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DVD-Besprechung - Californication - Staffel 3
Story:
Bestsellerautor Hank Moody (David Duchovny) verkörpert das Klischee vom Leben eines Rockstars. Die Frauen liegen ihm zu Füßen, kaum eine kann ihm wiederstehen und ausschweifende Partys sind für ihn eher die Regel als die Ausnahme. Doch es gibt eine Dame, die ihn immer wieder auf den Boden zurückholen kann - seine Ex-Frau Karen (Natascha McElhone), die Mutter der gemeinsamen Tochter Becca (Madeleine Martin). Hanks bester Freund ist sein Agent Charlie Runkle (Evan Handler), der im Umgang mit Frauen sein genaues Gegenteil darstellt. Dass dessen Ehe mit seiner Frau Marcy (Pamela Adlon) vor dem Ende steht, ist alles andere als ein Zufall.
Meinung zum Film:
In „Californication – Staffel 3“ wird Frauenheld Hank Moody in ganz spezieller Weise auf die Frauenwelt losgelassen. Er soll als Gastdozent für Literatur an einer Universität unterrichten. Ein Szenario, das die Erwartungen an die Staffel gleich steigen lässt. Vor allem da sich neben den Studentinnen, insbesondere einer, die sich ihr Studium durchs Strippen finanziert, auch die Frau des Dekans der Universität als äußerst attraktiv herausstellt und auch dessen Assistentin ihre Reize besitzt. Eine Ausgangslage wie sie für die Serie kaum besser hätte sein können. Doch was die Autoren daraus gemacht haben, ist zunächst einmal sehr enttäuschend. In den ersten Folgen ist Hank teilweise nicht wiederzuerkennen. Normalerweise ist Sidekick Runkle für den Slapstick in der Serie verantwortlich, doch in der ersten Hälfte der 3. Staffel wird platter Humor zur Chefsache erklärt. In einigen Szenen rutscht Hank Moody dabei fatal nah an das Niveau von Charlie Harper (Charlie Sheen) aus der Sitcom „Two and a Half Men“, was der Stimmung der Serie überhaupt nicht bekommt. Zur Hälfte fängt sich die Staffel aber wieder und bietet die gewohnt hochwertige Serienkost. Ein echtes Highlight ist dabei eine Episode, in der sich nacheinander sämtliche aktuellen Gespielinnen nebst Frau Karen, Tochter Becca und des gehörnten Ehemanns in Hanks Haus einfinden. Da war aber auch so schon genug los, wobei Hank in diesem Falle ausnahmsweise an den Ausschweifungen nicht beteiligt war.
Mit von der Partie ist natürlich auch wieder Hanks alter Freund Charlie Runkle, der in gewohnt tollpatschiger Art versucht durchs Leben zu gehen. Das größte Problem für ihn ist die Trennung von Marcy, die ihn immer wieder an den Rand eines Nervenzusammenbruchs bringt. Dafür scheint es aber zumindest beruflich für ihn wieder bergauf zu gehen. Versuchte er sich in der 2. Staffel noch als Agent für ein Pornostarlet, erhält er nun wieder eine Anstellung in einer seriösen Agentur. Zumindest was den äußereren Schein anbetrifft. Geführt wird die Agentur von der äußerst extrovertierten und lüsternen Sue Collini, die von Kathleen Turner („Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten“) gespielt wird. Ihre Rolle erinnert sehr stark an die von William Shatner in „Boston Legal“, nur in einer maßlos überzogenen Zotenform und ohne „BSE“. Ihre Rolle gehört sicherlich zu denen in der 3. Staffel, über die am meisten gestritten werden darf, ob sie nicht zu maßlos überzogen wirkt um noch hineinzupassen. Natürlich ist „Californication“ keine ernstzunehmende Serie, die mit realitätsnahen Liebesabenteuern sein Publikum zu gewinnen versucht, doch was Miss Turner hier an lüsterner Notgeilheit auf den heimischen Bildschirm bringt, würde sicherlich selbst den bereits angesprochen Charly Harper mit fragenden und beängstigten Blicken zurücklassen.
