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Blu-ray-Besprechung - Werner - Eiskalt!

Story:
Werner-Zeichner Brösel (Rötger „Brösel“ Feldmann) hat das Manuskript für einen neuen Comic fertig. Er soll Werners Lebensgeschichte zeigen, vor allem die ständigen Duelle mit seinem Rivalen Holgi. Den realen Holgi (Holger Henze) fordert er dann gleich zu einem Re-Match Horex gegen Porsche heraus. Brösels Stimmung schwenkt um, als er das Manuskript seinem Verleger (Richard Sammel) zeigt und dieser ablehnt. Heutzutage seien nur noch Mangas angesagt. Brösel fährt zum Trost in den Urlaub, doch es kommt zu einem Badeunfall. Die Nachricht von Brösels Tod schockt Deutschland. Seine alten Kumpels beschließen, den Leichnam persönlich abzuholen.

Meinung zum Film:
„Werner – Eiskalt“ ist eine Mischung aus Real- und Animationsfilm. Die Realteile wurden unter der Regie von Gernot Roll („Die Superbullen“) gedreht. Für die Animation lag diese Verantwortung bei Toby Genkel („Werner – Gekotzt wird später!“) und dem Werner-Erfinder Rötger „Brösel“ Feldmann („Werner – Beinhart“) selbst. Letzterer war überhaupt in vielen Funktionen an diesem Projekt beteiligt. So war er weiterhin an der Art Direction und dem Drehbuch beteiligt und spielte zudem in den Realteilen den Zeichner Brösel, also sich selbst. Mit dieser Mischung aus Realfilm und Animation geht es quasi „back to the roots“, denn das zeichnete ja bereits den ersten Wernerfilm aus. Gleichzeitig gilt dies aber auch inhaltlich, denn der Film schildert in gezeichneten Rückblenden, wie die Rivalität zwischen Werner und Holgi schon im Kinderwagen begann und über die Jahre mit immer neuen Fahrzeugen weitergeführt wurde.  

Rötger Feldmann ist nicht der einzige Beteiligte, der sich in diesem Film selbst spielt, sondern dies gilt auch für Holger „Holgi“ Henze und Rötgers Bruder Andreas „Andi“ Feldmann („Werner – Beinhart“). Letzterer ist zudem auch, wie in allen Werner-Filmen bewährt, der Sprecher für die Figuren Andi und Meister Röhrich. Somit bleibt bei den Stimmen die Kontinuität der Serie gewahrt, denn auch Klaus Büchner („Werner – Beinhart“) als Werner und Kulle Westphal („Werner – Beinhart“) als Eckat sind wieder mit dabei. Nicht zuletzt dank der Dialoge sind die Animationssequenzen das Herzstück des Films. Hier kommt der typische Werner-Humor voll zum Tragen. Eine Mischung aus genialem Wortwitz mit brachialem Fäkalhumor. Da weiß man, warum bei den früheren Filmen oft zusätzliche Sitzplätze reserviert wurden, um auch die mitgebrachten Bierkisten mit Bölkstoff unterzubringen.

Die Realteile des Films fallen demgegenüber etwas ab. Vielleicht macht es sich hier auch bermerkbar, dass einige Rollen nicht mit Profischauspielern besetzt waren. Am besten präsentiert sich noch Richard Sammel („Inglourious Basterds“), der den Verleger Hermann Seidel passend schmierig darstellt. Interessant sind aber oft die gleitenden Übergänge zwischen Realfilm und Animation, so etwa nach Brösels Treffen mit seinem Verleger. Was aber alle Teile auszeichnet, ist die Liebe zum Detail. Das ist bei den Zeichnungen diverser Motoren und Fahrzeuge genauso, wie bei den exakt passenden Dialekten. Selbst der Sound stimmt immer, denn Rötger Feldmann hat zum Beispiel genau aufgepasst, dass jedes Fahrzeug auch mit den korrekten Motorengeräuschen unterlegt wurde.

