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Blu-ray-Besprechung - Der rote Tempelritter
Story:
Der junge Felix (Nicolas Nollet) träumt davon, einmal ein großer Held wie sein Vorbild, der Rote Drache, zu werden. Dieser Ritter, von dem man sagt, dass er nicht sterben kann, ist der Sieger zahlreicher Schlachten und von ihm erzählt das bebilderte Buch, das Felix besitzt und in dem er immer wieder liest. Als er von einer Schlacht erfährt, die in der Nähe stattgefunden haben soll, macht er sich auf den Weg dorthin und trifft an dem Ort des Massakers tatsächlich Guillaume, den Roten Drachen (Daniel Auteuil). Fortan dient er ihm als Knappe und die beiden machen sich auf den Weg, um sowohl dem Papst seinen Lieblingsdichter Hugues de Pertuys (Titoff) zurückzubringen als auch Rache an Mespoulède (Gilbert Melki) zu nehmen, der Guillaumes Männer im Wald getötet hat.
Meinung zum Film:
Seit ein paar Jahren überfluten MiG und deren Sublabels den Heimkinobereich mit Ritterfilmen, die qualitativ leider nicht immer höchsten Ansprüchen gerecht werden. Anscheinend besitzt der Terminus "Tempelritter", ähnlich wie der des "Kreuzritters", der ja auch eine selbst kreierte Reihe aus gleichem Hause hervorbrachte, aber immer noch einen gewissen Wohlklang, der sich auch in klingende Münze umsetzen lässt, denn mit diesem wurde nun auch der französische Film "Rencontre avec le dragon" versehen. Der vorliegende Film spielt allerdings in der Zeit zwischen dem ersten und zweiten Kreuzzug, wodurch die Bezeichnung "Kreuzritter" hier sogar treffender gewesen wäre als die Begrifflichkeit "Tempelritter".
Inhaltlich wird allerdings in etwa das gleiche schwache Niveau geboten, das bereits von den "Kreuzritter"-Filmen bekannt ist. Regisseurin und Drehbuchautorin Hélène Angel, die für noch nichts in hiesigen Gefilden Bekanntes verantwortlich zeichnete, schafft es leider nicht, eine interessante Handlung aufzubauen und ihr Drehbuch spannend zu gestalten. Löblich ist allerdings, dass sie auf Realismus bedacht zu sein scheint. Die Schlachtszenen sind äußerst blutig und auch insgesamt wirkt die Optik des Films eher rau und dreckig. Gleiches gilt für die Schauplätze. Das Problem dabei ist nur, dass das Ganze dadurch auf Dauer auch furchtbar langweilig wird. Es ist schlichtweg zum Gähnen, wenn ein Ritter mitsamt seinem Knappen gefühlte Ewigkeiten nur durch irgendwelche Schnee- und Berglandschaften reitet, die aussehen, als wären sie vom Herrn der Ringe übrig geblieben. Und wenn sie endlich einmal an eine Burg oder ein Kloster gelangen, erinnern diese Orte eher an Ruinen aus heutiger Zeit und vermitteln keineswegs den Eindruck bewohnter Mittelalteranlagen.
Die Story wirkt ebenfalls an den Haaren herbeigezogen. Der junge Felix, Background unbekannt, sitzt irgendwo auf einem Feld und liest ein Buch über seinen Helden, den Roten Drachen. Zunächst bleibt da natürlich die Frage, warum ein einfacher "Bastard" ohne Eltern lesen kann. Wie er das prächtig bebilderte Buch erhalten hat, bleibt ebenfalls offen. Und dass er den Roten Drachen rein zufällig genau bei sich um die Ecke im Wald findet und dieser als Einziger eine blutige Schlacht überlebt hat, setzt dem Ganzen noch die Krone auf. Der Rest der Handlung setzt sich auch lediglich aus einzelnen Episoden ohne wirklichen roten Faden zusammen und die unnötig eingeflochtenen Fantasy-Elemente stehen zudem im Widerspruch zu dem scheinbaren Realitätsanspruch der Regisseurin. Das betrifft beispielsweise Raoul, einen alten Freund des Drachen, den die beiden zwischendurch aufgesammelt haben. Dieser ist nämlich nicht nur geistig etwas angeknackst, sondern verwandelt sich auch noch nachts in ein Wildschwein. Letztendlich ist "Der rote Tempelritter" im Endeffekt nichts weiter als ein furchtbar langweiliger Ritterfilm, der weder inhaltlich noch optisch irgendetwas Ansprechendes zu bieten hat und beim Zuschauer ausschließlich Ärger über die verlorene Zeit zurücklässt.
