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Blu-ray-Besprechung - The Terror - Schloss des Schreckens
Story:
Der französische Leutnant André (Jack Nicholson) wird von seinem Regiment getrennt und begegnet der jungen Schönheit Helen (Sandra Knight), die jedoch plötzlich spurlos verschwindet. Bei seinem Rettungsversuch attackiert ihn ein Raubvogel. Kurz darauf erwacht er in der Hütte der alten Katrina (Dorothy Neumann), die dort mit ihrem Sohn Gustaf (Jonathan Haze) lebt. Sie geben vor, die mysteriöse junge Frau nicht zu kennen. Als er sie nachts erneut erblickt, führt sie ihn beinahe in ein tödliches Moor. Ein Einheimischer rettet André jedoch, erklärt die Frau für besessen und empfiehlt ihm, das nahegelegene Schloss von Baron Victor Frederick Von Leppe (Boris Karloff) aufzusuchen. Der exzentrische Baron, der mit seinem Diener Stefan (Dick Miller) zusammenlebt, hat offensichtlich etwas zu verbergen und Helen entpuppt sich als der Geist seiner vor 20 Jahren verstorbenen Baroness Ilsa.
Meinung zum Film:
„The Terror – Schloss des Schreckens“ ist eine Roger-Corman-Produktion aus dem Jahr 1963. Der „König des B-Movies“ („Das Raubtier“) war hier aber nicht nur als Produzent, sondern auch als Drehbuchautor und Regisseur involviert. Kurz nach seiner Poe-Verfilmung „Der Rabe – Duell der Zauberer“ drehte Corman einfach mit den gleichen Hauptdarstellern, dem jungen Jack Nicholson („Chinatown“) und Horrorfilmlegende Boris Karloff („Frankenstein“), unter Verwendung der alten Filmsets in nur vier Tagen alle Szenen mit Karloff. Die letztendliche Fertigstellung des stark improvisierten Films dauerte allerdings neun Monate und dabei wurden durch diverse Nachdrehs weitere Regisseure, wie z.B. der zu dieser Zeit noch völlig unbekannte Francis Ford Coppola („Der Pate“), einbezogen. Der Film erschien bereits im Jahr 2000 als deutsche DVD von e-m-s, allerdings in technisch ziemlich minderwertiger Form. Weiterhin handelte es sich dabei um die längere, deutsche Fassung (90:41 Minuten), die durch eine neue, unpassende Rahmenhandlung ergänzt wurde, während hier jetzt erstmals die kürzere, hier als „Director's Cut“ beworbene, neu abgetastete sowie digital remasterte Originalfassung (79:16) vorliegt. Die deutsche Synchronstimme von Jack Nicholson ist übrigens äußerst gewöhnungsbedürftig ausgefallen, handelt es sich hier doch um niemand anderen als Oliver „Justus Jonas“ Rohrbeck.
Der improvisierte Charakter von „The Terror“ offenbart sich von Anfang an recht eindeutig. Nicht umsonst sprachen kritische Stimmen einst von einem Film ohne Plot und trotzdem besitzt der Film einen gewissen Charme und hat seine Fans gefunden. Das liegt wohl vor allem an der atmosphärischen Umsetzung des Films, die zwar teilweise durch erhöhten Nebelwerfereinsatz, übertrieben psychedelische Farbspielereien oder schwimmende Backsteine (!) ein wenig in trashige Gefilde abgleitet, letztendlich aber Freunde klassischer Horror- bzw. Gruselkost immer noch durch stimmungsvolle Innenansichten des Schlosses, spärlich ausgeleuchtete Gänge und eine unheimliche Geräuschkulisse, nebst enervierendem Soundtrack, versöhnt. Weiterhin liefert Boris Karloff als exzentrischer und undurchsichtiger Schlossherr hier eine äußerst eindrucksvolle Leistung im Spätherbst seiner Karriere ab.
