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DVD-Besprechung - Ashes to Ashes - Staffel 1

Story:
Gerade noch sieht DI Alex Drake (Keeley Hawes) wie eine Kugel auf sie zugeflogen kommt und im nächsten Augenblick findet sie sich im London der 1980er Jahre wieder. Dort landet sie auf der Polizeiwache, wo sie ins Team von DCI Gene Hunt (Philip Glenister) aufgenommen wird und fortan rund 30 Jahre in der Vergangenheit ihren Dienst verrichtet. Doch für sie steht fest, dass diese Welt nur ein Gebilde ihrer Fantasy ist. Für sie gilt es einen Ausweg aus ihrem Gedankengebilde zu finden und in ihr richtiges Leben lebendig zurückzufinden.

Meinung zum Film:
Im Jahre 2006 startete die britische Kultserie „Life on Mars - Gefangen in den 70ern“, in der sich der Kriminalspezialist Sam Tyler auf einmal im Manchester der 70er Jahre wiederfand und dort in 16 Folgen, die über 2 Staffeln verteilt waren mit für ihn altertümlichen Methoden Fälle löste. Nach der 2. Staffel war dann Schluss. Der Titel der Serie, „Life on Mars“ wurde dem gleichnamigen David Bowie entliehen. Auch „Ashes to Ashes“, das nun auf DVD erscheinende Spin-Off zur Erfolgsserie borgte sich erneut einen Bowie-Songtitel als Namen aus. Einen, der nicht nur ggf. cool klingen mag, sondern einen, der durchaus auch Bezug zur Serie hat. Denn „Ashes to Ashes“ war eine Art Epilog auf Bowies Erfolgshit „Space Oddity“. Nachdem er in „Space Oddity“ den fiktiven Astronauten Major Tom einsam im All umher treiben ließ, entlarvte er diesen rund 10 Jahre später in „Ashes to Ashes“ als Junkie. Dadurch stellte er die Deutung nahe, dass Toms Abenteuer in den unendlichen Weiten nichts anderes als ein Trip waren. Und wie der Song „Ashes to Ashes“ die Abenteuer Major Toms als reines Konstrukt seiner benebelten Fantasie herausstellte, entlarvt nun Alex Drake die 70er-Jahre Erlebnisse von Sam Tyler als Komafantasien. Doch dann befindet sie sich auf einmal selbst in der Vergangenheit und muss auf einmal in einer ähnlich antiquarischen Umgebung den Polizeidienst verrichten, in der auch Tyler klar kommen musste.

Zur Freude vieler gibt es auch ein Wiedersehen mit DCI Hunt, und den DIs Chris Skelton und Dean Andrews. John Simm und Liz White sind allerdings nicht mehr dabei. Wer „Life on Mars“ gesehen hat wird sich sicherlich schon früh erahnen können, wie Hunt auf die attraktive neue Kollegin reagieren wird. Denn er mag zwar rund 10 Jahre weiter in seinem Leben sein, von Manchester nach London gewechselt und er dreht seine Runde auch nicht mehr mit einem Ford Cortina, sondern mit einem feuerroten Audi-Quattro, im Innern ist er aber weiterhin der raubeinige Macho mit dem manchmal durchscheinenden weichen Kern geblieben. Eine seiner ersten Amtshandlungen ist es dann auch, der neuen Kollegin den Spitznamen Champagner-Schlüpfer zu verpassen. Bei der Lösung der Fälle gibt es dann ständig Meinungsverschiedenheiten zwischen Drake und Hunt. Während Sie als versierte Profiler-Spezialistin versucht alles auf der psychologischen Schiene anzugehen, zieht es Hunt immer noch vor mit Drohungen und den Fäusten an die gewünschten Informationen zu gelangen.

