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The DescendantsLucky TroubleDas Todesspiel

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DVD-Besprechung - Classic Western Collection Box No. 4

Story:
Vier Vögel am Galgen
Die jugendlichen Freunde Les Richter (Ron Howard), Will Young (Gary Grimes) und Tod (Charles Martin Smith) treffen auf den halb verbluteten Schurken Harry Spikes (Lee Marvin). Sie nehmen ihn mit und pflegen ihn gesund. Da die Drei schon lange davon träumen, in der Prärie aufregende Abenteuer zu erleben, schließen sie sich Spikes an. Als bei einem Überfall auf eine Bank versehentlich ein Mann erschossen wird, finden sich die Freunde auf einmal auf der falschen Seite des Gesetzes wieder und werden zu Gejagten.

Barquero
Remy (Warren Oates) ist ein ausgesprochen brutaler und skrupelloser Outlaw, der mit seiner Bande in einem Dorf eine Bank überfällt und dabei keine Gefangenen macht. Der Plan sieht vor, sich in Mexiko mit der Beute in Sicherheit zu bringen. Um dort hinzugelangen, müssen die Banditen nur noch einen Fluss überqueren. Doch der zuständige Fährmann Travis (Lee Van Cleef) weigert sich, die Schurken rüberzubringen.

Tote brauchen keine Dollars
Vorarbeiter Pike (Jim Brown) erhält von seinem sterbenden Chef eine Tasche mit 86.000 Dollar. Pike verspricht, dieses Geld an die Witwe zu übergeben. Unterwegs bekommen aber immer mehr Leute mit, dass es bei Pike was zu holen gibt und so tut er sich mit dem Spieler Tyree (Fred Williamson) zusammen, um sein Geld gegen die Banditen zu verteidigen.

Meinung zum Film:
Mit der „Classic Western Collection Box No. 4” setzt Anbieter Koch Media die Reihe mit Sammelboxen bereits veröffentlichter Western-Klassiker fort. Bei dem ersten Film der Box handelt es sich um „Vier Vögel am Galgen“ von Richard Fleischer („Conan, der Zerstörer“) aus dem Jahre 1974. Die Rolle des Banditen Harry Spikes wurde mit Lee Marvin („The Big Red One“) besetzt, einer der drei Freunde ist niemand geringerer als der heutige Erfolgsregisseur Ron Howard („Der Da Vinci Code“). Die Stärke des Films ist die Zwiespältigkeit des Harry Spikes, der sowohl für die drei Freunde, als auch für den Zuschauer facettenreich erscheint. Zunächst erfüllt er den Part des väterlichen Freundes, der den Jugendlichen auf ihrer Flucht vor dem Gesetz mit etwas Bargeld und guten Tipps hilft. Auch sein Besuch im Bordell mit dem ausdrücklichen Verbot an die Kids, ihn zu begleiten, sprechen für eine gewisses Maß an Moral bei dem alternden Banditen. Dass er Les, Will und Tod letztendlich jedoch zu Banditen ausbildet und sie immer tiefer in die Gesetzlosigkeit hineinzieht, spricht hingegen  nicht gerade für ihn. Dank dieser moralischen Zwickmühle ist ein interessanter Western gelungen, der die abgetretenen Story-Pfade verlässt und mehr als den üblichen inhaltlichen Einheitsbrei aufbietet. Die Mischung aus eher heiteren Szenen und ernsthafter Rahmenhandlung ist ebenfalls gut gelungen. Alles in allem ist „Vier Vögel am Galgen“ überraschend gut geraten.  

Beim zweiten Film der Box handelt es sich um Gordon Douglas‘ („Stagecoach“) „Barquero“ aus dem Jahre 1970. Bei diesem handelt es sich um einen US-Western, der aber einige Zutaten bei den italienischen Kollegen entlieh und somit einen soliden Mix aus dem klassischen Western und der seinerzeit moderneren Spielart des Italowesterns bot. Die Hauptrollen wurde prominent mit Lee van Cleef („Für ein paar Dollar mehr“) und Warren Oates („The Wild Bunch“) besetzt. Lee van Cleef kann ohne Abstriche überzeugen, wird aber noch von der hervorragenden Performance Warren Oates‘ übertroffen. Dieser darf von Beginn an das personifizierte Böse spielen. Dabei schreckt er nicht davor zurück, Frauen (ohne jeden Grund) zu erschießen und ist auch gegenüber seinen Bandenmitgliedern, die ihn fürchten, skrupellos, jähzornig und unberechenbar. Oates spielt seinen Part sichtbar mit viel Freude und das Einschalten lohnt sich allein schon seinetwegen. Die Spannung des Films ergibt sich dann daraus, dass er und seine Bande auf ihrer Flucht einen Fluss überqueren müssen. Die einzige Fähre befindet sich jedoch auf der anderen Uferseite und Fährmann Travis denkt gar nicht daran die Banditen überzusetzen. Diese Ausgangssituation bietet viele Möglichkeiten für spannungsgeladene 100 Minuten Film, die ohne große Durchhänger vergehen. „Barquero“ ein kleiner Geheimtipp, der sich voll und ganz auf seine Story konzentriert und kaum Zeit mit uninteressanten Nebenhandlungen verschwendet. Selbst Italowestern-Fans dürften mit diesem US-Beitrag auf ihre Kosten kommen und sollten einen Blick riskieren.

