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Kino-Besprechung - Herzensbrecher
Story:
Marys (Monia Choukri) bester Freund ist der schwule Francis (Xavier Dolan). Beide verbindet vor allem die Bewunderung für die Mode und den Stil der Fünfzigerjahre. Als sie auf einer Party den schönen Nick kennenlernen, verlieben sich prompt beide in den freundlichen jungen Mann. Zu schüchtern, es ihm direkt zu sagen, zeigen sie es durch Gesten und Geschenke. Fortan sind sie meist zu Dritt unterwegs. Als sie gemeinsam einen Wochenendausflug aufs Land unternehmen, spitzt sich die Rivalität zwischen Mary und Francis zu.
Meinung zum Film:
„Herzensbrecher“ ist schon der zweite Spielfilm des jungen kanadischen Filmemachers Xavier Dolan („I Killed My Mother“). Neben der Regie war er nicht nur Autor des Drehbuchs, sondern auch für den Schnitt, die Ausstattung und die Kostüme zuständig. Und er spielt daneben auch noch eine der Hauptrollen. Das Ergebnis ist ein erstaunlich reifer Film für jemanden, der bei der Fertigstellung gerade erst 21 war. Unter anderem auch bei der Musikauswahl bewies er ein glückliches Händchen, denn die Stücke tragen viel zur Stimmung des Films bei.
Neben Dolan als Francis sehen wir Monia Choukri („L’âge des tènébres“) als Mary und Niels Schneider („Tout est parfait“) als Nick. Beide haben frische unverbrauchte Gesichter, aber auch das Talent, um in ihren Rollen zu überzeugen. Choukri versteht, genau wie Dolan, ihrem Charakter sowohl eine gewisse Arroganz, aber auch eine deutlich spürbare Verwundbarkeit mitzugeben. Letztere spürt man vor allem bei ihren Versuchen, um Nicks Aufmerksamkeit zu wetteifern. Gleichzeitig sind die Momente aber oft auch die humorvollsten im Film, wenn sie auf pathetische Weise dabei versuchen, nonchalant zu wirken. Nicks Rolle in solchen Szenen ist dann eher die des „Straight Man“, an dem sich die Komik seiner Umgebung entfaltet.
Dolan setzt sehr effektiv eine Reihe von filmischen Tricks ein, um die jeweilige Stimmung einer Szene zu unterstreichen. Wenn zum Beispiel Mary oder Francis verlangend auf Nick schauen, wird oft eine Zeitlupe verwendet. Außerdem hat er als Rahmen eine Anzahl von Interviews eingesetzt, in denen die Befragten sich über ihre Beziehungen auslassen. Damit liefert Dolan auch gleich eine Hommage an eines seiner Vorbilder, Woody Allen („Ehemänner und Ehefrauen“).
Fazit:
„Herzensbrecher“ ist die oft komische und manchmal auch traurige Geschichte einer Dreiecksbeziehung. Xavier Dolan liefert hier einen für seine Jugend erstaunlich reifen Film ab. Mit den Interviews, die die Handlung umrahmen, liefert er gleichzeitig noch eine Hommage an Woody Allen ab.
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Herzensbrecher
Les Amours Imaginaires
Ein Beziehungsdreieck in ungewohnter Konstellation
Autor der Besprechung:
Martin Asbach
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Kanada, 2010 Regie: Xavier Dolan Drehbuch: Xavier Dolan Darsteller: Xavier Dolan, Monia Choukri, Niels Schneider, Anne Dorval, Anne-Elisabeth Bossé, Olivier Morin, Anthony Huneault, Sophie Desmarais
Verleiher:
Kool Filmdistribution
Kinostart : 07.07.2011
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