 |
DVD-Besprechung - The Bet
Story:
Die beiden Freunde Will (Matthew Newton) und Angus (Aden Young) schließen eine Wette um 100.000 australische Dollar ab, bei der es darum geht, wer von ihnen innerhalb von 100 Tagen das meiste Geld verdient. Doch während der gewiefte Geschäftsmann Angus keine Probleme mit seinem Profit hat, will sich bei Broker Will kein rechter Großgewinn einstellen. Kurzerhand lässt er der Presse vertrauliche Infos über das Unternehmen zukommen, bei dem seine Freundin (Sibylla Budd) arbeitet, woraufhin dessen Kurs von einem auf den anderen Tag unglaublich steigt. Das reicht Will aber noch nicht und bald geht sein Plan nicht mehr ganz so glatt, wie er sich das erhofft hatte.
Meinung zum Film:
Müsste man "The Bet" mit einem einzigen Wort beschreiben, wäre das vermutlich ein mühsam hervorgegähntes "Laaaaangweilig!". Das mag auf den ersten Blick etwas undifferenziert erscheinen, doch der Film ist einfach hauptsächlich genau das: stinklangweilig. Wo Filme mit Börsenspekulationen als Thematik sowieso immer schon aufpassen müssen, das Interesse der Zuschauer beizubehalten, versucht "The Bet" gar nicht erst, Spannung aufkommen zu lassen. Sicherlich liegt dies auch darin begründet, dass sich der Plot in wenigen Worten zusammenfassen lässt: Zwei befreundete Yuppies schließen eine Wette ab, wer innerhalb von 100 Tagen mehr Geld verdient, und der aufstrebende Selfmade-Börsianer will es seinem aus wohlhabenden Verhältnissen stammenden Kumpel natürlich zeigen. So steigert er sich immer mehr in Börsenspekulationen, bis er sogar vertrauliche Unterlagen seiner Freundin missbraucht, um daraus einen künstlichen Run auf die Aktien eines bestimmten Unternehmens zu erschaffen. Natürlich geht die ganze Sache nach hinten los und die Moral von der Geschichte ist, dass man nie Geld über wichtigere Dinge wie Freundschaft und Ähnliches stellen sollte. Fertig.
Das hört sich reichlich abgedroschen an - und kommt im Film leider genauso auch rüber. Es ist erstaunlich, wie man es geschafft hat, diese Fünf-Minuten-Handlung auf anderthalb Stunden auszurollen und dabei doch nichts wirklich Großartiges zu erzählen. Die Figurenzeichnung ist minimal und kratzt lediglich an der Oberfläche der Charaktere. Selbst Will (Matthew Newton, "Königin der Verdammten"), der gefühlte 99 Prozent Bildschirmzeit hat, lernt man zwar etwas näher kennen, kann seine Handlungen bzw. sein fanatisches Agieren an der Börse aber trotzdem nicht so wirklich nachvollziehen. Zudem irritiert es etwas, dass die titelgebende Wette nur als Ausgangspunkt der Story dient, später aber keinen nennenswerten roten Faden mehr bildet. Man wird zwar hin und wieder daran erinnert, dass ursprünglich alles mit ihr angefangen hat, doch wird sie bald völlig nebensächlich, nachdem Wills Spekulationen ihr Eigenleben entwickelt haben. Dass der Schluss des Films letztlich recht vorhersehbar ist, überrascht dann auch nur wenig.
Dabei ist an "The Bet" gar nicht mal alles schlecht. Optisch ist der Film sicherlich recht gut gemacht, die Kameraführung wirkt meistens durchaus stimmig, genauso wie der Score. Auch die schauspielerischen Leistungen sind eigentlich gut und glaubhaft, zumindest im Rahmen der sehr eingeschränkten Möglichkeiten, die das Drehbuch den Darstellern bietet. Man kann ihnen nicht vorwerfen, nicht ihr Bestes zu geben, aber gegen die dummen Dialoge und die völlig unspannende Handlung können sie leider auch nichts mehr ausrichten. Wer einen Börsenfilm sehen will, sollte daher lieber noch mal zu "Wall Street" greifen, der ein paar ähnliche Handlungselemente bietet und noch dazu wenigstens einigermaßen spannend ist.
Digitale Aufarbeitung:
"The Bet" bietet leider nur ausreichende bis mittelmäßige technische Qualität. Wo man in der allerersten Szene dank sehr detailreicher Gesichtsnahaufnahmen noch einen scharfen Transfer vermutet, wird man schon in der nächsten Einstellung eines Besseren belehrt, da sie nicht nur weich, sondern regelrecht verschwommen daherkommt. Zwar gibt es später auch noch ein paar schärfere Szenen, doch insgesamt betrachtet behält der verschwommene Eindruck Überhand. Auch die Farben wirken matschig und leblos. Der Ton liegt im englischen Original in Dolby Digital 2.0 vor, die deutsche Fassung bekommt man als 5.1-Spur geboten. Beide bieten jederzeit gut verständliche Dialoge, auch die Hintergrundmusik wurde gut abgemischt. Ein Effektfeuerwerk darf man aber genrebedingt natürlich nicht erwarten.
Als Bonusmaterial gibt es ein "Behind the Scenes" mit einer Laufzeit von etwas mehr als 20 Minuten, das zwar etwas tiefgründiger hätte sein können, aber trotzdem ein paar ganz interessante Einblicke bietet.
Fazit:
"The Bet" ist leider ein furchtbar langweiliger Film, der eine sowieso schon unspektakuläre Grundhandlung noch lahmer verpackt, als es sein müsste. Hinzu kommen schlechte Dialoge und ein Inhalt, der sich in wenigen Sätzen komplett zusammenfassen lässt. Da helfen dann auch die durchweg guten darstellerischen Leistungen und die solide Kameraarbeit nicht mehr viel. Technisch bietet die DVD mittelmäßige Qualität, ein bisschen Bonusmaterial ist ebenfalls vorhanden.
Technische Daten:
|
FSK-Freigabe:
|
Bildformat:
|
Laufzeit:
|
|
|
2,35:1
|
88:20 Minuten
|
|
Sprachen / Tonformate:
|
Deutsch Dolby Digital 5.1 | Englisch Dolby Digital 2.0 |
|
Untertitel:
|
|
Deutsch |
|
Bonusmaterial:
|
|
|
|  |
The Bet
The Bet
Unglaublich langweiliges Börsendrama
Autor der Besprechung:
Jano Rohleder
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Australien, 2006 Regie: Mark Lee Drehbuch: Caroline Gerard Darsteller: Matthew Newton, Aden Young, Sibylla Budd, Tim Richards, Roy Billing, Rick Cosnett, Anthony Harkin, Alyssa McClelland
Label :
Infopictures
Verkaufsstart : 16.06.2011
|