Im Mittelpunkt der Serie steht Alex Drake (Keeley Hawes / „The Bank Job“). Im Gegensatz zu Sam Tyler geht sie von der ersten Sekunde an fest davon aus, dass sie im Koma liegt und die Welt um sie herum lediglich ein Gebilde ihrer Fantasie ist. Neben lustigen Kommentaren darüber, wie dreckig ihre Fantasie doch zu sein scheint, versucht sie auch immer wieder Kontakt zur Außenwelt aufzubauen. Doch zu mehr als Erscheinungen wie das schon aus „Life on Mars“ bekannte Mädchen im Fernseher und einem weißen Clown, wie er auch im Videoclip zu „Ashes to Ashes“ zu sehen ist, reicht es nicht. Dafür wird Alex regelmäßig mit ihrer Vergangenheit konfrontiert. Sie lernt Facetten an ihrer Mutter kennen, die ihr bislang noch nicht bewusst waren. Ihre Mutter starb Anfang der 80er-Jahre durch eine Autobombe, was sie in ihrer neuen Welt zu verhindern versucht. Denn wie es der Zufall, oder ihre Fantasie will, steigt sie nur wenige Wochen vor dem Attentat in unmittelbarer Nähe zu ihr in das neue Leben ein. Und auch aus den Szenen mit ihrer Mutter, in denen sie immer wieder mit Kindheitserinnerungen konfrontiert wird und dabei teils auch erkennen muss, dass sich aus Kindersicht manches anders darstellte, entstehen auch einige interessante Momente. „Ashes to Ashes“ bietet einige gelungene Momente und stellt die Kriminalfälle dabei teilweise in den Hintergrund. Als Zuschauer genießt man das Geschehen auf dem Bildschirm, lehnt sich entspannt zurück und lässt sich in eine Zeit entführen, wo bunte Farben bei der Kleidung In waren und der Synthiepop seinen Siegeszug begann. Und auch von diesem gibt es natürlich einiges zu hören.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist vom für englische TV-Serien üblichen Bildrauschen geprägt. Da aber auf den Einsatz von filtern verzichtet wurde, blieben Schärfe und Detailgrad erhalten. Die Farben wirken natürlich, Kontrast und Helligkeit gut abgestimmt. Der deutsche Ton liegt in Dolby Digital 2.0 vor und ist durchweg problemlos zu verstehen.

Extras gibt es ebenfalls einige auf der 3. DVD zu finden. Die Warnung zu Beginn einzelner Beiträge darf dabei durchaus ernst genommen werden, da in diesen Geschehnisse vorweg genommen werden, die erst später in der Serie erklärt werden. Verpassen sollte man die Führung über das Set nach dem Sehen der letzten Folge aber keinesfalls, da sie durchaus interessant ausfällt. Ein weiteres Kapitel wird der Explosion vom Wagen von Alex‘ Mutter spendiert, die in der Serie immer wieder zu sehen ist. „Life after Mars“ beschreibt in knapp 30 Minuten die Entstehung von „Ashes to Ashes“ und wobei beim Übergang von „Life on Mars“ besonders Wert gelegt wurde. Abschließend gibt es noch knapp 8 Minuten Deleted Scenes, die bereits in der längeren britischen Schnittfassung der Serie fehlten sowie rund 3 Minuten Outtakes.

Fazit:
„Ashes to Ashes“ ist ein gelungenes Spin-Off, dass die nach der 2. Staffel beendete „Life on Mars“-Serie unterhaltsam weiterführt. Durch DCI Hunt und einem Teil seines Teams wurde eine der großen Stärken der Originalserie nahtlos in den Ableger integriert, mit Alex Drake bekam Hunt eine kongeniale neue Partnerin an die Seite gestellt. Wer „Life on Mars“ bereits mochte, kommt an „Ashes to Ashes“ nicht vorbei, aber auch Neueinsteiger werden keine Probleme haben, sich in diesen 80ern gleich problemlos zurechtzufinden.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
1,78:1
1,78:1
8 Folgen à ca. 52 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Englisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Keine
Bonusmaterial:
  • Set Tour
  • Car Explosion
  • Life after Mars
  • Deleted Scenes
  • Outtakes
Ashes to Ashes - Staffel 1 - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Ashes to Ashes - Staffel 1
Ashes to Ashes - Season 1

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Champagner-Schlüpfer Alex Drakes liebevoller Clinch mit Bilderbuch-Macho Gene Hunt - ein Genuss für das Publikum!


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
UK, 2008
Regie:
Catherine Morshead, Jonny Campbell, Bille Eltringham
Drehbuch:
Matthew Graham, Ashley Pharoah, Julie Rutterford, Mark Greig
Darsteller:
Keeley Hawes, Philip Glenister, Dean Andrews, Marshall Lancaster, Montserrat Lombard, Joseph Long, Geff Francis, Grace Vance, Amelia Bullmore

Label Deutschland :
Polyband
Verkaufsstart Deutschland :
27.05.2011