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DVD-Besprechung - Die Blonde Leidenschaft

Story:
Während Kyle Richards (Jan-Michael Vincent) mit seinem Leben in einer Kleinstadt in Texas vollkommen zufrieden scheint, nagt in seiner Freundin Jodie (Kim Basinger) der Zweifel, ob der Job als Telefonistin und das perspektivlose Leben wirklich ihr einziges Glück sein soll. Obwohl Kyle es nicht möchte, bewirbt sie sich bei erster Gelegenheit um einen Job als Stewardess in Los Angeles, den sie auch prompt bekommt. Doch nun fangen Jodies Probleme erst so richtig an, denn Kyle ist mit einem Ortswechsel ganz und gar nicht einverstanden.

Meinung zum Film:
Die Handlung von „Die Blonde Leidenschaft“ der in Deutschland auch den Titel „Jodie - Irgendwo in Texas“ bekannt ist, fällt denkbar einfach aus. In Texas hat eine neue Zeit begonnen, doch Kyle möchte immer noch ein Cowboy sein. Während er die Hoffnung hegt, in einer Zaunfabrik eine Beförderung zu bekommen, und seine Freizeit lieber mit seinen Kumpels in einer Bar verbringt, beginnt seine Freundin Jodie von einem besseren Leben zu träumen. Als Jodie ihre Kindheitsfreundin Caroline wiedersieht, die inzwischen eine bekannte Countrysängerin geworden ist, entschließt sie sich, ihrem Leben einen neuen Sinn zu geben. Somit trifft im Film Macho auf Emanze, moderne Gesellschaft auf alte Traditionen. Leider versteht es Regisseur David Greene („A Vacation in Hell“) nicht, diese Gegensätze zu einer interessanten Story zusammen zu setzen. Der Film plätschert vor sich hin, ohne einen wirklichen Spannungsbogen aufzuweisen und ohne, dass sich die Dramatik der Ereignisse völlig entfalten kann.

Kim Basinger („L.A. Confidential”) gibt in „Die Blonde Leidenschaft“ ihr Filmdebüt. Sie spielt die emanzipierte Jodie, die sich nach einer anstrengenden Kindheit in einem streng gläubigen Elternhaus, nun ein Leben wünscht, über das nur sie allein bestimmen möchte. Auch wenn Basinger ihr Bestes gibt, um ihre Rolle glaubwürdig zu verkörpern, kann ihr schauspielerisches Talent allein nicht über die erheblichen Defizite des Films hinweg täuschen. Gleiches gilt für den zwar weitaus weniger talentierten, jedoch nicht minder engagierten Jan-Michael Vincent („White Boy“), der den desinteressierten Macho Kyle mimt. Michael Parks („Planet Terror“) allerdings gelingt es mit seiner Rolle als Royce, dem älteren und arrogantem Bruder von Kyle, ein wenig Abwechslung in die Katatonie des Drehbuches aus der Feder von Michael Kane („Der Bär“) und Debütant Michael Martin Murphy zu bringen. Er schafft es, der Rolle eine Ambivalenz abzugewinnen, die sie zu einem Gewinn für den Film werden lässt.

Der fehlende Spannungsbogen führt dazu, dass der Film über lange Stecken erschreckend langweilig und zäh wirkt. Dazu addiert sich eine ziemlich unkreative Kamera, die niemals die gewohnten Bahnen verlässt, und z.B. keine besonderen Nahaufnahmen bietet um dem Zuschauer eine andere Perspektive auf die Geschehnisse zu ermöglichen. Auch die äußerst unkreativen Schnitte tragen dazu bei, dass der Film eher eintönig als interessant wirkt. Es wäre bestimmt ein Gewinn für den Film gewesen, wenn Greene den Charakteren mehr Raum zur Entfaltung gewährt hätte. Doch selbst als es zur Konfrontation zwischen dem modernen Leben von Jodie und dem puritanischen Lebensstil ihrer Eltern kommt, belässt es Greene dabei, diese überaus wichtige Szene zu einer gehaltlosen Phrase verkommen zu lassen. Diese Oberflächlichkeit ist maßgeblich für den Film, der damit noch mal an Qualität verliert. Letztlich sorgen das schwache und inhaltslose Drehbuch sowie die triviale Fokussierung des Regisseurs dafür, dass der Film keine große Leuchte am Filmhimmel geworden ist.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist aufgrund seines Alters ein wenig körnig und an den Rändern erscheinen teilweise Verschmutzungserscheinungen. Die Farbqualität hat jedoch nicht gelitten, sie verharrt auf gutem Niveau. Auch der Kontrast lässt nicht zu wünschen übrig, er hält während des gesamten Filmes die Balance. Der Ton klingt gleichmäßig aus allen Boxen und scheint nur ein wenig dumpf zu sein. Der Mix zwischen Hintergrundgeräuschen, Musik und Dialogen ist ebenfalls gelungen.

Die DVD enthält leider keine Extras.

Fazit:
„Die Blonde Leidenschaft“ ist ein langweiliger und zäher Film über den Interessenkonflikt eines Paares, die das Leben auf unterschiedliche Art und Weise betrachten. Leider gelingt es weder dem Drehbuchautor noch dem Regisseur diesem viel versprechenden Plot wahres Leben einzuhauchen. Obwohl eine engagierte Schauspielercrew am Werk ist, gelingt es auch ihnen nicht, über die Defizite des Films, der keinen richtigen Spannungsbogen aufbauen kann, hinweg zu täuschen. So entstand ein Film auf einem eher niedrigen Niveau, der den Zuschauer nicht wirklich begeistern kann.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 12
1,78:1
1,78:1
97:47 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Englisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • -
Die Blonde Leidenschaft - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Die Blonde Leidenschaft
Hard Country

Bild unseres Mitarbeiters Yatiker Yildiz
Leben in Texas ist langweilig


Autor der Besprechung:
Yatiker Yildiz

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 1981
Regie:
David Greene
Drehbuch:
Michael Kane, Michael Martin Murphey
Darsteller:
Jan-Michael Vincent, Kim Basinger, Michael Parks, Daryl Hannah, Lewis Van Bergen, Gailard Sartain, Sierra Pecheur, John Chapell, Tanya Tucker, Ted Neeley, Curtis Credel, Richard Lineback, Scotch Byerley, Elise Caitlin, Danone Camden

Label Deutschland :
MiG Film
Verkaufsstart Deutschland :
16.06.2011