Abgeschlossen wird die Box mit „Tote brauchen keine Dollars“ von Antonio Margheriti („Satan der Rache“) aus dem Jahre 1975. Dieser bietet nicht nur eine Mischung aus US-Western, Italowestern und Blaxploitation-Film auf, sondern hat zudem auch noch einen illustren Cast vorzuweisen. In den Hauptrollen sind Fred Williamson („Ein Haufen verwegener Hunde“) als Spieler Tyree und Jim Brown („Das dreckige Dutzend“) als Pike zu sehen. Komplettiert wird das Trio durch den bereits gealterten Lee van Cleef („Der Gehetzte der Sierra Madre“). Schon der Genremix aus Blaxploitation und Western bedarf ein wenig Eingewöhnungszeit, wird aber zusätzlich noch durch eine dritte Komponente erweitert. Ab und zu wird gekalauert was das Zeug hält, was aber leider nicht immer so recht funktionieren und zusammenpassen will. Die Kulissen an den Drehorten auf Gran Canaria lassen auch nur bedingt echte Westernstimmung aufkommen und es macht sich eher ein „Kiesgruben-Western“-Feeling breit. Und das obwohl der Film ansonsten zweifelsfrei gut ausgestattet wurde. Ein weiteres Problem ist die Länge des Films, die mit knapp 100 Minuten zu umfangreich ausgefallen ist. Dies dachte sich wohl auch der damalige deutsche Verleih, der den Film kurzerhand um einige Dialogszenen erleichterte. Diese Szenen wurden bei der vorliegenden DVD-Version wieder eingefügt, nehmen aber überwiegend nur das Tempo aus dem Western. Interessant ist „Tote brauchen keine Dollars“ von daher höchstens durch den guten Cast und die interessante Idee, mehrere Genres in einem Film vereinen zu wollen. Die Umsetzung ist dann leider nur Stangenware geworden.

Digitale Aufarbeitung:
Wie gewohnt bei den Western-Collections entsprechen Bild & Ton 1:1 den bereits erhältlichen Einzelveröffentlichungen. Dies bedeutet, dass die drei Western eine gute Bildqualität, ohne Störungen und Verschmutzungen, unter teils leichter Grobkörnigkeit bieten. Lediglich während des Titelvorspanns zu „Barquero“ ist ein Effekt zu erkennen, der wie eine Film-Projektion auf eine Raufasertapete aussieht, der mit der ersten Szene aber gleich wieder verschwindet. Der deutsche Ton liegt jeweils im Format Dolby Digital 2.0 vor und ist bei allen Filmen gut und störungsfrei zu verstehen.  

Zu allen drei Filmen liegen jeweils der Trailer und eine Bildergalerie als Extra vor. Auf der "Vier Vögel am Galgen"-DVD werden zusätzlich noch zwei weitere Beiträge geboten. In „The Hammer in the West“ darf sich Hauptdarsteller Fred Williamson rund 20 Minuten an die Dreharbeiten und an andere Filme erinnern. In „My Father’s Hard Ride“ kommt Edoardo Margheriti, der Sohn des Regisseurs, zu Wort.

Fazit:
Die „Classic Western Collection Box No. 4” hat mit “Vier Vögel am Galgen” und “Barquero” zwei äußerst unterhaltsame Western im Programm. Der dritte Film im Bunde, „Tote brauchen keine Dollars“, kann an diese Klasse aber leider nicht anknüpfen. Dennoch lohnt sich die Anschaffung der Box alleine wegen der beiden erstgenannten Western, zumindest solange nicht bereits die entsprechenden Einzelveröffentlichungen erworben wurden.


Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
1,85:1
1,85:1
Vier Vögel am Galgen:
93:27 Minuten

Barquero :
104:48 Minuten

Tote brauchen keine Dollars :
98:37 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Englisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Italienisch
Bonusmaterial:
  • Trailer
  • Bidlergalerie
  • The Hammer in the West
  • My Father's Hard Ride
Classic Western Collection Box No. 4 - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Vier Vögel am Galgen / Barquero / Tote brauchen keine Dollars
The Spikes Gang / Barquero / Take a Hard Ride

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
2x gute Western-Unterhaltung, plus ein unausgegorener Genre-Mix


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA / Italien, 1974 / 1970 / 1975
Regie:
Richhard Fleischer, Gordon Douglas, Antonio Margheriti
Drehbuch:
Irving Ravetch, William Marks, George Schenck, Eric Bercovici, Jerrold L. Ludwig
Darsteller:
Lee Marvin, Lee Van Cleef, Warren Oates, Jim Brown, Fred Williamson, Ron Howard, Gary Grimes, Charles Martin Smith, Arthur Hunnicutt, Forrest Tucker, Kerwin Mathews, Mariette Hartley, Catherine Spaak, Jim Kelly

Label Deutschland :
Koch Media Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
24.06.2011