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Blu-ray-Besprechung - El Alamein 1942 - Die Hölle des Wüstenkrieges
Story:
Der junge Serra (Paolo Briguglia), ein Student der Geisteswissenschaften, lässt sich als einfacher Soldat freiwillig zur italienischen Pavia-Division nach Nordafrika versetzen. Er glaubt damit einen wichtigen Beitrag für einen historischen, italienischen Sieg zu leisten und sieht sich bereits auf einer Siegesparade der Truppen in Alexandria. Vor Ort wird er jedoch von seinen Vorgesetzten Sergeant Rizzo (Pierfrancesco Favino) und Lieutenant Fiore (Emilio Solfrizzi) schnell auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Die Italiener befinden sich in einem aussichtslosen Stellungskrieg gegen eine englische Übermacht und es mangelt ihnen an Artillerie, Munition, Wasser und Lebensmitteln. Die Moral ist aufgrund des ständigen Trommelfeuers der Engländer ebenfalls am Boden. Außerdem verdichten sich die Zeichen für eine in Kürze anstehende, vernichtende Großoffensive des Feindes.
Meinung zum Film:
„El Alamein 1942 – Die Hölle des Wüstenkrieges“ ist ein italienischer Kriegsfilm aus dem Jahr 2002, der nun, neun Jahre nach seiner Entstehung, endlich seine Deutschlandpremiere auf Blu-ray und DVD feiert. Regisseur und Drehbuchautor Enzo Monteleone („The True Life of Antonio H.“) ist in unseren Breitengraden weitgehend unbekannt. Sein vorliegender Film erhielt aber zumindest in Italien einige Nominierungen und errang dort auch einige Auszeichnungen. Die Hauptrollen des Films bekleiden die einheimischen Darsteller Paolo Briguglia („100 Schritte“), Pierfrancesco Favino („Illuminati“) und Emilio Solfrizzi („Kusswechsel – Kein Vorspiel ohne Nachspiel“). Gedreht wurde der offensichtlich nicht besonders groß budgetierte Film vornehmlich in Marokko.
Bei „El Alamein 1942 – Die Hölle des Wüstenkrieges“ sollte der Zuschauer kein aufwendiges pyrotechnisches Kriegsspektakel erwarten, sondern eher ein personenzentriertes Kriegsdrama mit Antikriegscharakter. Das Werk greift sich einige einfache italienische Soldaten heraus und schildert anhand deren Schicksals den Kriegsalltag der Truppen in Nordafrika bzw. deren Überlebenskampf. Pathos, Glorifizierung und Abenteuerfilmstimmung sucht der Betrachter dabei glücklicherweise vergeblich. Auch wenn Monteleone den Film im Making Of selbst als unpolitisch bezeichnet, ist die Kritik an Mussolinis außenpolitischen Kriegsabenteuern offensichtlich und vor allem die ausbleibende Unterstützung der einheimischen Truppen, die völlig ihrem Schicksal überlassen werden, wird massiv kritisiert. Während die Truppen nicht nur gegen die Engländer, sondern auch gegen die unbarmherzige Wüste, Krankheiten und die katastrophale Versorgungslage ankämpfen, träumen die Herren Offiziere weiter von großen Siegen und vermitteln sonst nur platte Durchhalteparolen.
Actionsequenzen sind im Film eher die Ausnahme. Deshalb bekommt der Zuschauer von der im Film(titel) thematisierten zweiten Schlacht von El Alamein, die vom 23. Oktober bis 4. November 1942 stattfand, auch immer nur Ausschnitte von den entsprechenden Frontabschnitten der Italiener zu sehen, die dabei im Normalfall schlichtweg überrannt werden. Die 10. Italienische Armee, zu der auch die hier fokussierte Pavia-Division gehörte, wurde während ihres dadurch notwendigen Rückzuges komplett vernichtet, was für die Italiener ein nationales Trauma darstellte, zumal damit der Afrika-Feldzug endgültig gescheitert war. Der Film konzentriert sich dabei sehr auf die Wünsche, Hoffnungen und Träume seiner Hauptfiguren, einfacher Soldaten, die längst die Sinnlosigkeit des Krieges erkannt haben und nur noch schnellstmöglich in die Heimat zurückkehren wollen. Aufgrund des Verrats ihrer Vorgesetzten und der politischen Führer wird im Film eine besonders tiefgreifende Form der Kameradschaft beschworen. Dadurch wird in einigen dramaturgisch hervorgehobenen Szenen immer wieder die Tatsache betont, dass auch in größter Not trotzdem immer noch universelle Moralvorstellungen und Menschlichkeit das höchste Gut darstellen.
