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DVD-Besprechung - Lake Mungo
Story:
Die Palmers sind mit Mutter June (Rosie Traynor), Vater Russell (David Pledger), Sohn Mathew (Martin Shape) und Tochter Alice (Talia Zucker) eine ganz normale australische Familie. Als Alice jedoch eines Tages bei einem Ausflug ums Leben kommt, beginnt eine schwere Zeit der Trauer für die Hinterbliebenen. Die Situation gerät außer Kontrolle, als sich im Haus der Palmers unerklärliche Dinge ereignen. Unerklärliche Geräusche kommen vom Dachboden und aus Alice Zimmer. Unheimliche Schatten erscheinen auf Familienfotos, die niemand erklären kann. Als die Vorkommnisse sich häufen, wird der Parapsychologe Ray Kemeny (Steve Jodrell) hinzugezogen, der Licht in die Ereignisse bringen soll.
Meinung zum Film:
Mockumentarys wie „Lake Mungo“ haben es mittlerweile schwer, eine gewisse Glaubwürdigkeit zu transportieren. Seit dem bahnbrechenden Erfolg von „The Blair Witch Projekt“ (Daniel Myrick, Eduardo Sànchez) haben viele Filmemacher versucht, auf diesen Erfolgszug aufzuspringen, mit mehr oder weniger Erfolg. Das Genre hat sich jedoch in der Filmwelt etabliert. Das Wort „Mockumentary“ setzt sich aus den englischen Wörtern „Mock- vortäuschen“ und „dokumentary-Dokumentation“ zusammen. Diese fiktive Dokumentation setzt sich dabei aus den gleichen Komponenten zusammen, wie es eine reale tun würde. Der Film besteht demnach aus Interviews, verschiedenen Filmausschnitten und Bildern, wie es auch bei „Lake Mungo“ der Fall ist. Das Ziel dabei ist, einer fiktiven Geschichte einen wahren Touch zu verleihen und damit das Interesse des Zuschauers zu erwecken.
Die Handlung des Films fokussiert die Geschehnisse um den plötzlichen Unfalltod von Alice Palmer, dessen Hintergründe merkwürdig erscheinen. Schon am Anfang der Story wird durch eine Überschrift die Wahrheit der Ereignisse bekräftigt, was in diesem Genre durchaus normal ist. Danach werden durch verschiedene Interviews mit Familie, Freunden und Spezialisten die Ereignisse des Unfalls im Rückblick erzählt. Durch das Zusammenwirken dieser Interviews mit Bildern und verschiedenen Filmsequenzen unterschiedlicher Qualität erhält der Film nicht nur seine Berechtigung als Mockumantary, sondern bekommt auch den Status einer künstlerischen Collage. Langsam werden die Ereignisse aufgerollt, wobei sich der Zuschauer nie sicher sein kann, ob es sich hier um einen Thriller, einen Kriminalfall oder um eine Geistergeschichte handelt. Das Schwanken zwischen den Themen macht den Film erst interessant, was dem Einfallsreichtum des Regie-Neulings Joel Anderson („The Rotting Woman“) zuzurechnen ist, der für seinen zweiten Film auch das Drehbuch schrieb.
Die Schauspielercrew versucht ihr Bestes, um die Glaubwürdigkeit des Films aufrecht zu erhalten. Besonders hervorzuheben sind dabei die Leistungen der Schauspieler Martin Shape („Neon Skin“) und Rosie Traynor („There Had Better Be Blood“). Shape verkörpert den leicht depressiven und psychotischen Mathew Palmer, der den Tod seiner ihm nahe stehenden Schwester Alice nicht verkraften kann, und deshalb zu Mitteln greift, die seine Eltern wie auch seine Freunde verstören. Diese Rolle scheint dem Schauspieler auf den Leib geschrieben zu sein, denn er spielt sie mehr als glaubwürdig. Traynor hingegen verkörpert die Mutter der Verstorbenen Alice und auch sie macht ihre Arbeit mehr als gut. Die Verzweiflung über den Verlust ihrer Tochter wirkt mehr als überzeugend, wobei sie es auch versteht, diese Emotionen auf den Zuschauer zu übertragen. Letztlich ist es genau dieser schauspielerischen Leistung zu verdanken, dass der Film einen positiven Eindruck hinterlässt.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild hat eine gute Qualität. Die Farben wirken ein wenig reduziert, was dem künstlerischen Aspekt des Films zugeschrieben werden kann. Der Kontrast hält jedoch eine gute Balance, was es ermöglicht auch in relativ dunklen Szenen Einzelheiten auszumachen. Der Ton klingt gleichmäßig aus allen Boxen. Auch der Mix zwischen Musik, Hintergrundgeräuschen und Dialogen ist gelungen.
Als Extras enthält die DVD lediglich den Originaltrailer.
Fazit:
„Lake Mungo“ zählt als Mockumantary zu einem neuen, aber derzeit beliebten Hollywoodgenre. Die Qualität dieser Art von Filmen hängt von der Glaubwürdigkeit ihrer Handlung ab, wobei es Regisseur Joel Anderson durch die Vermischung von Thriller, Krimi und Mysteryelementen gelingt das Interesse des Zuschauers zu erwecken. Zu der guten Qualität des Films trägt auch die überzeugende schauspielerische Leistung bei, die den Anspruch der Authentizität um einiges erhöht. Alles in allem handelt es sich hier um eine gelungene Fake-Dokumentation mit einer interessanten Handlung.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,78:1
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83:57 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Deutsch Dolby Digital 2.0 | Englisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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Lake Mungo
Lake Mungo
Gekonnte Collage auf allen Ebenen!
Autor der Besprechung:
Yatiker Yildiz
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Australien, 2008 Regie: Joel Anderson Drehbuch: Joel Anderson Darsteller: Rosie Traynor, David Pledger, Martin Sharpe, Talia Zucker, Tania Lentini, Judith Roberts, Robin Cuming, Marcus Costello, Chloe Armstrong, Carole Patullo, John Dunn, Kirsty McDonald, James Lawwson, Sinom Wilton, Charles Armytage, Helen Bath, Steve Jodrell, Tammy McCarthy, Natascha Herbert
Label :
Savoy Film Verkaufsstart : 05.08.2011
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