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DVD-Besprechung - The White Monkey Warrior

Story:
Yod (Sornram Theppitak) ist nach der Ermordung seines Meisters in einem Waisenhaus untergekommen. Als einer der letzten Kämpfer ist er Träger eines mythischen Tier-Tattoos, das ihm übernatürliche Fähigkeiten verleiht. Und mit dieser Macht tritt er gegen eine Gruppe ausländischer Kämpfer unter Führung des Gangsterbosses Stephan (David Winters) an, die ebenfalls über solche Tattoos verfügen, da sie es waren, die Yods Meister getötet und ihm die Haut abgezogen haben.

Meinung zum Film:
Thailand hat sich zu Beginn des 21. Jahrhunderts im Bereich der Martial-Arts-Filme durch Titel wie „Ong-Bak“, „Revenge of the Warrior – Tom yum goong“ oder „Chocolate - ...süß und tödlich“ einen guten Ruf erworben. Auch wenn die Storylines doch teilweise arg banal daherkamen, lieferten die Kampfsequenzen revolutionäre und spektakuläre Choreographien. Seit einiger Zeit schwappen aus Thailand aber vor allem schwache („Fighting Beat“) bis bestenfalls durchschnittliche („Muay Thai Chaiya“) Produktionen nach Europa. Einer der wenigen Hoffnungsträger ist momentan „Bangkok Knockout“, der allerdings in Deutschland Ende September als „Ong Bak – The New Generation“ erscheinen wird, was auch anschaulich die momentane Verunsicherung beim Publikum und den Vertrieben gegenüber thailändischen Kampfsportfilmen verdeutlicht. „The White Monkey Warrior“ hat hingegen schon drei Jahre auf dem Buckel und Regisseur Sakchai Sribonnam („Goodman Town“) hat bisher in diesem Genre keinerlei Erfahrung vorzuweisen. Zudem ist Hauptdarsteller Sornram Theppitak kein begnadeter Kampfkünstler oder umjubelter Actionstar, sondern eher als hochbezahlter Soap-Darsteller und Popsänger bekannt.

Was sich bei dem vorliegenden Film abspielt, ist wirklich schwer in Worte zu fassen. Zunächst sollte sich der Zuschauer allerdings darüber im Klaren sein, dass er sich hier produktionstechnisch auf Amateurfilmniveau herunter begibt. Die Darsteller sind richtig schlecht und haben auch kampfsporttechnisch absolut nichts auf dem Kasten. Richtig übel wird die Sache auch noch durch die hochnotpeinliche deutsche Synchronisation, die wirklich jeder Beschreibung spottet und besonders bezüglich der stimmlichen Modulationsfähigkeiten der Sprecher geradezu ein schallendes Gelächter beim Zuschauer heraufbeschwört. In etwa so würde es wohl aussehen, wenn ein paar pubertierende männliche Jugendliche in Heimarbeit einen Chuck-Norris-Film neu synchronisieren würden. Unfreiwilligen Humor gibt es aber auch bereits in der originären Produktion mehr als genug, seien es miserable CGIs für Feuer oder Explosionen, jeder Realität spottende Sprung- und Akrobatikeinlagen mit Hilfe unausgegorener Wirework-Technik oder auch Enthauptungs- bzw. Ventilatorzerstückelungsszenen in Geisterbahnqualität, für die sich selbst ein Timo Rose oder Andreas Schnaas schämen würde.

