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Blu-ray-Besprechung - Templar Knight - Ritter des Bösen

Story:
Den „Weekend Warriors“ steht ein Junggesellenabschied bevor. Veranstaltet wird die große Sause mitten in einem abseits gelegenen Waldstück, inklusive eines großen Paintball-Wettbewerbs. Doch die Partygesellschaft ist nicht alleine, da ein hünenhafter Templer-Geist in der Gegend sein Unwesen treibt und all jene tötet, die es auf einen sagenumwobenen Kessel abgesehen haben. Und zu ihrem Pech hält der Wächtergeist ihre Partygesellschaft für eben solche Eindringlinge.

Meinung zum Film:
Dass Paintball-Freizeithelden bei der Ausübung ihrer bunten Schießübungen einer nach dem anderen von einer übermenschlich wirkenden Tötungsmaschine eliminiert werden, ist alles andere als neu. Bereits Kultkiller Jason Vorhees hatte in „Freitag, der 13. Teil 6 - Jason lebt“ das Vergnügen aus dem Spiel ernst zu machen und den Freizeitkriegern zu zeigen was ein Ausleben des Jagdinstinktes tatsächlich bedeutet. In der Independent-Produktion „Templar Knight – Ritter des Bösen“ wird dieser Ansatz nun erneut verwendet. Regisseur und Drehbuchautor Simon Cathcart standen bei der Umsetzung seines Projektes aber immerhin rund 1,7 Mio. Euro zur Verfügung. Für die Darsteller wurde dabei aber nur ein geringer Teil des Budgets aufgewendet. Keiner aus der Cast-Liste hat mehr als maximal weitgehend unbekannte Kurzfilme oder ebensolche Independent Produktionen in seiner Vita preiszugeben.

Doch bevor die Schlachtplatte angerichtet wird, muss man als Zuschauer zunächst eine ganze Menge Geduld aufbringen und Junggesellenabschieds-Szenarien über sich ergehen lassen, die selbst für die platteste Screwball-Komödie sicherlich noch zu flach wären. Aber etwas anderes darf sicherlich auch nicht erwartet werden, wenn die Charaktere im Film fast durchweg maßlos überzogene Deppen darstellen. Vom indischen Nerd über den dauernd zugekoksten Spinner, der Go-Go-Tänzerin die für Geld auch bereitwillig jedem Extradienstleistungen serviert, bis hin zum Bräutigam in Spe, der sich in Lack und Leder mit Buttplug nach allen Regeln der Sado-Maso-Kunst demütigen lässt, werden nahezu alle Plattheiten bedient. Ein Teil des ganzen Abschied-Heck-Mecks ist allerdings auch die ungewollt durchgeführte Zeremonie zur Erweckung des alten Templer-Geistes, der dann zum Wohl der Unterhaltung gleich mit seinem Werk beginnt. Eingefädelt wurde das Abhalten der Zeremonie durch eine nicht minder klischeehafte, ältere Frau, die zusammen mit ihrem Sohn die abseits gelegene Unterkunft betreibt, in der die ausgelassene Feier stattfindet.

Wer sich nach den bisherigen Schilderungen noch Gedanken darüber macht, wie logiksicher die Handlung als solche ist, dem sei direkt versichert, dass jeder Funke Logik gleich mit dem ersten Paintball zerplatzte und von da an nicht mehr gesehen ward. Dafür gibt es aber zumindest ein klein bisschen Crystal-Lake-Flair, wenn der Hüne von einem Templer sein blutiges Handwerk verrichtet. Der Großteil der Gewalt findet zwar jenseits des Bildschirms statt, doch zumindest teilweise können die Morde für kleinere Unterhaltungsschübe sorgen. Am Ende wirkt der Film somit gar nicht mal so schlecht, wie er sich eigentlich darstellen sollte. Er ist wie einer dieser billigen 80er-Jahre Slasher, die viele auch ohne es erklären zu können recht unterhaltsam fanden. Von daher ist der Film vielleicht sogar genau der richtige Kandidat, um bei einem bierseeligen Abend mit Freunden mal wieder für richtig gute Lacher zu sorgen. Ohne den peinlichen Screwball-Anteil zu Beginn des Films, hätte es sogar für mehr gereicht, denn zumindest aus kinematographischer Sichtweise ist „Templar Knight – Ritter des Bösen“ eindeutig einer der besseren Vertreter aus dem Independent-Lager.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild lässt nur bedingt echtes HD-Feeling aufkommen. Vor allem die Detailvielfalt und die Kantenschärfe erreichen nicht den Grad aktueller Produktionen. Gerade Details im Hintergrund sind nur selten wirklich detailliert auszumachen. In den weniger gut ausgeleuchteten Szenen zu Beginn ist die Dunkelheit stellenweise zudem ein wenig zu finster ausgefallen, wodurch vereinzelte Bildinformationen unterzugehen scheinen. Der deutsche Ton liegt zwar in DTS-HD Master Audio 5.1 vor, ertönt aber fast durchgehend nur aus einer breiten Stereofront.

Als einzig nennenswertes Extra gibt es einen rund fünfeinhalbminütigen Kurzfilm mit den Weekend Warriors und ihren Abenteuern vor dem Aufeinandertreffen mit dem Templar Knight. Zusätzlich ist noch der Trailer auf der BD enthalten und auf einer separaten DVD eine Copy-to-Go-Version für mobile Abspielgeräte.

Fazit:
„Templar Knight – Ritter des Bösen“ hinterlässt einen recht zwiespältigen Eindruck. Der Anfang ist durchtränkt mit peinlichen Zoten, die oft nur zum Fremdschämen einladen. In der zweiten Hälfte nimmt das Geschehen allerdings durchaus Fahrt auf. Am besten geeignet ist der Film sicherlich für einen Abend mit Freunden und ausreichend kalt gestellten Getränken, nicht unter 4% Alkoholgehalt.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 18
1,78:1
1,78:1
84:02 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
DTS-HD  Master Audio 5.1
DTS-HD Master Audio 5.1
Englisch
DTS-HD Master Audio 2.0
DTS-HD Master Audio 2.0
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Kurzfilm
  • Trailer
  • Copy-to-Go
Templar Knight - Ritter des Bösen - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Templar Knight - Ritter des Bösen
Stagknight

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Peinlicher Screwball-Beginn + passabler Slasher-Verlauf = Annehmbarer Party-Horror


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
GB, 2007
Regie:
Simon Cathcart
Drehbuch:
Simon Cathcart, Rob Mercer
Darsteller:
Harry Athwal, Jocelyn Osorio, Martin Bayfield, Santos Regules, Simeon Willis, Simon Cathcart, Paul Coskun, Sandra Dickinson, James Hillier, Jason Lee Hyde, J.C. Mac, Danielle Mason, Joe Montana,

Label Deutschland :
Infopictures
Verkaufsstart Deutschland :
29.07.2011