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Blu-ray-Besprechung - Le Mans
Story:
Der ehrgeizige, amerikanische Rennfahrer Michael Delaney (Steve McQueen) will es nur ein Jahr nach seiner Beteiligung an einem tödlichen Unfall beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans noch einmal wissen. Der härteste Rivale für ihn und seinen Gulf-Porsche 917 im Kampf um den Gesamtsieg sind der deutsche Fahrer Erich Stahler (Siegfried Rauch) und sein Ferrari 512. Abseits der Rennstrecke vertieft sich Delaneys Bekanntschaft zu Lisa Belgetti (Elga Andersen), der Witwe des bei seinem Unfall getöteten Fahrers.
Meinung zum Film:
„Le Mans“ aus dem Jahr 1971 portraitiert nicht nur eines der weltweit bedeutendsten Rennen, sondern gilt auch zusammen mit Filmen wie John Frankenheimers „Grand Prix“ als einer der ganz großen Rennsport-Filmklassiker. Für Steve McQueen, der sich zu dieser Zeit vor allem Dank „Bullit“ auf dem Höhepunkt seiner Popularität befand und selbst ein passionierter Rennfahrer war, stellte der Film eine Herzensangelegenheit dar. Für die Dreharbeiten wurde ein immenser Aufwand betrieben. So waren etliche Kamerateams beim Training und dem Rennen selbst aktiv und lieferten spektakuläre und authentische Aufnahmen. Zudem nahm man mit einem offenen Porsche 908/2 tatsächlich auch lange Zeit sehr erfolgreich am Rennen von 1970 teil. Als das Rennen gelaufen war, besetzten die Filmemacher das Areal und drehten mit Hilfe zahlreicher, bekannter Rennfahrer und Schauspieler schließlich ihr eigenes Rennen. Zwischen McQueen und den Produzenten kam es allerdings zu einigen Zerwürfnissen, da dieser zunehmend den erzählerischen, roten Faden aus den Augen verlor, weshalb der TV-erfahrene Regisseur Lee H. Katzin das Ruder übernahm.
„Le Mans“ ist eigentlich weniger ein Spielfilm mit narrativem Schwerpunkt, sondern vielmehr eine halbdokumentarische Annäherung an die Faszination des Motorsports. Die Rahmenhandlung besteht lediglich aus der Rivalität des Gulf-Porsche- und Ferrari-Rennteams, bzw. der zwischen ihren beiden Topfahrern. Am Rande des Renngeschehens bilden zudem Delaney und die Belgetti-Witwe zunehmend eine Schicksalsgemeinschaft im Rahmen des Motorsportzirkels, letztere getrieben von Kummer, Sorge und kaum verheilten, seelischen Wunden. Im Film gibt es jedoch fast keine Dialoge, die Darsteller sind hier in der Tat vor allem Rennfahrer. Und was die Verantwortlichen hier an Fahrsequenzen aufgeboten haben, macht das Werk in der Tat, bei aller narrativen Simplizität, zu einem Klassiker. Denn die Visualisierung des Renngeschehens ist visuell und akustisch beeindruckend, lediglich auf den typischen „Gestank“ der Rennstrecke muss in diesem Fall verzichtet werden. Die Kameraführung gibt sich extrem dynamisch und bietet stets wechselnde, spektakuläre Aufnahmen aus den verschiedensten Blickwinkeln und natürlich auch zahlreiche On-Board-Sequenzen. Für bestimmte Kamerafahrten sowie einige Crashes mussten die Fahrer extrem waghalsige Manöver ausführen, das Endergebnis rechtfertigt jedoch diese Risiken.
„Le Mans“ bietet für Freunde des Motorsports Dramatik vom Allerfeinsten, wird jedoch den durchschnittlichen Filmfreund ein wenig ratlos zurücklassen, da das Werk ursprünglich fast ohne Drehbuch auskommen musste und erst am Schneidetisch zumindest formal zu einem wirklichen Spielfilm reifte. Für Abwechslung während des Rennens sorgen vor allem Wetterwechsel, wie einsetzender Regen, der Einbruch der Nacht, Unfälle auf der Strecke, oder regelmäßige Fahrerwechsel. Mit modernen Produktionen wie „Tage des Donners“, oder „Driven“, die um das Renngeschehen eine mehr oder weniger peinliche, umfassende Rahmenhandlung strickten, ist die vorliegende Produktion daher nicht vergleichbar. Dabei werden übrigens auch die Impressionen abseits der Strecke keineswegs vernachlässigt und die Rennstrecke bildet einen eigenen Mikrokosmos emsiger Aktivität.
