekommen ist dabei eine dramaturgische Nullnummer, die eher exploitativ angelegt ist, allerdings angesichts ihrer lachhaften Charakterzeichnung sogar schon leichtes Trashpotential verströmt, was der intendiert, ernsthaft-düsteren Herangehensweise an das Thema endgültig den Todesstoß versetzt. Technisch macht die Blu-ray einen ordentlichen Eindruck, geizt aber mit wirklichen visuellen oder akustischen Highlights, das Bonusmaterial ist zudem absolut entbehrlich ausgefallen.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,35:1
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90:34 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch DTS-HD Master Audio 5.1 | Englisch DTS-HD Master Audio 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- 8-seitiger Einleger
- Interviews
- Blick hinter die Kulissen
- Featurette "The Making of a Remake"
- Deutscher und englischsprachiger Trailer
- Darstellerinfos
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Dieses Russisch-Roulette verströmt nur tödliche Langeweile und ist als seelenloses Remake dem Original "13 Tzameti" in jeder Hinsicht unterlegen
Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2010 Regie: Gèla Babluani Drehbuch: Gèla Babluani, Greg Pruss Darsteller: Sam Riley, Jason Statham, Ray Winstone, Mickey Rourke, Alexander Skarsgård, Curtis „50 Cent“ Jackson, Ben Gazzara, Michael Shannon
Label :
Constantin Film
Verkaufsstart : 02.06.2011
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