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DVD-Besprechung - Millennium Brüder
Story:
Valle (Jakob Ericksson) ist ein erfolgreicher und wohlhabender Arzt, der mit seiner Frau Mona (Helena af Sandeberg) und seiner kleinen Tochter Alma (Maja Benckert Claesson) ein beschauliches und ruhiges Leben führt. Doch das war nicht immer so. Um sein Studium zu finanzieren dealte Valle einst mit Drogen, aber diese Tatsache hält er sogar vor seiner Frau geheim. Als ihn sein Bruder Adam (Gustaf Skarsgard) besucht, der in einstigen Fußstapfen seines Bruders getreten ist, fühlt Valle, dass es mit der Beschaulichkeit seines Lebens bald vorbei sein könnte. Und als Adam, der als Drogenkurier für den Syndikatsboss Marsen (Michael Nyqvist) arbeitet, bei einem Überfall sein Transportgut gestohlen wird, wird es nicht nur für ihn ungemütlich, sondern auch für seinen Bruder Valle und dessen Familie.
Meinung zum Film:
Obwohl es nur allzu durchschaubar ist, worauf der deutsche Titel des Films „Millennium Brüder“ abzielt, hat dieser Film mit der Millennium-Trilogie aus der Feder von Stieg Larsson, die demnächst nach einer skandinavischen Produktion auch noch mal von Hollywood verfilmt wird, nicht wirklich etwas zu tun. Im Mittelpunkt der Handlung steht die Beziehung der beiden Brüder Adam und Valle, deren Verbindung als Blutverwandte dank eines dramatischen Ereignisses in der Kindheit, enger als gewöhnlich ist. Valle rettete als Kind seinem Bruder das Leben, was seine Position als Retter in der Not manifestierte, auch noch als Erwachsener. Bei Adam führte die lebensbedrohliche Situation dazu, sich in der Opfer Position zu sehen, dass stets gerettet werden muss. Diese psychologische Prägung trägt dazu bei, dass beide sich in einem Netz aus Verantwortungen und Zwängen gefangen sehen, aus denen sie nicht auszubrechen vermögen. Regisseur Miko Lazic („Made in YU“) gelingt es in fantastischer Weise, das psychologische Drama um die brüderliche Beziehung dem Zuschauer eindringlich darzustellen.
Der schauspielerischen Leistung der Akteure kann man nur applaudieren. Gustaf Skarsgard („Amsterdam“), der die Rolle des jüngeren Bruder Adam übernommen hat, spielt seine Rolle überzeugend und eindringlich. Die Verzweiflung über seine Unfähigkeit, die ihn mal wieder um die Hilfe seines älteren Bruders bitten lässt, wird in jeder seiner Gestiken deutlich, was vermutlich nicht immer leicht gewesen ist. Auch Jacob Ericksson, der den verantwortungsbewussten Bruder Valle mimt, verkörpert seinen Part vorzüglich. Gerade das gute Zusammenspiel dieser beiden Schauspieler vermag es, dem Film seine eigene, höchst interessante und vor allem dramatische Authentizität zu verleihen. Natürlich darf man auch den Beitrag von Michael Nyqvist nicht vergessen, der durch sein Mitwirken in den Millennium-Filmen und auch in anderen Kriminalfilmen genug Erfahrung mit dem Genre gemacht hat, um seine Rolle als Bösewicht Masen glaubhaft zu vermitteln. Aber auch der Rest der Darstellercrew macht in ihren Rollen eine gute Figur, so dass alles in allem eine gute schauspielerische Leistung erbracht worden ist.
Ein besonderes Flair des Films wird durch die beeindruckende Filmmusik aus der Feder von Patrik Andrèn erreicht. Seine dumpfen und düsteren Melodien tragen dazu bei, die Dramatik der Szenen zu unterstreichen und in manchmal sogar zu steigern. Auch die Kameraführung hat es in sich. Durch kreativen Perspektivenwechsel wird den Zuschauer die Handlung aus vielerlei Sicht ermöglicht. Die gut gesetzten Schnitte, die ihre Perfektion vor allem bei den Rückblenden aus der Kindheit der beiden Brüder entfalten, tragen ihr übriges dazu bei, dass der Film seinen Spannungsbogen bis zum Schluss halten kann. Der einzige negative Aspekt des Films liegt wohl eher darin, dass er manchmal allzu vorhersehbar zu sein scheint. Doch Dank der guten Arbeit von Regisseur, Darsteller und restlicher Crew wirkt die Geschichte nie langweilig und kann letztlich mit einigen Überraschungen aufwarten. Letztlich ist Lazic, der eigentlich nicht unbedingt viel Erfahrung als Regisseur besitzt ein kluger und vor allem dramatischer Krimi gelungen, der sich nicht vor anderen schwedischen Produktionen verstecken muss.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist klar und erkennbar. Die Farbqualität hält sich im Gleichgewicht, obwohl eine Dominanz der Farben braun/grün zu erkennen ist, die jedoch dem künstlerischen Aspekt des Films zugeordnet werden können. Auch der Kontrast hat ein gutes Niveau. Der Ton klingt gleichmäßig aus allen Boxen und auch der Mix zwischen Dialogen, Musik und Hintergrundgeräuschen ist gut gelungen.
Die DVD enthält leider keine Extras.
Fazit:
„Millennium Brüder“ ist natürlich keine Fortsetzung der Millennium-Trilogie aus der Feder von Stieg Larsson. Nichts desto trotz ist Regisseur Miko Lazic ein interessanter uns spannender Thriller gelungen, der sich sehen lassen kann. Eine unglaublich gute Schauspielercrew, eine tolle Musik und eine gelungene Schnitttechnik machen den Film zu einem gelungenen Filmereignis.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,35:1
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78:59 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 2.0 | Schwedisch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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Millennium Brüder
Iskariot
Gute skandinavische Spannung!
Autor der Besprechung:
Yatiker Yildiz
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Schweden, 2008 Regie: Miko Lazic Drehbuch: Frank Agren Darsteller: Gustaf Skarsgard, Michael Nyqvist, Helena af Sandeberg, Jacob Ericksson, Leif Andrèe, Jonathan Blode, Maja Benckert Claesson, Kajsa Ekström, Johan Ferneaus, Lukas Loughran, Goran Marjanovic, Michelle Meadows, Per Morberg, Michael Segerström, Kalle Westerdahl
Label :
Koch Media Entertainment
Verkaufsstart : 10.06.2011
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