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DVD-Besprechung - Vampiro - Wächter der Nacht

Story:
Casanova Vladimir (Damien Chapa) könnte mit seiner Adoptivtochter Alma (Veronica Rodriguez) ein ganz normales Leben in Kalifornien führen, wäre da nicht die unumgängliche Tatsache, dass er sein unendliches Leben als Vampir fristet. Da seine Mutter ein Mensch war, hat er die Fähigkeit, sich auch bei Tageslicht frei zu bewegen. Voller Wut über seine Herkunft, hat Casanova allen Vampiren dieser Erde den Kampf angesagt und vernichtet sie, wo immer er sie findet. Als er auf seinen Jagdausflügen die begehrenswerte Blanca (Vida Harlow) kennenlernt und sich in sie verliebt, wächst in ihm die Hoffnung, doch noch ein richtiges Leben ohne Hass und Blutvergießen leben zu können. Doch da hat er die Rechnung ohne seine Feinde, die Vampire gemacht, die nun die Gunst der Stunde nutzen, um den Vampirjäger ein für alle mal auszuschalten.

Meinung zum Film:
Der Titel „Vampiro - Wächter der Nacht“ verspricht zunächst viel mehr, als sich dann wirklich dahinter verbirgt. Obwohl es mittlerweile bekannt ist, das Damien Chapa („Blood in Blood Out“), der in dem Film auch die Hauptrolle übernahm, mit seinen Produktionen gegen das gängige Hollywoodestablishment protestieren möchte, ohne die nötigen Fördermaßnahmen zu erhalten, kann der Zuschauer nicht wirklich glauben, dass Billigproduktionen wie „Vampiro“ ernsthaft Konkurrenz für die Filmprojekte aus Hollywood darstellen sollen. Die Handlung ist denkbar einfach: ein Vampir/Mensch-Halbling versucht mit allen Mitteln den Vampiren der Welt den Garaus zu machen, was ihm jedoch nur teilweise gelingt. An seiner Seite führt er ein Mädchen, das er durch einen Biss vor dem sicheren Pesttod gerettet hat. Somit ist „Vampiro“ zunächst einmal eine Mischung aus „Blade“ (Stephen Norrington) und „Interview mit einem Vampir“(Neil Jordan), was sicherlich interessant wäre, wenn die Qualität in den Bereichen Dialoge, Drehbuch, Schauspieler, Special-Effects, Maske und Kamera nicht so offenkundig fehlen würde.

Damien Chapa, der die Hauptrolle des Vampirjägers Casanova übernahm, erregte zuletzt kritische Aufmerksamkeit mit der unautorisierten Biographie „Polanski Unauthorized“. Doch in dem eher als C-Movie zu bezeichnenden „Vampiro“ zeigt er der Öffentlichkeit vielmehr, wie schlecht es um seine schauspielerischen Talente bestellt ist. Mit einer eingefrorenen Mimik und einem anscheinend schlecht sitzenden Vampirgebiss, versucht er die Zuschauer das Fürchten zu lehren, erntet aber stattdessen nur Gelächter. Die Dialoge wirken dabei so hölzern, dass der Zuschauer doch noch seine Gänsehaut bekommt, allerdings wohl anders, als von Chapa beabsichtigt. Doch während bei Chapa noch ansatzweise die Erfahrungen vergangener Filmengagements erkennbar sind, scheint seine Kollegin Vida Harlow („Ladron“) geradewegs von einer Amateurbühne gecastet worden zu sein. Sie wirkt in ihrer Rolle vollkommen fehlbesetzt und unglaubwürdig. Gleiches kann über die Jungdarstellerin Veronica Rodriguez („The Lockhavens“) gesagt werden, an deren emotionslose Mimik und blechern vorgetragenen Dialogen kein gutes Haar gelassen werden kann.

Doch ein Horrorfilm besteht bekanntlich nicht nur aus Schauspielern, sondern lebt vor allem von einem hohen Goreanteil, gut gemachten Special-Effects und einer überzeugenden Maske. All dies sucht der Zuschauer bei „Vampiro“ jedoch vergeblich. Getötete Vampire stehen nach kurzer Zeit wieder auf, während dem Blut anzusehen ist, dass es sich um ein synthetisches Erzeugnis handelt, das auch noch überaus selten zum Einsatz kommt. Die Special-Effects sind geradezu lachhaft, besonders, wenn Casanova wieder aus dem Nichts auftaucht, um seine Feinde zu überraschen und dabei noch die Drahtseile zu sehen sind, mit denen der Schauspieler sich abseilen ließ. Die Maske besteht aus weißer Gesichtsfarbe, die das Gesicht jedoch nicht unbedingt komplett abdeckt und schlecht sitzenden Vampirzähnen, die bei jedem Dialog aus dem Mund zu fallen drohen, was die Schauspieler entschieden beim Reden stört. Wunden bekommt der Zuschauer selten bis nie zu sehen und wenn es wirklich dazu kommt, erkennt er sofort, dass diese nur aufgeklebt wurden. All dies geht auf das Konto des unerfahrenen Regisseurs Jorge Ramirez Rivera („Mexican Standoff“), dem es hier nicht gelingt, einen auch nur annäherungsweise guten Horrorfilm zu machen.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild wirkt manchmal leicht körnig, was aber nur teilweise der Qualität schadet. Die Farbqualität ist jedoch ansprechend und hält den gesamten Film über eine gute Balance. Jedoch ist der Kontrast meistens zu tief, so dass es bei Nachtaufnahmen zu Erkennungsschwierigkeiten kommt. Der Ton schwankt manchmal etwas in der Lautstärke, tönt ansonsten jedoch klar verständlich aus allen Boxen. Auch der Mix zwischen Dialogen, Musik und Hintergrundgeräuschen ist gut gelungen.

Die DVD enthält keine Extras.

Fazit:
„Vampiro -Wächter der Nacht“ ist leider nur ein fahler Abklatsch eines Horrorfilms und eine Schande für seine Vorbilder „Blade“ und „Interview mit einem Vampir“. Auch wenn Chapas Kampf gegen Hollywood durchaus berechtigt und sogar teilweise bewundernswert ist, gehört dazu mehr, als nur schlecht gemachte Billigproduktionen auf den Markt zu werfen. Der Film enttäuscht in seiner Gesamtheit, vermag als Langweiler keinen Spannungsbogen aufzubauen und beschert dem Zuschauer bestenfalls durch seine unrealistisch hölzernen Dialoge, miese schauspielerische Darbietungen und lachhafte Special-Effects eine Gänsehaut.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
1,78:1
1,78:1
78:31 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • -
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Vampiro - Wächter der Nacht
Vampiro

Bild unseres Mitarbeiters Yatiker Yildiz
Bitte beisst mich, damit die Langeweile ein Ende hat!


Autor der Besprechung:
Yatiker Yildiz

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2009
Regie:
Jorge Ramirez Rivera
Drehbuch:
Jorge Ramirez Rivera
Darsteller:
Vida Harlow, Damien Chapa, Leslie Garza, Armando Elcamino, Robert Rexx, Ray Chavez Jr., Veronica Rodriguez, Iglesias Estefania, Kimberley Sanchez, Stanley Griego, Ricco Chapa, Amor Sanchez, Fernando Sur, Mia Angela, Antony Bibian, Marco Capem, Penelope Ceja, Ray Coscio, Stephanie Debar

Label Deutschland :
Infopictures
Verkaufsstart Deutschland :
24.06.2011