Auch Yods Gegenspieler sind richtig lustige Gesellen, der eine sieht aus wie ein verfilzter Kiffer, der andere wirkt aufgrund seiner eingefärbten Haupt- und Barthaarfrisur, als wäre er gerade aus dem Musical „Der König der Löwen“ entlaufen. Qualitativer Tiefpunkt ist allerdings der Showdown, in dem sich alle Protagonisten immer wieder in digital in den Sand gesetzte Tiere verwandeln. Ein roter Faden innerhalb der Geschichte ist eigentlich nicht wirklich erkennbar, Yod ist halt der Gute, wenn auch ohne jede Ausstrahlung und auch körperlich nur ein halbes Hemd, und die Bösen müssen eben bestraft werden und sind charakterlich richtig mies drauf. Ob allerdings für solche Figurenschablonen wirklich gleich Dutzende von Waisenkindern niedergemetzelt und verbrannt werden müssen, darf bezweifelt werden. Diese regelmäßigen unmotivierten und plötzlichen Gewaltausbrüche wirken verstörend und deplatziert, ebenso wie der deutlich rassistische Unterton des Films, denn alle Schandtaten gehen durchgehend von westlich wirkenden Ausländern aus. Die Kämpfe sind ein einziger Hohn für das Genre und es ist deutlich erkennbar, dass hier keiner der Kontrahenten seine Aktionen wirklich voll durchzieht. Der gesamte fernöstliche Mystizismus des Films wird für westliche Zuschauer niemals greifbar zu einem Storybaustein verwoben, eine Dramaturgie ist eigentlich kaum auszumachen und der merkwürdig-debile Humor des Films, in Verbindung mit bis zur Comichaftigkeit überzogenen Charakteren, verpasst der Produktion endgültig den Todesstoß.

Digitale Aufarbeitung:
Bei Betrachtung der Bildqualität der vorliegenden DVD fällt es schwer zu glauben, dass der Film erst rund drei Jahre alt sein soll. Geboten wird nämlich ein verrauschtes, unscharfes Bild mit üblen Überstrahlungen und deutlichen Bewegungsunschärfen bei schnellen Bewegungen. Weiterhin wirkt die schrille, unnatürliche Farbgebung, als hätten die Verantwortlichen unter Drogeneinfluss ihre Experimentierfreude mit diversen Filtern ausgelebt. Das Ergebnis ist in vielen Szenen ein extremer Gelb- oder Grünstich, der den Sehgenuss massiv einschränkt. Tontechnisch gibt sich der Film, egal welche der drei Tonspuren ausgewählt wird, sehr unspektakulär und frontlastig. Eine gute Verständlichkeit ist weitgehend gegeben, die Musik übertönt allerdings häufiger die Monologe von Gangsterboss Stephan. Für die thailändische Tonspur sind optional englische Untertitel zuschaltbar.

Auf der DVD befinden sich drei Deleted Scenes (2:25), ein „Behind the Scenes“-Feature (7:05), der thailändische Trailer und ein Musikvideo (2:36) zum Film. Dieses Bonusmaterial ist nicht nur wegen der fehlenden Untertitel absolut entbehrlich. Die Veröffentlichung besitzt ein Wendecover.

Fazit:
„The White Monkey Warrior“ spottet qualitativ jeder Beschreibung und wirkt wie ein völlig in den Sand gesetzter fernöstlicher Amateurfilm aus dem Kampfsportgenre. Die Schauspieler sind sowohl darstellerisch als auch bezüglich ihrer Kampfkünste absolut unfähig, die Spezialeffekte und Kampfsequenzen erregen einfach nur Mitleid oder motivieren zum Fremdschämen, der Story mangelt es an Dramaturgie sowie einem erzählerischen roten Faden und der offen zur Schau gestellte Rassismus, nebst teils menschenverachtenden, unmotivierten Gewalteruptionen, wirkt bestenfalls verstörend. Technisch fällt die DVD ebenfalls durch und die deutsche Synchronisation stellt so ziemlich das Schlechteste dar, was das Gehör des Zuschauers außerhalb des Hardcore-Bereichs im Land der Dichter und Denker vernehmen kann.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 18
1,85:1
1,85:1
97:55 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Thailändisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Englisch
Bonusmaterial:
  • Deleted Scenes
  • Behind the Scenes
  • Thailändischer Trailer
  • Musikvideo
The White Monkey Warrior - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Hanuman: The White Monkey Warrior
Hanuman Klook Phun

Bild unseres Mitarbeiters Lennart Reimherr
Desaströs-amateurhafter Kampfkunstversuch aus Thailand


Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Thailand , 2008
Regie:
Sukchai Sriboonnark
Drehbuch:
Sakchai Sribonnam, Nuttapeera Chomsri
Darsteller:
Sornram Theppitak, Yardthip Rajpal, David Winters, Kirk Schiller, Kotee Arramboy, Brahim Achabbakhe, Dean Alexandrou, Sonthaya Chitmanee

Label Deutschland :
Movie Power
Verkaufsstart Deutschland :
14.07.2011