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Blu-ray-Besprechung - Ein Mann, den sie Pferd nannten

Story:
Um 1820 begibt sich der britische Aristokrat John Morgan (Richard Harris) auf die Reise in den Wilden Westen. Seine schöne Jagdzeit erfährt ein jähes Ende, als er von Sioux-Indianern angegriffen und gefangengenommen wird. Er wird der Mutter (Judith Anderson) des Häuptling als Geschenk gemacht und fungiert fortan als ihr Diener. Nach und nach verinnerlicht der Gefangene jedoch die Lebensweise der Indianer und verliebt sich auch noch in die Schwester des Stammes-Häuptlings.

Meinung zum Film:
Regisseur Elliot Silverstein dürfte – abgesehen vom vorliegenden „Mann, den sie Pferd nannten“ – am ehesten für den 1965 inszenierten Western „Cat Ballou“ mit Jane Fonda und Lee Marvin bekannt sein. Ansonsten drehte er relativ viel als Gastregisseur für TV-Serien wie z.B. „Picket Fences“ oder „Geschichten aus der Gruft“. Drehbuchautor Jack DeWitt schrieb sechs Jahre nach Erscheinen dieses Films auch das Buch für den zweiten Teil der „Pferd“-Reihe, die es auf insgesamt zwei Fortsetzungen brachte (1983 erschien „Triumph des Mannes, den sie Pferd nannten“). In allen drei Teilen ist Richard Harris („Erbarmungslos“) in der Titelrolle zu sehen.

Zwar gab es zuvor auch schon Western, die den Indianern grundsätzlich wohlgesonnen waren und diese mehr oder weniger nicht als komplette Wilde dargestellt haben („Die weiße Feder“), einen Film, der so weit geht wie „Ein Mann, den sie Pferd nannten“ dürfte es zuvor jedoch kaum gegeben haben. Zwar ergeht es Morgan bei und nach der Gefangennahme durch die Sioux-Indianer alles andere als gut und Morgan verzweifelt fast an der scheinbar unberechenbaren Wildheit seiner Peiniger, nach und nach akzeptiert er jedoch seine Lage und beginnt Verständnis für die Lebensweise der amerikanischen Ureinwohner aufzubringen. Möglichst authentisch versucht Regisseur Silverstein, die Sioux-Indianer zu porträtieren, das geht dann so weit, dass er für seinen Film nicht wie sonst üblich geschminkte Weiße oder Mexikaner besetzt hat, sondern in vielen Rollen tatsächliche Indianer verpflichtete. Ein Rezept, das später auch Kevin Costner für sein Werk „Der mit dem Wolf tanzt“ benutzte, welches in eine ähnliche Kerbe schlägt.

Eine Wendung für Morgan nimmt die Handlung an der Stelle, an der er seine Chance wittert, mit der Schwester des Häuptlings anzubändeln. Nah kommt er seinem Ziel, als er einen Indianer aus einem verfeindeten Stamm tötet und skalpiert und sich so den Respekt der meisten Stammesmitglieder verdient. Ab da sinkt auch die anfängliche Skepsis der Zuschauer gegenüber den „Wilden“, die den vornehmen und gebildeten Briten einfach gefangengenommen und als ihr persönliches Eigentum angesehen haben. Alles in allem ist „Ein Mann den sie Pferd nannten“ ein Beitrag, der in kein (damaliges) Schema passte und nicht zuletzt durch ein paar fast schon psychedelisch anmutetende Kameraspielchen auffällt. Nicht nur Westernfans sollten ruhig mal einen Blick auf den Film werfen.

Digitale Aufarbeitung:
Die Bildqualität ist schwankend. Manchmal ist die Schärfe sehr gut, szenenweise rutscht sie aber ins Durchschnittliche ab und Details verschwimmen gerade in den Hintergründen. Der Kontrast ist hingegen gut gelungen und so behält man auch in dunklen Szenen stets den Überblick. Die Farben wirken oftmals knackig, rutschen gelegentlich aber trotzdem ins durchschnittlich kräftige ab. Der deutsche Ton liegt in Mono vor und klingt zuweilen etwas dumpf. Die Dialogverständlichkeit ist jedoch gut.  

Extras finden sich gar nicht auf der Scheibe.

Fazit:
„Ein Mann, den sie Pferd nannten“ ist ein Indianerwestern, der authentisch besetzt wurde und letztendlich viel Verständnis für die amerikanischen Ureinwohner aufbringt. Langweilig wird der Film trotz wenig Action nie und so sollte der Genrefan diesen Beitrag, der die „andere“ Seite in den Fokus setzt, durchaus mal gesehen haben. Die Qualität der Blu-ray ist durchschnittlich gut.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 12
2,35:1
2,35:1
115:22 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 1.0
Dolby Digital 1.0
Englisch
DTS-HD  Master Audio 5.1
DTS-HD Master Audio 5.1
Französisch
Dolby Digital 1.0
Dolby Digital 1.0
Spanisch
Dolby Digital 1.0
Dolby Digital 1.0
Untertitel:
Dänisch, Deutsch, Englisch, Französisch, Niederländisch, Norwegisch, Spanisch
Bonusmaterial:
  • -
Ein Mann, den sie Pferd nannten - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Ein Mann den sie Pferd nannten
A man called horse

Bild unseres Mitarbeiters Andreas Schultz
Verständnisvoller Blick auf die Ureinwohner Amerikas


Autor der Besprechung:
Andreas Schultz

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 1970
Regie:
Elliot Silverstein
Drehbuch:
Jack DeWitt
Darsteller:
Richard Harris, Judith Anderson, Jean Gascon, Manu Tupou, Corinna Tsopei, Dub Taylor, James Gammon, William Jordan

Label Deutschland :
Paramount Home Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
30.06.2011