Wesentlich hilfreicher für die Serie sind da schon andere Gastrollen. Allen voran Altrocker Rick Springfield („Hard to Hold“), der sich selbst spielt und ohne Rücksicht auf Verluste die eigene Person dabei kräftig aufs Korn nimmt. Ohne jegliches Schamgefühl baggert er beim Essen zunächst Marcy, die Frau von seinem Agenten Runkel an, während dieser daneben sitzt und treibt es anschließend noch lautstark mit ihr, als dieser sich gegenüber im Zimmer befindet. In einer weiteren Nebenrolle ist Peter Fonda („Easy Rider“) zu sehen, der damit droht als Klient bei der Agentur abzuspringen. Genau wie Rick Springfield hat auch er kein Problem damit sich selbst mal so richtig zum Affen zu machen, wobei sein Name aber zumindest niemals ausgesprochen wird. Runkel kommt aber nicht umhin, ihn mit handfesten Methoden davon zu überzeugen, nicht zur Konkurrenz zu wechseln. Karens bekleidet zunächst nur eine Nebenrolle und ist auf Videokonferenzen mit Hank beschränkt. Später kommt sie allerdings aber nach L.A. zurück und mit ihrem Eintreffen kommt auch die Serie so langsam in Schwung. Und das ist vielleicht auch das Kuriose an der 3. Staffel von „Californication“. Bislang hatte es eher den Anschein, dass Karen die Serie ausbremst. Offensichtlich scheint sie aber im Gegenteil die notwendige Schwungscheibe zu sein, um die Dinge richtig am Laufen zu halten. Bleibt nur zu hoffen, dass sie Hank in der 4. Staffel gar nicht erst alleine zurücklässt. Das Warten auf die nächste Staffel wird durch den Abschluss der 3. auf jeden Fall kräftig geschürt.
Digitale Aufarbeitung:
Beim Bild ist alles beim Alten. Es gibt klare Konturen und eine angenehme Schärfe. Der Ton liegt wie üblich im Dolby Digital Surround Format vor und ertönt in der Regel aus der Lautsprecherfront.
Das Bonusmaterial ist auf der 2. DVD zu finden. Es beginnt in „So klingt Californication“ mit einem Blick auf die beiden Komponisten, die einen Einblick geben wie sie beim Schreiben der Songs vorgehen und wovon sie sich inspirieren lassen. „Die Casting-Couch” gehört Casting-Frau Felicia Fasano, die über ihre Arbeit für „Californication“ erzählt, u.a. darüber wie Kathleen Turner und Rick Springfield besetzt wurden. In „Oh Gott! Ist das Rick Springfield?“ darf der gefeierte Rockstar der 80er-Jahre dann selbst noch ausführlich über seine Beteiligung an der Serie reden. Abschließend dürfen in „Gästebetreuung“ die anderen Season-Gastschauspieler ebenfalls ihre Eindrücke von der Serie und bezüglich der Ereignisse am Set loswerden.
Fazit:
„Californication – Staffel 3“ droht in der ersten Hälfte zum billigen Slapstick-Humor zu verkommen, kriegt dann zur Halbzeit aber erfolgreich die Kurve. Das Universitätsszenario wird zwar weitgehend hergeschenkt, doch auch ohne wird für genügend heikle Momente gesorgt. Hank Moody Anhänger brauchen zwar etwas Geduld, werden am Ende auch dafür aber belohnt.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,78:1
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12 Episoden à ca. 28 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Surround | Englisch Dolby Digital 5.1 | Französisch Dolby Digital 5.1 |
Italienisch Dolby Surround |
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Untertitel:
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Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Niederländisch |
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Bonusmaterial:
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- So klingt Californication
- Die Casting-Couch
- Oh Gott! Ist das Rick Springfield?
- Gästebetreuung
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Californication - Staffel 3
Californication - Season 3
Nach einem schwachen, weil viel zu platten Start geht es ab der Hälfte gewohnt erstklassig weiter
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2010 Regie: Diverse Drehbuch: Diverse Darsteller: David Duchovny, Natascha McElhone, Madeleine Martin, Evan Handler, Pamela Adlon, Rick Springfield, Kathleen Turner, Diane Farr, Embeth Davidtz, Peter Gallagher, Ellen Woglom
Label :
Paramount Home Entertainment
Verkaufsstart : 07.07.2011
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