Inhaltlich ist die größte Stärke des Films, dass er versucht, möglichst viele Fragezeichen beim Zuschauer zu erzeugen. So stellt sich nicht nur die Frage, was es eigentlich mit Helen bzw. Ilsa auf sich hat, sondern auch, welche Geheimnisse eigentlich der alte Schlossherr verbirgt oder welche Ziele die mysteriöse Katrina verfolgt, die augenscheinlich über besondere Kräfte verfügt. Auch die eine oder andere Wendung soll dem Geschehen etwas mehr Pepp verleihen. Leider kann der Film dieses Niveau gerade bei den Dialogsequenzen oder in Sequenzen, wenn das Drehbuch den beiseite gelegten roten Handlungsfaden doch mal wieder aufnimmt, nicht mehr halten. Auch Jack Nicholson hat hier nicht gerade einen Glanzauftritt seiner Karriere und wirkt teilweise in seinem Schauspiel etwas hilflos und ziemlich verzweifelt bemüht zu improvisieren, um die Ereignisse wenigstens etwas voranzutreiben.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild dieses beinahe 50 Jahre alten Low-Budget-Films liegt im nativen 1080p-Format vor und macht auf den ersten Blick einen durchaus ansehnlichen Eindruck. Die hochauflösende Optik und die kräftige Farbgebung lassen die bisher erhältlichen DVD-Veröffentlichungen deutlich hinter sich. Allerdings wird auch schnell deutlich, dass hier offensichtlich massiv mit Rauschfiltern gearbeitet wurde, so dass eine stärkere Körnung nur noch bei schnelleren Bewegungen, durch verbliebene Rückstände, ins Auge fällt. Dadurch ergeben sich natürlich gerade bei Gesichtern eher weiche bzw. glattgebügelte Strukturen, von „Wachsfigureneffekten“ zu reden, wäre allerdings vollkommen übertrieben. Letztendlich gibt es unter Berücksichtigung des Filmalters durchaus einen High-Definition-Eindruck, der Schärfegrad ist aber Schwankungen unterworfen, so gibt es eher weiche, gefilterte Sequenzen, aber auch detailliertere Passagen mit sichtbarem Filmkorn, und es sollte auch kein plastisches Bild erwartet werden. Auch die Kontrastwerte ergeben kein einheitliches Bild, mal geben sie sich durchaus angenehm ausgewogen und zu anderen Zeitpunkten liegen deutliche Überstrahlungen vor, gerade bei Außenszenen und auf Gesichtern. Die Kompression hinterlässt hingegen durchgehend einen guten Eindruck. Die deutsche Tonspur ist leider nicht in jeder Hinsicht gelungen, da die bekannte Synchronisation aus dem Jahr 1991 vereinzelte Mängel aufweist. So fehlt schon mal ein Geräusch der Originaltonspur oder jemand bewegt die Lippen, ohne dass etwas zu hören ist. Das sind zwar eher Einzelfälle, leider ist der Film aber in einigen Passagen auch längere Zeit nicht wirklich lippensynchron, was deutlich störender wirkt. Ansonsten klingt die deutsche Tonspur aber, wohl auch wegen ihres neueren Datums, sehr klar und gut abgemischt aus den Lautsprechern. Hier kann die deutlich ältere englische Originaltonspur technisch nicht ganz mithalten und klingt wesentlich dumpfer, blechern und leicht verzerrt. Trotzdem bietet auch sie eine gute Verständlichkeit und ausgewogene Abmischung, zudem sind im direkten Vergleich die Fehler der deutschen Synchronfassung zu berücksichtigen.
Auf der Blu-ray befindet sich keinerlei Bonusmaterial. Die Veröffentlichung besitzt ein Wendecover.
Fazit:
„The Terror – Schloss des Schreckens“ ist inhaltlich partiell als Cormanscher-Schnellschuss zu betrachten und gibt sich auch effektmäßig teilweise eher trashig. Allerdings hat der Film trotz seines Improvisationscharakters auch eindeutige atmosphärische Stärken, hält die Neugier des Zuschauers durch viele mysteriöse Vorgänge am Leben und beinhaltet zudem einen stark aufspielenden Boris Karloff. Technisch hinterlässt die Blu-ray einen etwas zwiespältigen Eindruck, allerdings sollte nicht nur das Alter des Films, sondern auch die bisher erhältlichen, unterdurchschnittlichen DVD-Fassungen berücksichtigt werden, weshalb die vorliegende BD-Version qualitativ einen deutlichen Sprung nach oben darstellt.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,78:1
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79:16 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch DTS-HD Master Audio 2.0 | Englisch DTS-HD Master Audio 2.0 |
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Untertitel:
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Keine |
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Bonusmaterial:
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The Terror - Schloss des Schreckens
The Terror
Ein improvisierter Horrorfilm mit etwas trashigem Beiwerk muss nicht zwangsläufig schlecht sein!
Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 1963 Regie: Roger Corman, Francis Ford Coppola, Monte Hellman, Jack Hill, Jack Nicholson Drehbuch: Leo Gordon, Jack Hill, Roger Corman Darsteller: Jack Nicholson, Sandra Knight, Boris Karloff, Dick Miller, Dorothy Neumann, Jonathan Haze
Label :
Savoy Film Verkaufsstart : 22.07.2011
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