Digitale Aufarbeitung:
Bereits die mittlerweile beinahe acht Jahre alte DVD des Films hinterließ keinesfalls einen schlechten Eindruck, angesichts dieser neuen, aufwendig digital überarbeiteten Blu-Ray-Fassung muss jedoch ein wirklicher Quantensprung attestiert werden und es fällt schwer zu glauben, dass „Le Mans“ tatsächlich schon rund 40 Jahre auf dem Buckel haben soll. Die Bildschärfe ist für einen Film aus den 70er-Jahren als sehr gut zu bezeichnen. Abgesehen von minimalen, produktionsbedingten Unschärfen bietet die BD im 1080p/24-Format und originalgetreuer, beeindruckender 2,35:1 Widescreen-Optik ein absolut knackiges Bild, bei dem es auch immer wieder erstaunliche Details zu entdecken gilt. Diese umfassen z.B. kleinere Werbeschriftzüge auf den Pilotenoveralls, feine Hautmaserungen, oder selbst feinste Verschmutzungen auf den Frontscheiben der Autos. Das Bild wurde glücklicherweise auch keineswegs kaputtgefiltert, sondern bietet deutlich erkennbares, zeitgenössisches Filmkorn. Verschmutzungen der Vorlage sind jedoch trotzdem die absolute Ausnahme. Ein weiteres Highlight dieser Veröffentlichung ist die Brillanz der Farbwiedergabe, die einen sehr kräftigen und ausdrucksstarken Eindruck hinterlässt und den Zuschauer, in Verbindung mit den sehr schön austarierten Kontrastwerten, auch bei den Nachtaufnahmen, plastisch aufbereitet direkt ins Herz des Renngeschehens hineinkatapultiert. Für den englischen Originalton spendierte Paramount der BD sogar eine Spur in DTS-HD Master Audio 7.1, die das Renngeschehen äußerst eindringlich und räumlich in die heimischen Wohnzimmer transferiert. Aufheulende Motoren, vorbeirasende Rennboliden und quietschende Reifen bilden einen aufreizenden Klangteppich für Adrenalinjunkies, bei dem die deutsche DTS-HD Master Audio 1.0-Tonspur leicht zurückstecken muss, allerdings immer noch einen wirklich guten Eindruck hinterlässt. Angesichts der spärlichen Dialoge spricht allerdings auch wenig gegen die Verwendung der Originaltonspur, zumal diese als weiteren Vorteil die landesspezifischen Äußerungen der Teams und Fahrer in der Boxengasse, oder zumindest akzenthaltiges Englisch, beinhaltet, während bei der germanisierten Tonspur sonst durchgehend astreines Hochdeutsch gesprochen wird. Die Abmischung aller Tonspuren kann stets überzeugen und integriert eine stimmungsvolle, nie aufdringliche Musikuntermalung und die Stimme des Rennkommentators in den Mix, wobei stets eine gute Verständlichkeit gewährleistet wird.
Das Bonusmaterial der BD ist leider sehr spärlich und wenig überzeugend ausgefallen. Neu gegenüber der DVD ist das Feature “Drehort Rennstrecke: Das Making of von Le Mans” (23:46), das offensichtlich eine Episode einer TV-Reihe namens “Speedvision” darstellt und wohl deshalb mit Werbepausenlöchern sowie Vorschausequenzen nervt. Steves Sohn Chad McQueen moderiert die Sendung zudem in eher träniger Art. Das Feature enthält ein paar interessante Anekdoten vom Dreh und konkretisiert Zerwürfnisse der Verantwortlichen, vermittelt aber vor allem anschaulich einige Problemstellungen beim Einsatz der zahlreichen (On-Board)-Kameras auf der Rennstrecke. Insgesamt ist es jedoch leider nicht nur relativ kurz, sondern auch zu oberflächlich ausgefallen. Ansonsten befindet sich lediglich der Originaltrailer zum Film auf der Blu-ray. Die Veröffentlichung besitzt ein Wendecover.
Fazit:
„Le Mans“ ist rein formal betrachtet als Spielfilm eine narrative Nullnummer, für Freunde des Renn- bzw. Motorsports und Liebhaber zeitgenössischer Sportwagen jedoch in visueller und akustischer Hinsicht ein Erlebnis der besonders erfreulichen Art. Der Aufwand der bei dieser Produktion betrieben wurde, spiegelt sich in grandios gefilmten, atemberaubenden Fahrsequenzen, die das Adrenalin der teilnehmenden Fahrer regelrecht greifbar machen. Technisch bietet die Blu-ray für einen rund 40 Jahre alten Film ein hervorragendes Seherlebnis und auch die PS-starken Tonspuren lassen die Wohnung erbeben, das Bonusmaterial ist hingegen eher enttäuschend ausgefallen.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,35:1
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108:41 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch DTS-HD Master Audio 1.0 | Englisch DTS-HD Master Audio 7.1 | Französisch DTS-HD Master Audio 1.0 |
Spanisch DTS-HD Master Audio 1.0 |
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Untertitel:
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Dänisch, Deutsch, Englisch für Hörgeschädigte, Finnisch, Französisch, Holländisch, Japanisch, Norwegisch, Schwedisch, Spanisch |
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Bonusmaterial:
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- Drehort Rennstrecke: Das Making-Of von "Le Mans"
- Englischsprachiger Trailer
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Le Mans
Le Mans
Klassischer Motorsport vom Allerfeinsten - Diese BD verwandelt das heimische Wohnzimmer in eine Rennstrecke
Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 1971 Regie: Lee H. Katzin Drehbuch: Harry Kleiner Darsteller: Steve McQueen, Siegfried Rauch, Elga Andersen, Ronald Leigh-Hunt, Fred Haltiner, Luc Merenda, Christopher Waite, Louise Edlind
Label :
Paramount Home Entertainment
Verkaufsstart : 09.06.2011
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