Digitale Aufarbeitung:
"Der rote Tempelritter" macht technisch einen genauso schwachen Eindruck wie inhaltlich. Das Bild der Blu-ray wirkt wie ein unterdurchschnittlicher SD-Upscale. Statt Details gibt es nur matschige Flächen zu sehen. Die Kompression verhält sich ebenfalls etwas unruhig und statt natürlicher Farben zu bieten, ist alles die meiste Zeit über in übertrieben starke Braun-, Gelb- und Grüntöne gehüllt, was zwar ein stilistisches Mittel sein könnte, aber inhaltlich keinen wirklichen Sinn ergibt und daher eher störend wirkt. Um den Ton ist es ebenfalls nicht besser bestellt. Die Nase vorn hat hier der französische Originalton in dts-HD Master Audio 5.1, der zumindest noch eine recht angenehme und halbwegs räumliche Klangkulisse bietet. Im Direktvergleich scheint es sich bei dem ebenfalls in dts-HD 5.1 vorliegenden deutschen Ton nur um einen Upmix der ebenfalls enthaltenen Dolby-2.0-Spur zu handeln, denn in der französischen Version werden die Rears deutlich umfangreicher mit einbezogen, während die deutsche Fassung recht frontlastig bleibt. Die Dialoge sind in beiden Sprachen klar verständlich.
Als Bonusmaterial gibt es neben dem Trailer ein rund dreiviertelstündiges Making Of, das zwar interessanter als der Film selbst ist, aufgrund fehlender Untertitel für Zuschauer, die kein französisch verstehen, aber wenig informativ ausfällt. Gleiches gilt für den Audiokommentar, bei dem anscheinend nicht mal das Label selbst wusste, wer diesen spricht, da sich im Menü lediglich der schwer zuzuordnende Eintrag "Dir.-Kommentar" befindet. Zu Wort kommen jedoch tatsächlich Regisseurin und Autorin Hélène Angel, Koautor Jean-Claude Janer sowie Darstellerin Emmanuelle Devos, die im Film Gisela von Bingen spielt. Der Kommentar ist informativ und unterhaltsam, allerdings ebenfalls nur für Zuschauer, die der französischen Sprache mächtig sind.
Fazit:
"Der rote Tempelritter" ist ein Ritterfilm, den die Welt nicht braucht. Eine abstruse Story, in der einerseits übertrieben realistische mit fantastischen Elementen gemischt werden, trifft auf furchtbar langweilige Locations, was zu einem weder inhaltlich noch optisch ansprechenden Ergebnis führt. Auch die Blu-ray Disc ist in technischer Hinsicht unterdurchschnittlich schwach. Das Bonusmaterial ist hingegen interessant ausgefallen, allerdings für Zuschauer ohne Französischkenntnisse aufgrund fehlender Untertitel vollkommen nutzlos.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,35:1
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105:12 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch DTS-HD Master Audio 5.1 | Französisch DTS-HD Master Audio 5.1 |
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Untertitel:
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Keine |
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Bonusmaterial:
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- Trailer
- Making Of
- Audiokommentar
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Der rote Tempelritter
Rencontre avec le dragon
Langweiliger und unlogischer Ritterfilm ohne Höhen und mit vielen Tiefen
Autor der Besprechung:
Jano Rohleder
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Frankreich/Luxembourg, 2003 Regie: Hélène Angel Drehbuch: Hélène Angel, Jean-Claude Janer, Agnès de Sacy Darsteller: Daniel Auteuil, Nicolas Nollet, Sergi López, Emmanuelle Devos, Titoff, Gilbert Melki, Maurice Garrel
Label :
WGF Verkaufsstart : 28.07.2011
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