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DVD-Besprechung - The Reeds
Story:
Mel (Emma Catherwood) und ihre Freunde haben beschlossen den stressigen Alltag Londons mit einer Bootsfahrt zu unterbrechen. Sie beschließen die Moore in Norfolk zu durchschiffen, da es dort angeblich einen versteckten jedoch berühmten Pub geben soll. Dass sie unter den Einheimischen nicht unbedingt willkommen zu sein scheinen, beeindruckt die Großstädter nicht im Geringsten. Ohne Karte und mit wenig Ausrüstung tuckern sie über die verschlungenen Seestrassen durch das Moor, bis sie sich schließlich komplett verirrt haben. An sich ist dies für die sechs Haudegen noch lange kein Grund zur Panik, wenn nicht die unheimlichen Geräusche im Schilf wären, die andeuten, dass sie schon lange nicht mehr allein sind.
Meinung zum Film:
Sobald die Inhaltsangabe gelesen wurde, ist klar, dass es sich bei „The Reeds“ nur um einen klassischen Teenie-Slasher-Film handeln kann. Frei nach dem Motto „Einer folgt dem Anderen“ werden die Protagonisten nacheinander aufs Korn genommen und eliminiert. Jedoch scheinen die Drehbuchautoren Chris Baker („Long Time Dead“) und Mark Antony Galluzzo („R.S.V.P.“) bei diesem Film nicht ganz einer Meinung gewesen zu sein, denn die Handlung wird durch eine Menge Nebenhandlungen durchbrochen und scheint auch ansonsten keinem richtigen roten Faden zu folgen. Dies führt dazu, dass sich der Zuschauer nicht richtig in die Geschehnisse einfügen kann. Zudem gelingt es Regisseur Nick Cohen („Voodoo Lagoon“) nicht, die verschiedenen Ereignisse logisch vereinbar unter einen Hut zu bringen, was zusätzlich verwirrend wirkt. Am Ende bleibt die Frage: was wollten die Macher eigentlich wirklich?
Wie schon erwähnt, existieren viele Nebenhandlungen, die den eigentlichen Handlungsstrang durchbrechen und überlagern, was dem eigentlichen Ziel, der Erklärung der Ereignisse, zuwider läuft. Zunächst scheint der Film den üblichen Konventionen seines Genres zu folgen: ein paar Jugendliche wollen Zeit in einem für sie unbekannten und gefährlichen Terrain verbringen. Aufgrund ihrer mangelnden Kenntnis und ihrer Naivität verlieren sie nach kurzer Zeit die Orientierung. Zusätzlich droht eine akute Gefahr für ihr Leben durch mehrere Fremde, deren Absichten sie nicht kennen. Dazwischen erscheinen Geister, längst verweste Leichen, Feuer, lebende Tote, Halluzinationen, ein scheinbar erlösender Racheakt und ein notorischer Serienmörder. Von so viel Ideenreichtum hätten auch locker drei Filme zehren können. Doch so schießen die Macher am Ziel vorbei und Emotionen wie Angst oder Schrecken bleiben beim Zuschauer auf der Strecke.
Zusätzlich zu der denkbar verkorksten Story existieren im Film so gut wie keine brauchbaren Dialoge. Dies ist vor allem ein Handicap für die agierenden Schauspieler. Anna Brewster, die schon in der Serie „Die Tudors“ eine gute Leistung erbrachte, kann auch hier in ihrer Rolle als Laura punkten. Trotz schlechtem Drehbuch gelingt es ihr authentisch zu wirken und ihre Emotionen auf den Zuschauer zu übertragen. Emma Catherwood („Against the Dark“), die den Hauptpart des Film in ihrer Rolle als Mel übernimmt, scheint jedoch von ihren Erfahrungen im Horrorgenre nicht unbedingt profitieren zu können, denn sie wirkt hölzern und agiert unnatürlich, was der Qualität des Films noch mehr Schaden zufügt. Die Figur des Joe, die von Daniel Caltagirone („Die Tudors“) gespielt wird, erleidet zwar einen blutrünstigen Tod, ansonsten wirkt der Charakter jedoch eindimensional und flach. Letztlich ist es egal, ob es nun an den Schauspielern, dem Drehbuch oder dem Regisseur gelegen hat, der Film kann seinen Auftrag, den Zuschauer zu amüsieren, nicht erfüllen.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist leicht körnig, was es nicht immer leicht macht, Details zu erkennen. Dieses Defizit scheint sich jedoch nur bei Tagesaufnahmen zu zeigen, denn die Nachtaufnahmen haben ein klareres Bild, was besonders durch die scharfen Konturen auffällt. Die Farben sind auf ein Minimum reduziert, dadurch nimmt das Bild einen eher monotonen Look an. Der Kontrast ist ausgewogen und hält dieses Niveau den gesamten Film über. Auch der Ton hat eine gute Qualität und schallt gleichmäßig und klar aus allen Boxen. Der Mix zwischen Dialog, Hintergrundgeräuschen und Musik ist ebenfalls gelungen.
Als Extras enthält die DVD den Originaltrailer.
Fazit:
„The Reeds“ ist nicht unbedingt ein Horrorfilm der Meisterklasse. Es scheint, als ob er eher eine Kollage vieler einzelner Ideen darstellt, die sich jedoch nicht unter einen Hut bringen lassen wollten. Eine unmotivierte Schauspielercrew, ein wenig durchdachtes Drehbuch und ein scheinbar überforderter Regisseur haben dafür gesorgt, dass der Film wahrlich nicht in die Annalen der Horrorfilmgeschichte eingehen wird.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,35:1
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79:28 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Deutsch Dolby Digital 2.0 | Englisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Englisch |
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Bonusmaterial:
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The Reeds - Die Tödlichen!
The Reeds
Ruhige, durch Nebenhandlungen überladene Bootsfahrt mit erschreckendem Ende!
Autor der Besprechung:
Yatiker Yildiz
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Großbritannien, 2009 Regie: Nick Cohen Drehbuch: Chris Baker, Mark Antony Galluzzo Darsteller: Anna Brewster, Geoff Bell, Daniel Caltagirone, Emma Catherwood, o.T. Fagbenle, Scarlett Alice Johnson, Will Mellor, Karl Ashmann, Scarett Sabet, Natai Pauwels, Reece Chapman, James Marriot
Label :
WGF Verkaufsstart : 21.07.2011
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