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DVD-Besprechung - Jungleground

Story:
Der erfahrene Police-Lieutenant Jake Cornell (Roddy Piper) wird von seinem alten FBI-Kumpel Robert Neilson (Nicholas Campbell) gebeten, im Viertel „Jungleground“, das komplett von Gangs beherrscht wird, zu ermitteln. Eine Reihe von Attentaten auf Drogenkuriere, bei der auch einer seiner verdeckten Ermittler ums Leben kam, bereiten ihm Kopfschmerzen. Cornell führt gegenwärtig selbst zwei Undercover-Cops im dortigen Einsatz und verdächtigt die „Rockers“ unter Führung von Odin (JR Bourne). Bei einer Übergabe mit eben jener Gang geht jedoch einiges schief und Neilson sowie beide Ermittler kommen ums Leben. Cornell selbst wird unfreiwilliger Teilnehmer an einem perversen Spiel Odins. Gelingt es ihm nicht bis 12 Uhr, „Jungleground“ lebendig zu verlassen und die Wohnung seiner Freundin zu erreichen, wird diese von seinen Häschern hingerichtet.

Meinung zum Film:
„Jungleground“ ist die Nr. 4 der „Action Sensation“-Reihe von Voulez Vous/MiG und stellt einen unterhaltsamen kanadischen Actionfilm mit Ganghintergrund dar. In der Hauptrolle agiert der ehemalige Starwrestler „Rowdy“ Roddy Piper, der als einer der wenigen seiner Zunft nicht nur einen Fuß ins Filmgeschäft bekam, sondern dort auch als Darsteller, z.B. in John Carpenters Kult-Sci-Fi-Streifen „Sie leben!“, tatsächlich überzeugen konnte. Regie führte Don Allan, in seinem ersten und letzten Werk. Das Drehbuch stammt von Michael Stokes, der Genrefans vor allem durch die beiden Actionfilme „Sabotage“ und „Sanctuary“, unter Mitwirkung von Mark Dacascos („I Am Omega“), geläufig sein dürfte. „Jungleground“ erscheint mit der vorliegenden Veröffentlichung erstmals ungeschnitten in Deutschland. Die alte Videofassung des Films von Starlight war um etwa fünf Minuten gekürzt.

„Jungleground“ ist sehr eindeutig auf seinen Hauptdarsteller Roddy Piper zugeschnitten, der hier als Schauspieler mit seiner sympathischen Ausstrahlung punkten kann, während er es in den Actionsequenzen, mit und ohne Schusswaffen, ordentlich krachen lassen darf. Dabei hinterlässt Piper körperlich einen sehr durchtrainierten Eindruck und zeigt, dass er seit seiner Wrestlingzeit im Ring nichts verlernt hat. Die Story und das Szenario des Films erinnern ein wenig an eine Mischung aus „Surviving the Game“ und John Carpenters „Die Klapperschlange“. Cornell findet sich plötzlich, völlig auf sich allein gestellt, in einer anarchistisch strukturierten, lebensfeindlichen Umgebung wieder und muss, gehetzt von einer sechsköpfigen Gruppe aus Jägern, ums Überleben kämpfen. Interessant wird die Sache aber nicht nur dadurch, dass Cornell in diesem Viertel einen auffälligen Fremdkörper darstellt und zudem anfangs, im Gegensatz zu seinen Verfolgern, unbewaffnet ist, sondern dadurch, dass es innerhalb der Jäger zu internen Auseinandersetzungen kommt und Cornells Freundin parallel als Geisel genommen wird und selbst versucht, sich zu befreien.

Dieses interessante Grundgerüst der Story wird von Don Allan sehr souverän und äußerst kurzweilig in Szene gesetzt und findet bereits nach ca. 81 Minuten seinen runden Abschluss. Bis dahin bietet der Film immer wieder gut choreographierte, abwechslungsreiche, blutige, aber nicht überharte Actionsequenzen, interessante Charaktere und das schillernde Zerrbild eines visualisierten, urbanen Ausnahmezustands. Dabei gelingt es den Machern des Films trotz des eingeschränkten Budgets, das apokalyptisch anmutende Umfeld dieses lebensfeindlichen Horts von Kriminalität und sozialer Abweichung optisch effektiv zu visualisieren. Die Pyrotechniker durften sich zudem an einigen Stellen ordentlich austoben und im Rahmen des Drehbuchs entstehen interessante Wendungen, die Cornell schließlich mit Hilfe aus unerwarteter Richtung versorgen.

Digitale Aufarbeitung:
Die DVD im Vollbildformat hinterlässt für einen kleinen kanadischen Genrefilm einen ziemlich guten Eindruck. Das Bild wirkt zwar teilweise etwas verwaschen, macht bezüglich der Schärfe aber eine gute Figur. Die Vorlage ist frei von Bildfehlern sowie Verschmutzungen und überzeugt trotz leichtem Rotstich mit kräftigen Farben. Die Kontrastgebung wirkt zudem gut ausgewogen und der Zuschauer behält auch in den zahlreichen dunkleren Sequenzen den Durchblick. Die deutsche Tonspur ist ausgewogen abgemischt, bei den Dialogen gut verständlich und klingt auch in den Actionsequenzen durchaus ordentlich, wenn auch naturgemäß sehr frontlastig.

Die DVD beinhaltet keinerlei Bonusmaterial. Die Veröffentlichung besitzt ein Wendecover.

Fazit:
„Jungleground“ ist ein kleiner, aber feiner Actionstreifen innerhalb eines anarchistischen Gangszenarios, bei dem vor allem der ungeschminkte Kampf ums Überleben in den Vordergrund gerückt wird. Der Film wurde sehr unterhaltsam in Szene gesetzt und bietet neben überzeugenden Actionsequenzen sowie interessanten Wendungen auch einen physisch sehr souverän auftretenden, charismatischen Hauptdarsteller. Technisch geht die vorliegende Veröffentlichung in Ordnung und präsentiert den Titel zudem erstmals ungeschnitten innerhalb Deutschlands.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 18
1,33:1
1,33:1
83:09 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Englisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Keine
Bonusmaterial:
  • -
Jungleground - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Jungleground
Jungleground

Bild unseres Mitarbeiters Lennart Reimherr
Unterhaltsame Gang-Action mit einem gut aufgelegten Roddy Piper


Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Kanada, 1995
Regie:
Don Allan
Drehbuch:
Michael Stokes
Darsteller:
Roddy Piper, Torri Higginson, Peter Williams, JR Bourne, Rachel Wilson, Joel Gordon, Nicholas Campbell, Christopher Kennedy

Label Deutschland :
Voulez Vous Film
Verkaufsstart Deutschland :
24.06.2011