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DVD-Besprechung - Wer hat Angst vorm bösen Wolf?
Story:
Kurz bevor er seinen Job als Kriminalpolizist in Norwegen kündigt um wieder in seine Heimat Dänemark zurückzukehren, wird Karsten Skov (Lars Bom) mit einem Mordfall betraut, der seine ganzen beruflichen Fähigkeiten zu fordern scheint. Während in der Stadt eine Bank überfallen wird, meldet der kleine Kannick (Harald William Borg Weedon) den Mord an der Witwe Horn. Nun gilt es gleich zwei Verbrechen aufzuklären, wobei Skov die attraktive Psychologin Sara Rask (Leila Goody) mit Rat und Tat zur Seite steht - eine Hilfe, die er dringend benötigt, vor allem, als sich herausstellt, dass beide Fälle unmittelbar miteinander in Verbindung stehen.
Meinung zum Film:
Regisseur Erich Hörtnagl („Leila“) verfilmte unter dem Titel „Wer hat Angst vorm bösen Wolf?“ den gleichnamigen Kriminalroman von Karin Fossum, die auch beim Drehbuch mitschrieb. Der Film ist in Deutschland auch unter dem Titel „Schrei in den Wäldern“ bekannt. Der Aufbau des Kriminalfilms folgt den üblichen Gesetzen des Genres: ein Kriminalbeamter, der gerade sehr mit sich selbst beschäftigt ist, bekommt in letzter Sekunde einen Fall zugespielt, den er wahrscheinlich nicht mehr lösen kann. Gleichzeitig wird er aber Zeuge eines Banküberfalls, womit sich sein Arbeitspensum verdoppelt, da er nun zwei Fälle zu lösen hat. Es stellt sich im Laufe der Ermittlungen heraus, dass beide Fälle miteinander zusammenhängen, und Kommissar Skov benötigt zudem noch die Hilfe eines Sidekicks in Form der Psychologien Sara, um den wahren Mörder zu stellen.
Lars Bom („Ronal der Barbar“), der den einsamen Kommissar Skov spielt, erbringt im Großen und Ganzen eine gute Leistung. Manchmal wirkt seine Rolle ein wenig zu aufgesetzt und deshalb haftet ihm, der ja die Hauptrolle des Ermittlers darstellt, der Makel der Unglaubwürdigkeit an. Im Gegensatz dazu geht der Jungdarsteller Harald William Borg Weedon („Amors Baller“) anscheinend vollkommen in seiner ambivalenten Rolle als ängstliches zugleich aber auch ehrgeiziges und realitätsfernes Kind auf. Mit dieser Leistung hätte er auch hervorragend als einer der Verlorenen Jungs in eine Peter Pan Inszenierung gepasst, denn seiner Figur fehlt die Möglichkeit der Unterscheidung zwischen Recht und Unrecht. Im Gegensatz dazu verkörpert Leila Goody („Jonny Wang“) ihre Rolle als Psychologin und Assistentin des Kommissars geradezu laienhaft. Ihre Mimik wirkt den Umständen des Films folgend teilweise übertrieben teilweise aber auch zu hölzern, was ihre Figur insgesamt unglaubwürdig macht.
Eigentlich hat Regisseur Hörtnagl alles richtig gemacht, denn der Zuschauer errät bis zum Schluss nicht den wahren Täter. Doch der Film leidet unter enormen Längen, die Hörtnagl dazu verwendete, die Charaktere tiefenpsychologisch einzuführen, was nicht nur ermüdet, sondern für den Kriminalfall völlig belanglos erscheint. Die Fokussierung auf die einzelnen Charaktere und ihren Background nimmt der Geschichte ihre Spannung und unterbricht damit den Spannungsbogen, der für einen Kriminalfilm essentiell ist. Zusätzlich wird die Story in zwei unterschiedliche Geschichten aufgespalten, mit dem Ziel den Zuschauer auf eine falsche Fährte zu locken. Auch wenn beide Handlungen letztlich miteinander in Verbindung stehen, nimmt die Nebenhandlung jedoch zuviel Raum ein, und lenkt vom eigentlichen Geschehen ab. Letztlich hat der Zuschauer den Eindruck, am Geschehen vorbei manövriert worden zu sein, was ihn eher frustriert, als interessiert.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild weist durchgängig gute Qualität auf. Die Farbqualität tendiert zwar ein wenig ins grün/braune Farbspektrum, jedoch sollte dies eher dem künstlerischen Aspekt des Films zugeschrieben werden. Allerdings ist der Kontrast manchmal ein wenig zu tief eingestellt, was vor allem bei Nachtaufnahmen zu Erkennungsdefiziten führt. Der Ton klingt gleichmäßig und klar aus allen Boxen. Auch der Mix zwischen Musik und Dialogen ist gut gelungen.
Als Extras bietet die DVD lediglich den deutschen und den Originaltrailer.
Fazit:
„Wer hat Angst vorm bösen Wolf?“ ist ein langatmiger und uninteressanter Kriminalfilm. Regisseur Erich Hörtnagl gelingt es trotz eines klassischen Krimi-Aufbaus nicht, den Zuschauer in den Bann seiner Erzählung zu ziehen. Dies liegt vor allem an der langatmigen Einführung aller Charaktere und deren Background und an der übertrieben fokussierten Nebenhandlung, die den Spannungsbogen unnötiger Weise unterbricht. So stellt sich beim Zuschauer leider eher Langeweile als Hochspannung ein.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,85:1
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99:01 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Deutsch Dolby Digital 2.0 | Norwegisch Dolby Digital 5.1 |
Norwegisch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Deutscher Trailer
- Originaltrailer
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Wer hat Angst vorm bösen Wolf?
Den Som Frykter Ulven
Die richtige Lösung steckt im Detail!
Autor der Besprechung:
Yatiker Yildiz
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Norwegen, 2004 Regie: Erich Hörtnagl Drehbuch: Stefan Ahnhem Darsteller: Lars Bom, Laila Goody, Kristoffer Joner, Stig Henrik Hoff, Harald William Borg Weedon, Kjersti Elvik, Aksel Hennie, Finn Schau, Fridtjov Saheim, Gisken Armand, Per Jansen, Jorunn Kjellsby, Stian Kjensli, Leif Sorensen
Label :
Atlas Film
Verkaufsstart : 08.07.2011
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