Digitale Aufarbeitung:
„Werner – Eiskalt!“ stellt die Premiere der „Werner“-Reihe auf Blu-ray dar und so scharf sowie in dermaßen brillanter Bildqualität gab es die Comic-Kultfigur bisher noch nicht zu sehen. Das Bild ist in den Zeichentricksequenzen extrem hochauflösend, bietet einiges an Tiefenschärfe und liefert aufgrund der glasklar herausgearbeiteten Konturen auch teilweise eine sehr schöne Plastizität. Auch die Animationen geben sich absolut geschmeidig und hinterlassen aufgrund der effektiv arbeitenden Kompression keinerlei Nachzieheffekte oder Unschärfen. Die Farbgebung ist knallbunt und äußerst kräftig geraten, Bildrauschen ist indes gar nicht auszumachen. Die Realfimsequenzen sind technisch zwar nicht herausragend umgesetzt, bieten aber ein ordentliches HD-Niveau in Form einer guten Schärfe, inklusive einiger Details und einer kräftigen Farbgebung, auch wenn die großen Aha-Effekte in diesem Filmteil nicht zu finden sind. Die deutsche DTS-HD-High-Resolution-5.1-Tonspur ist sehr kräftig und dynamisch geraten. Sie beinhaltet immer wieder sehr schöne direktionale Effekte, aber auch bezüglich der Dialoge sowie Hintergrundmusik wird ein breit gefächerter Raumklang geboten. Gerade bei den akustisch sehr schön umgesetzten Motorengeräuschen kommt auch der Bass nicht zu kurz. Eine einwandfreie Verständlichkeit ist aber zu jeder Zeit gegeben und die Abmischung hinterlässt auch insgesamt einen absolut runden Eindruck. Die angeblichen deutschen Untertitel für Hörgeschädigte erweisen sich wieder einmal als normale Untertitel von der Stange, verfügen also über keine weiterführenden Erläuterungen.

Die Blu-ray enthält zunächst ein enttäuschendes Making Of (10:39) mit deutlich zu vielen Filmszenen, lediglich kurzen Statements der Verantwortlichen, kaum handfesten Informationen, dafür aber ganz klar mit werbendem Charakter versehen. Das Mini-Making-Of (4:05) ist lediglich eine verkürzte Fassung des Making Of und somit völlig überflüssig. Brösels Biker-Backstage (5:28) ist hingegen lediglich ein äußerst laues Behind-the-Scenes-Kurzfeature. Die Interviews mit Regisseur und „Werner“-Schöpfer Rötger Feldmann, den Produzenten Herman Weigel und Oliver Berben, Tobias Genkel (Co-Regie/Animation), Heiko Hentschel (Keyposing/Supervisor/Zeichner) und Christoph Roth (Compositing Supervisor) sind mit einer Gesamtlaufzeit von läppischen 7:25 Minuten, inklusive vorgeschalteter einordnender Texteinblendungen, eher als schlechter Scherz anzusehen, liefern fast keine Hintergrundinformationen und präsentieren zu allem Überfluss auch noch teilweise erneut Statements aus dem Making Of. Die Darstellerinfos zu Rötger Feldmann, Andi Feldmann, Michael Lott und Ivonne Schönherr kann sich der Betrachter ebenfalls sparen, da es sich hier lediglich um Mini-Filmographien im Umfang von jeweils einer Bildschirmseite handelt. Der Veröffentlichung liegt außerdem noch ein sechsseitiges Booklet bei, das neben Produktwerbung auch noch eine Kapitelübersicht, Infos zu Werner und Holgi sowie Biographisches zu Rötger Feldmann enthält. (LR)

Fazit:
„Werner – Eiskalt“ steht klar in der Tradition der anderen Wernerfilme. Der Humor ist wieder eine Mischung aus brillantem Dialogwitz und deftigem Fäkalhumor. In der Mischung aus Real- und Animationsfilm sind es vor allem letztere Szenen, die zu überzeugen wissen.Technisch ist die vorliegende Blu-ray in jeder Hinsicht absolut überzeugend, das lieblose Bonusmaterial enttäuscht jedoch.


Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 06
1,85:1
1,85:1
97:11 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
DTS-HD High Resolution 5.1
DTS-HD High Resolution 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Making Of
  • Mini Making Of
  • Brösels Biker-Backstage
  • Interviews mit Rötger Feldmann, Herman Weigel, Oliver Berben, Tobias Genkel, Heiko Hentschel und Christoph Roth
  • Darstellerinfos
Werner - Eiskalt! - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Werner - Eiskalt!
Werner - Eiskalt!

Bild unseres Mitarbeiters Martin Asbach
Werner gegen Holgi, das ewige Duell - Und als Blu-ray eine wahre Augenweide!


Autor der Besprechung:
Martin Asbach

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Deutschland, 2011
Regie:
Gernot Roll (Live-Action), Rötger Feldmann und Toby Genkel (Animation)
Drehbuch:
Rötger Feldmann, Thomas Platt, Hermann Weigel
Darsteller:
Rötger Feldmann, Holger Henze (auch Sprecher), Andreas Feldmann (auch Sprecher), Ivonne Schönherr, Marysol Fernandez, Klaus Büchner (Sprecher), Kulle Westphal (Sprecher), Richard Sammel

Label Deutschland :
Constantin Film
Verkaufsstart Deutschland :
01.12.2011