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DVD-Besprechung - Ein Sonntag im Oktober
Story:
Im Oktober 1944 steht das deutsch-ungarische Kriegsbündnis vor einer Zerreißprobe. Die Russen rücken auf ihrem Vormarsch immer näher heran, während das Kriegsglück sich gegen die Deutschen gewendet hat, die sich europaweit auf dem Rückzug befinden. In dieser Situation beginnt der ungarische Reichsverweser Miklós Horthy mit den Russen hinter dem Rücken der Deutschen über einen Waffenstillstand bzw. einen geordneten Übergang zu verhandeln. Innerhalb der politischen und militärischen Eliten des Landes manifestieren sich jedoch sehr widerstreitende Gemengelagen. Es existieren sowohl Parteigänger für die Bündnistreue zu Deutschland als auch für eine Einigung mit den Russen.
Meinung zum Film:
„Ein Sonntag im Oktober“ ist eine deutsch-ungarische TV-Koproduktion aus dem Jahr 1979, die im Auftrag des ZDF entstanden ist. Der Film wurde an Originalschauplätzen in Budapest gedreht und erscheint innerhalb der Reihe „Pidax Historien-Klassiker“. Regie führte der Ungar András Kovács („Auf den Dächern von Budapest“). Für das Drehbuch waren Georg Althammer, der Produzent der TV-Krimi-Reihe „Ein Fall für Zwei“, und Andrè Libik („Die Ahnen“) verantwortlich. In den Hauptrollen agieren u.a. Ferenc Bács („Der Fall Sylvester Matuska“), Klaus Maria Brandauer („Oberst Redl“), Martin Lüttge, bekannt als „Tatort“-Kommissar Bernd Flemming, und Laslo Pataki („Der Ausbruch“).
„Ein Sonntag im Oktober“ stellt ein Geschichtsdrama dar und versteht sich als historisch akkurate szenische Darstellung der historischen Ereignisse, die sich im Oktober 1944 in Ungarn zugetragen haben. Zu dieser Zeit wird die Hauptstadt Budapest zur Brutstätte politischer Intrigen, ideologischer Kontroversen und einer Tagespolitik, die irgendwo zwischen Neuanfang und Endzeitstimmung verortet werden kann. Der Film konzentriert sich dabei inhaltlich auf die Rolle der Ungarn in diesem politischen Pokerspiel und auf die Manipulationsversuche der Deutschen. Die Absichten der russischen Seite oder auch die Position der westlichen Alliierten erfährt der Zuschauer nur indirekt aus Gesprächen zwischen politischen oder militärischen Würdenträgern. Ausgangspunkt des Film ist die zunehmende militärische Ohnmacht des Deutschen Reichs und das Heranrücken der Roten Armee. Für den Reichsverweser Horthy gilt es jetzt, für sein Land die bestmögliche Lösung zu finden, gleichzeitig ist er jedoch auch an seinem eigenen Machterhalt interessiert. Im Inneren droht ihm Ärger von den Kommunisten, vor allem aber von den Pfeilkreuzlern, der nationalsozialistischen Partei Ungarns.
Horthy muss zudem die Geheimhaltung seiner Verhandlungen absichern und strebt Garantien von den unberechenbaren Russen an. Es gilt aber auch eventuellen Vergeltungsschlägen der Deutschen vorzubeugen und die Infrastruktur des Landes auch bei einem Seitenwechsel zu erhalten. In dieser politischen Situation agitiert der vor Ort ansässige führende SD-Geheimdienstler, Dr. Hoffmann (Klaus Maria Brandauer), gegen Horthy und plant, ihn gegen eine den Deutschen genehme Marionette auszutauschen. Währenddessen geht SS-Standartenführer Otto Skorzeny (Martin Lüttge) jedoch mit „Operation Panzerfaust“ noch einige Schritte weiter und plant bereits die gewaltsame Machtübernahme. Auch Mittel wie die Entführung von Horthys als Druckmittel sind ihm dabei nur recht und billig. Perspektivischer Dreh- und Angelpunkt des Films für den Zuschauer ist dabei der Adjutant des Reichsverwesers, Géza (Ferenc Bács), der als dessen Vertrauter und als Kontaktmann Hoffmanns schließlich zwischen alle Fronten gerät. Das vorliegende Werk ist dabei stets um einen guten Ausgleich zwischen Authentizität bzw. Anspruch und dramaturgisch hochwertiger Unterhaltung bemüht. Zur Veranschaulichung der politischen Rahmenbedingungen nutzt der Film auch authentische zu Propagandazwecken erstellte Wochenschauberichte. Neben den sehr fokussierten Dialogen und der pointierten Dramaturgie überzeugen vor allem die durch die Bank stark aufspielenden Charakterdarsteller. Lediglich die wenigen Actionszenen wirken in ihrer Umsetzung wie biederste TV-Kost und wären in dieser Form wohl verzichtbar gewesen.
Digitale Aufarbeitung:
Das Schwarz-Weiß-Bild des vorliegenden über 30 Jahre alten Fernsehfilms im Vollbildformat liefert in den Kategorien Bildschärfe - bis auf leichte Kantenunschärfen -, Kontrast, Schwarzwert und Kompression zufriedenstellende Ergebnisse. Trotz leichter Alterungserscheinungen, wie Laufstreifen, macht die Vorlage insgesamt einen ziemlich sauberen Eindruck. Das Bild rauscht deutlich, was aber nicht wirklich störend ins Gewicht fällt. Die deutsche Tonspur unterliegt leichten Schwankungen weist aber insgesamt eine gute Verständlichkeit auf.
Auf der DVD befindet sich keinerlei Bonusmaterial. Die Veröffentlichung besitzt ein Wendecover.
Fazit:
„Ein Sonntag im Oktober“ beschäftigt sich mit den politischen Umwälzungen in Ungarn Ende 1944, die schließlich am 16. Oktober, einem Sonntag, in einen Regierungswechsel zugunsten der ungarischen Faschisten mündeten. Das historische Drama überzeugt dabei mit seiner authentisch wirkenden, faktengestützten Herangehensweise, pointierten Dialogen, starken Darstellern und wohlüberlegten Dramaturgie. Die vorliegende Veröffentlichung präsentiert den Film in technisch zufriedenstellender Qualität, bietet allerdings keinerlei Bonusmaterial.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,33:1
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88:18 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Keine |
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Bonusmaterial:
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Ein Sonntag im Oktober
Októberi vasárnap
Überzeugendes Geschichtsdrama mit starken Darstellern, effektiver Dramaturgie und hoher Authentizität
Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Deutschland / Ungarn, 1979 Regie: András Kovács Drehbuch: Georg Althammer, Andrè Libik Darsteller: Ferenc Bács, Klaus Maria Brandauer, Martin Lüttge, Laslo Pataki, László Perédi, Tibor Tánczos, Marianna Moór, Lajos Öze
Label :
Pidax film
Verkaufsstart : 01.07.2011
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