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DVD-Besprechung - Tucker & Dale vs. Evil

Story:
Tucker (Alan Tudyk) und Dale (Tylor Labine) sind die besten Freunde. Nach jahrelangem Sparen haben sie sich endlich ein kleines Haus am See gekauft, wo sie an den Wochenenden in aller Ruhe angeln können. Als sie sich ein paar Tage frei nehmen um nötige Reparaturen zu erledigen, treffen sie auf eine Gruppe von Jugendlichen, die dort campen wollen. Durch einige Missgeschicke, entsteht bei den Schülern jedoch der Eindruck, bei Tucker und Dale handele es sich um gefährliche Hillbillys, die ihnen an die Kehle wollen. Daraufhin blasen sie zum Kampf gegen die ahnungslosen Hinterweltler, mit der Konsequenz, dass dabei der eine oder andere auf der Stecke bleiben könnte.

Meinung zum Film:
Zahlreiche Horrorfilme beschäftigten sich bereits mit der Hillbilly-Schüler Thematik, wie es in „Tucker & Dale vs. Evil“ der Fall ist. Doch Drehbuchautor und Regisseur Eli Graig und seinem Co-Autor Morgan Jurgenson gelingt durch eine kleine, aber innovative Verkehrung der Verhältnisse eine bombastische Persiflage auf bekannte Horrorklassiker wie „Freitag der 13.“ (Sean S. Cummingham), „Texas Chainsaw Massacre“ (Tobe Hooper) und „Wrong Turn“ (Rob Schmidt). Diesmal sind nicht die Hillbillys die Bösen, die die armen unschuldigen Schüler foltern und massakrieren, sondern es sind die Schüler, die den Hillbillys an den Kragen wollen. Diese Verkehrung bekannter Umstände kombiniert Eli Graig mit einer großen Portion Humor, so dass die Lachmuskeln auch auf ihre Kosten kommen. Außerdem klingt zwischen den Zeilen auch noch eine kleine, aber deutlich wahrnehmbare Sozialkritik heraus, die sich durch die Vorurteile der jugendlichen Städter gegenüber den harmlosen Dörflern ausdrückt.

Egal wie gut die Story und die darin enthaltenen Ideen sind, ohne eine gute Schauspielercrew, die Schrecken wie Humor gut und glaubwürdig transportiert, gelangt der Film nicht an das angepeilte Ziel, den Zuschauer zu amüsieren. In „Tucker & Dale vs. Evil“ stimmt nicht nur die Chemie zwischen den beiden Hauptdarstellern Alan Tudyk („Transformers 3“) und Tyler Labine („Flyboys - Helden der Lüfte“), auch den Nebendarstellern ist die Motivation anzumerken. Tudyk und Labine spielen sich die Bälle so gekonnt zu, dass der Zuschauer sofort bemerkt, dass die beiden nicht nur beim Dreh Spaß miteinander hatten. Einiger Fehlgriff ist vermutlich Jesse Moss („Der Fluch der 2 Schwestern“), der in der Rolle als Anführer der Jugendlichen, etwas unbeholfen und hölzern daher kommt. Die Authentizität seiner Rolle als Chad leidet leider darunter, so dass der Zuschauer ihn als eigentlichen Bösewicht nicht unbedingt ernst nehmen kann.

Ein guter Horrorfilm sollte drei Dinge vereinen können: einen hohen, kreativen Bodycount, gute Special Effects und einen ausgewogenen Spannungsbogen, der den Zuschauer in Atem hält. Regiedebütant Eli Graig gelingt es jedoch mit Leichtigkeit diesen schmalen Grat zu beherrschen, und dabei auch noch den Lachfaktor hoch zu halten, was wirklich selten ist. Vielleicht liegt dies in der Tatsache begründet, dass sich die gesamte Crew beim Dreh selbst nicht so ernst genommen hat, eventuell hat es auch etwas damit zu tun, dass Drehbuchautor Morgan Jurgenson, der mit diesem Film ebenso sein Debüt gab, ein großer Horrorfilmfan ist, und daher genau wusste, worauf es beim Schreiben der Dialoge ankam. Jedenfalls entstand hier eine erstklassige Horrorkomödie, die alle Regeln des Genres erfüllt und trotzdem innovativ sowie kreativ genug ist, um sich nicht hinter anderen Filmklassikern verstecken zu müssen.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist durchgängig klar und deutlich erkennbar. Die Farbqualität hinterlässt einen guten Eindruck und hält dieses Niveau konstant. Auch die Kontraste halten eine gute Balance. Der Ton klingt deutlich und gleichmäßig aus allen Boxen. Auch der Mix zwischen Musik, Hintergrundgeräuschen und Dialogen ist gut gelungen.

Die DVD enthält ein Making Of, bei dem Regisseur Eli Graig und sein Drehbuch-Co-Autor Morgan Jurgenson über die Entstehung der Idee, sowie die Umsetzung im Film plaudern. Auch die beiden Hauptdarsteller Alan Tudyk und Tylor Labine kommen zu Wort und lassen sich ausführlich über ihre Beziehung zueinander und den Filmdreh aus. Zudem enthält die DVD neben dem deutschen Kinotrailer auch den Originaltrailer.

Fazit:
„Tucker & Dale vs. Evil“ ist eine höchst amüsante und kreative Horrorkomödie, die die Regeln des Genres auf eine andere, jedoch keineswegs uninteressante Art und Weise interpretiert. Durch einen kleinen Trick gelingt es Regisseur Eli Graig und seiner gesamten Crew dem Horrorgenre neues Leben einzuhauchen. Ein wahrer Filmspaß, der nie langweilig zu werden scheint.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
2,35:1
2,35:1
85:00 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Making Of
  • Deutscher Trailer
  • Originaltrailer
Tucker & Dale vs. Evil - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Tucker & Dale vs. Evil
Tucker & Dale vs. Evil

Dieser Film wurde mit dem Splash-Hit ausgezeichnet


Bild unseres Mitarbeiters Yatiker Yildiz
Selten so gelacht!


Autor der Besprechung:
Yatiker Yildiz

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Kanada, 2010
Regie:
Eli Graig
Drehbuch:
Eli Graig, Morgan Jurgenson
Darsteller:
Jesse Moss, Tyler Labine, Alan Tudyk, Katrina Bowden, Philip Granger, Brandon Jay McLaren, Christie Laing, Chelan Simmons, Travis Nelson, Alex Arsenault, Adam Beauchesne, Joseph Allan Sutherland, Karen Reigh, Tye Evans, Bill Baksa, Shaun Tisdale, Sasha Craig, Lara Milliken

Label Deutschland :
Universum Film
Verkaufsstart Deutschland :
22.07.2011