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Blu-ray-Besprechung - Julia's Eyes
Story:
Julia (Belén Rueda) leidet unter einer seltenen Augenkrankheit, wegen der sie täglich damit rechnen muss zu erblinden. Bei ihrer Zwillingsschwester Sara ist die Krankheit bereits vor längerer Zeit ausgebrochen. Als Sara erhängt im Keller aufgefunden wird, glaubt die Polizei an einen Selbstmord, auf Grund der Tragik ihrer Erblindung. Doch Julia ist sich sicher, dass mehr dahinter steckt. Sie macht sich auf die Suche nach dem wahren Hintergrund des Todes ihrer Schwester und gerät dabei selbst in Lebensgefahr.
Meinung zum Film:
„Julia’s Eyes“ ist erst der zweite Spielfilm vom spanischen Regisseur Guillem Morales, der sich auch für das Drehbuch verantwortlich zeigt. Sein Debüt gab der Filmemacher 2004 mit dem stimmungsvollen Thriller „Uncertain Guest“, der 2006 bei Koch Media auf DVD erschien. Es dauerte danach rund 6 Jahre, bis Morales nach seinem vielversprechenden Debüt wieder hinter der Kamera stand. Eine lange Zeit, doch das Warten hat sich gelohnt, denn wie schon bei seinem Debüt versteht es der Regisseur auch bei „Julia’s Eyes“ für eine spannungsgeladene Atmosphäre zu sorgen. Die Hauptrolle besetzte er mit der spanischen Schauspielerin Belén Rueda („Das Meer in mir“), die schon in „Das Waisenhaus“ ihr Gespür für Filme mit düsterer Stimmung unter Beweis stellen konnte. Doch sie ist nicht die Einzige, die vom Waisenhaus-Team zu „Julia’s Eyes“ hinzugestoßen ist. Auch Komponist Fernando Velázquez („Devil - Fahrstuhl zur Hölle“) und Kameramann Óscar Faura („The Machinist“) warfen ihre Genre-Erfahrung in die Waagschale. Als Produzent fungierte niemand geringerer als Spaniens Antwort auf Steven Spielberg - Guillermo del Toro („Pans Labyrinth“).
„Julia’s Eyes“ erinnert in seiner Aufmachung an das spanische Thriller-Kino der späten 70er-Jahre, das sich oft am italienischen Giallo ausrichtete. So nimmt die Kamera immer wieder die Position des heimlichen Beobachters ein, schleicht aus der Ich-Perspektive des Täters durch die Gänge und verwendet unterschiedliche Kameraeinstellungen. Dabei wurden einige Momente eingefangen, die rein aus dem Moment heraus für Spannung und Gänsehaut sorgen, selbst wenn man als Zuschauer den Kontext dem diese Bilder angehören nicht kennt. Ein Paradebeispiel hierfür ist eine Szene, in der Julia sich in eine Sporthalle für Blinde begibt, um dort etwas über ihre Schwester zu erfahren. Zufällig hört sie dabei das Gespräch von drei Freundinnen Saras, die über sie und ihren Tod reden. Julia schleicht sich näher an sie heran und mit jedem Schritt den sie der Gruppe Frauen näher kommt, steigt ein unangenehmes Gefühl beim Zuschauer auf. Grund hierfür sind vor allem die leeren Augen der blinden Frauen, die sie wie geisterhafte, bedrohliche Wesen erscheinen lassen. Auch wenn es keinen wirklichen Grund für dieses Gefühl gibt, wartet man trotzdem förmlich darauf, dass jeden Moment etwas Erschreckendes passiert.
Während der Film in seiner Inszenierung und Erzählweise in der Liga der großen Grusel- und Spannungsfilme problemlos mithalten kann, müssen die Erwartungen bei der Geschichte leider ein klein wenig heruntergeschraubt werden. Es gibt durchaus die eine oder andere Logiklücke zu entdecken und nicht jedes Verhaltensmuster macht an jeder Stelle auch unbedingt Sinn. In der Mitte des Films gibt es zudem auch einen kleineren Hänger im Spannungsbogen, der aber durch die Atmosphäre weitgehend aufgefangen werden kann. Und so richtet sich „Julia’s Eyes“ auch in diesem Punkt an dem spanischen Thriller und dem Giallo aus, die meist der Prämisse des „Style over Story“ folgten. Doch ganz so drastisch wie bei den Klassikern dieser Subgenres klafft die Schere zwischen Inhalt und Form dann zum Glück doch nicht auseinander. Es ist durchweg eine klare Erzählstruktur zu erkennen, am Ende wird keine ganz so unglaubwürdige Wendung aus dem Hut gezaubert und es werden auch alle Storyelemente zu einem verständlichen Abschluss gebracht. Und so kann „Julia’s Eyes“ jedem Thriller-Freund nur wärmstens ans Herz gelegt werden. Für Giallo-Freunde tendiert er sogar in Richtung Pflichtprogramm.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild der Blu-ray macht einen recht ausgewogenen Eindruck. In Sachen Detailgrad reicht es zwar nicht ganz an aktuelle, große Produktionen heran, weiß dafür aber in Sachen Kantenschärfe zu überzeugen. Die Farben wirken ein klein wenig glanzlos, was aber der Atmosphäre sehr entgegen kommt und ein gewolltes Stilmittel darstellen dürfte. Der deutsche Ton liegt in Dolby Digital 5.1 vor und sorgt in den Spannungsmomenten durch gezielten Einsatz der hinteren Lautsprecher auch immer wieder für zusätzliche Atmosphäre.
Bei den Extras gibt es zunächst einen "Making Of" genannten Beitrag, der über seine rund sieben Minuten allerdings nicht mehr als einen unkommentierten Blick hinter die Kulissen darstellt. Als interessanter stellen sich da die Interviews mit dem Regisseur, den Darstellern und Guillermo del Toro heraus, die insgesamt allerdings auch nur rund acht Minuten dauern. Abschließend gibt es noch den Trailer zum Film.
Fazit:
„Julia’s Eyes“ ist ein spannender und vor allem atmosphärisch sehr dichter Thriller. Regisseur und Drehbuchautor Guillem Morales hat sich für seinen zweiten Spielfilm einen Kern an Künstlern, die schon an „Das Waisenhaus“ mitgearbeitet haben geholt und mit ihnen zusammen ein empfehlenswertes Spannungswerk geschaffen. Bleibt nur zu hoffen, dass es nun nicht wieder sechs Jahre dauert, bis er sein nächstes Werk fertigstellt.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,40:1
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117:13 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch DTS-HD Master Audio 5.1 | Spanisch DTS-HD Master Audio 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Making Of
- Interviews
- Trailer
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Julia's Eyes
Los ojos de Julia
Die spannende Suche einer blinden Frau nach einem Unsichtbaren
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Spanien, 2010 Regie: Guillem Morales Drehbuch: Guillem Morales, Oriol Paulo Darsteller: Belén Rueda, Lluís Homar, Pablo Derqui, Francesc Orella, Joan Dalmau, Boris Ruiz, Daniel Grao, Clara Segura, Andrea Hermosa, Julia Gutiérrez Caba
Label :
Kinowelt Home Entertainment
Verkaufsstart : 04.08.2011
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