Digitale Aufarbeitung:
Die Bildqualität der vorliegenden Blu-ray im 1080p-Format, erneut mit untypischen 25fps statt 24fps, unterliegt einigen Schwankungen. Gerade die eher hellen Wüstensequenzen zu Beginn des Films hinterlassen einen gestochen scharfen Eindruck, inklusive sehr feiner Strukturen und machen dem hochauflösenden Medium somit alle Ehre. Die Farbgebung wirkt zudem sehr kräftig, auch wenn eher erdige oder gräuliche Töne dominieren, und auch die Kontrastwerte werden stets gut ausbalanciert. Das leichte Bildrauschen fällt dabei nicht besonders ins Gewicht. Dunklere Außensequenzen oder allgemein Innenaufnahmen können jedoch bezüglich der Schärfe hier nicht mithalten und sind eher durchschnittlich ausgefallen. Gerade gegen Ende des Films wirkt das Bild bezüglich der Farbgebung und der Bildschärfe zudem etwas konturlos, da erstere scheinbar weiter entsättigt wurde und die Kontrastwerte aufgrund des höheren Stands der Sonne in diesen Sequenzen deutlich steiler verlaufen. Sowohl die deutsche Tonspur als auch der italienische Originalton liegen im
DTS-HD-Master-Audio-5.1-Format vor. Das schlägt sich in einer guten Verständlichkeit und ausgewogenen Abmischung nieder sowie in den eher seltenen Actionsequenzen auch in einer ordentlichen räumlichen Komponente.
Auf der Blu-ray befindet sich lediglich das deutsch untertitelte Making Of (10:04) zum Film. Die Bildqualität dieses Features ist äußerst schwach ausgefallen. Auch inhaltlich findet sich, abgesehen von stichpunktartigen Äußerungen der Hauptdarsteller und des Regisseurs, wenig Ergiebiges. Die Veröffentlichung besitzt ein Wendecover.
Fazit:
„El Alamein 1942 – Die Hölle des Wüstenkrieges“ ist ein überraschend gut gelungenes, unpatriotisches (Anti-)Kriegsdrama aus italienischer Produktion mit starken Darstellern, gut ausgearbeiteten Charakteren und genügend kritischer Distanz, um das dargestellte Kriegsgeschehen authentisch und glaubwürdig erscheinen zu lassen. Die hervorgehobene Kameradschaft unter den einfachen Soldaten ist dabei keineswegs eine platte Beschwörung militärischer Tugenden, sondern vielmehr Ausdruck universell geltender Moralvorstellungen und die Betonung der Menschlichkeit auch mitten im grausamsten Kriegsgeschehen. Die Qualität der vorliegenden BD unterliegt leichten Schwankungen, ist aber insgesamt noch gut ausgefallen, lediglich das Bonusmaterial enttäuscht.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,35:1
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113:35 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch DTS-HD Master Audio 5.1 | Italienisch DTS-HD Master Audio 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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El Alamein 1942 - Die Hölle des Wüstenkrieges
El Alamein
Überzeugendes italienisches (Anti-)Kriegsdrama mit starken Darstellern und glaubwürdigen Charakteren
Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Italien, 2002 Regie: Enzo Monteleone Drehbuch: Enzo Monteleone Darsteller: Paolo Briguglia, Pierfrancesco Favino, Luciano Scarpa, Emilio Solfrizzi, Thomas Trabacchi, Sergio Albelli, Piero Maggiò, Antonio Petrocelli
Label :
Ascot Elite
Verkaufsstart : 26.06.2011
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