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DVD-Besprechung - White Force
Story:
Johnny Quinn (Sam J. Jones) ist eigentlich amerikanischer Geheimagent, gerät jedoch durch eine Intrige in den Verdacht, seinen Partner Tom Irving (Ken Metcalfe) ermordet zu haben. Der hatte jedoch eine Laserdisc bei sich, die den Großunternehmer Korda (Timothy Hughes) als Drogendealer entlarvt. Als Quinn mit Hilfe von Irvings Tochter Nicky (Kimberley Pistone), die ihn eigentlich zunächst als Mörder ihres Vaters töten wollte, in den Besitz der Laserdisc gelangt, setzt Korda alles in Bewegung, um Quinn aus dem Weg zu räumen. Der gibt allerdings nicht klein bei und beschließt, Korda selbst zur Strecke zu bringen.
Meinung zum Film:
„White Force“ ist die Nr. 5 der „Action Sensation“-Reihe von Voulez Vous/MiG und stellt eine Produktion dar, die bestenfalls auf C-Movie-Niveau anzusiedeln ist. Gedreht wurde möglichst kostengünstig und vor allem auf den Philippinen. Dementsprechend finden sich in der Darstellerriege weitgehend talentfreie Einheimische, das einzige zumindest zur Entstehungszeit bekannte Gesicht ist der Hauptdarsteller Sam J. Jones („Jane und die verlorene Stadt“). Dieser bekam für seinen Auftritt als titelgebender Held in „Flash Gordon“ die Goldene Himbeere und ist in Deutschland vielleicht noch dem ein oder anderen durch seine Auftritte in der kurzlebigen TV-Serie „Highwayman“, die Anfang der 90er-Jahre auf Pro 7 lief, ein Begriff. Der philippinische Regisseur Eddie Romero drehte zuvor einschlägige Werke wie „Frauen in Ketten“ mit Blaxploitation-Queen Pam Grier („Jackie Brown“) oder den Mad-Scientist-Streifen „Brides of Blood“ und zwei seiner drei Fortsetzungen.
Der Film erscheint mit der vorliegenden Veröffentlichung erstmals ungekürzt in Deutschland, die alte VHS-Fassung von Highlight war geschnitten.
„White Force“ beginnt vollkommen undurchsichtig mitten im Dschungel. Wieso Quinn, der eher wie ein abgehalfterter Glücksritter wirkt, nun ausgerechnet ein Spezialagent sein soll und wie eigentlich seine genaue Mission aussieht, weiß zunächst kein Mensch. Auch seine Beziehung zu Irving und wer eigentlich Quinns wirklicher Boss ist, verschwimmt in der merkwürdig zusammenhanglosen Erzählweise des Films. Allerdings spielt das im Grunde auch keine Rolle, da die Drehbuchvorlage eigentlich keinen Pfifferling wert ist und sich lediglich darauf versteht, einfachste Storyelemente völlig zusammenhanglos und logikfrei darzustellen. Im Kern jagen eh alle Protagonisten nur der belastenden Laserdisc hinterher und es ist von Anfang an klar, dass alles auf einen Showdown zwischen Quinn und Korda bzw. dessen Spießgesellen hinausläuft. Bis dahin ist es jedoch ein langer, beschwerlicher Weg für den Zuschauer. Sam J. Jones ist nicht gerade für sein darstellerisches Talent bekannt, wirkt hier aber zudem auch noch völlig abwesend und gelangweilt. Zudem darf er seinen massigen Körper nichtmal in einer anständigen Prügelei angemessen positionieren.
Actionszenen sind nämlich im vorliegenden Film rar gesät, miserabel choreographiert, besonders in den stupiden Ballersequenzen, und weitgehend blutleer in Szene gesetzt. Das rote FSK-Logo ist hier definitiv völlig fehl am Platz, genau wie der Zuschauer. Denn „White Force“ ist wirklich nur eine wirr erzählte Schlaftablette voller Knallchargen, an deren Darbietungen ihre nicht unbedingt tarifgerechte Bezahlung ablesbar ist. Sam J. Jones hat außerdem auch noch eine völlig unpassende Synchronstimme verpasst bekommen und wird durch die auf Comedy getrimmte deutsche Sprachfassung zum Possenreisser. So äußert er beispielsweise bei einer Durchsuchung: „Das ist mehr eine Fummelparty, darauf war ich nicht gefasst!“, und das ist noch einer seiner besten Sprüche ... Die nervige Fahrstuhlmusik als akustische Untermalung und der overactende Nerd-Charakter Wizard sind weitere Ärgernisse innerhalb eines Films, der sich eher anfühlt wie eine sehr schlecht gemachte Episode einer billig produzierten 80er-TV-Serie aus dem Actionbereich.
Digitale Aufarbeitung:
Die DVD im Vollbildformat bewegt sich bei der Bildqualität kaum über dem Niveau einer VHS-Kassette. Bezüglich der Schärfe wirkt der Transfer sowieso schon sehr weich, das starke hinzutretende Rauschen legt sich jedoch regelrecht wie ein Schleier über das Bild und lässt es dadurch noch milchiger erscheinen. Die Farbgebung wirkt ausgeblichen und das Bild weist leichte Verschmutzungen und seltenere Bildfehler auf. Beide Tonspuren sind zwar gut verständlich ausgefallen, klingen aber in den Actionsequenzen nicht nur extrem frontlastig, sondern auch ziemlich schwach auf der Brust.
Es gibt kein Bonusmaterial auf der DVD. Die Veröffentlichung besitzt ein Wendecover.
Fazit:
„White Force“ ist ein billig produzierter Schnellschuss mit wenigen, aber miserabel choreographierten Actionsequenzen, lustlosen bis talentfreien Darstellern und einer wirr sowie ermüdend vorgetragenen Simpelstory. Der Film kann seinen Billigcharakter auch optisch nicht verhehlen und auch die Versuche, durch die deutsche Synchronisation etwas Humor einfließen zu lassen, scheitern auf ganzer Linie. Technisch handelt es sich hier zudem um eine unterdurchschnittliche DVD mit zahlreichen Schwächen, die auch keinerlei Bonusmaterial enthält.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,33:1
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86:17 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 2.0 | Englisch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Keine |
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Bonusmaterial:
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White Force
Whiteforce
Grottiges C-Movie, das höchstens zum Abschalten reizt
Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Australien / Philippinen, 1988 Regie: Eddie Romero Drehbuch: Henry Tefay Darsteller: Sam J. Jones, Kimberley Pistone, Timothy Hughes, Raoul Aragonn, Jaime Fabregas, Vic Diaz, Ruben Rustia, Ken Metcalfe
Label :
Voulez Vous Film
Verkaufsstart : 01.07.2011
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