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DVD-Besprechung - Reise nach Transilvanien

Story:
Die beiden Reporter Jack (Jeff Goldblum) und Gil (Ed Begley Jr.) werden vom Chef ihres Revolverblättchens nach Transsilvanien beordert, weil dort angeblich Frankensteins Monster gesichtet wurde. Entsprechende Nachforschungen vor Ort sorgen jedoch zunächst vor allem für Belustigung bei den Einheimischen, während sich Jack sowieso lieber dem Werben um die Gunst von Elizabeth Ellison (Teresa Ganzel) widmet. Gil lässt sich jedoch nicht beirren und fördert tatsächlich einige Ungereimtheiten zutage. Offensichtlich haben der Bürgermeister Lepescu (Jeffrey Jones) und sein Polizeichef Inspektor Percek (Bozidar Smiljanic) etwas zu verbergen und auch bei Dr. Malavaqua (Joseph Bologna) in seinem Sanatorium scheint es nicht mit rechten Dingen zuzugehen.

Meinung zum Film:
„Reise nach Transilvanien“, ursprünglich eigentlich schlicht „Transylvania 6 – 5000“ genannt, ist eine amerikanische Horrorkömodie aus dem Jahr 1985, die mit einem Budget von etwa drei Millionen Dollar komplett im damaligen Jugoslawien gedreht wurde. Rudy De Luca, vor allem als Darsteller in bzw. Drehbuchmitautor für Mel-Brooks-Filme („Dracula – Tot aber glücklich“) bekannt, zeichnete bei seinem Debütfilm als Regisseur auch hier wieder als Drehbuchschreiber verantwortlich. Vor der Kamera gelang es ihm dabei, einige bekannte Darsteller zu versammeln, von denen die meisten dem Komödiengenre auch nicht fremd waren. Die Hauptrollen spielen Jeff Goldblum („Jurassic Park“) und Ed Begley Jr. („Die Teufelin“). In weiteren mehr oder weniger gewichtigen Nebenrollen tummeln sich Jeffrey Jones („Wer ist Harry Crumb?“), Geena Davis („Beetlejuice“) als nymphomanischer Pseudovampir, Carol Kane („Die Addams Family in verrückter Tradition“) als naives Dummchen und Joseph Bologna („Die Frau in Rot“) als schrulliger Wissenschaftler.

„Reise nach Transilvanien“ ist eine der harmlosen Horror-Komödien aus den 80er-Jahren, die zu dieser Zeit an der Tagesordnung waren. Im Zentrum des Films stehen dabei vor allem die schrägen Charaktere und die Anlehnung an alte Mythen des Horrorfilms wie Frankenstein, den Wolfsmenschen, Vampire oder die Mumie. Zwar verzichtet der Film weitgehend auf übertriebenen Slapstick, setzt aber neben Situationskomik vor allem auch auf massives Overacting der Darsteller. Leider gelingt es der Komödie dabei selten, deren Einsatz vernünftig zu dosieren, was einige Figuren bereits nach kürzester Zeit einfach nur noch als nervtötend erscheinen lässt. Dabei handelt es sich vor allem um Lepescus Diener Fejos (Michael Richards, „Seinfeld“), der ständig versucht irgendwelche pubertären Comedy-Versuche auf die Beine zu stellen, um die Gäste zu „unterhalten“, und Lupi (Carol Kane), die Frau des Butlers, die sich mit ihrem grenzdebilen, kindischen Verhalten ebenfalls ins Abseits schauspielert. Da es sich hier auch um eine Buddy-Komödie handelt, sind die beiden Hauptcharaktere natürlich sehr gegensätzlich angelegt. So spielt Goldblum seine Paraderolle als eher zurückhaltend-sarkastischer Realist, während Begley Jr. den übereifrigen Sensationsjournalisten mimt und seltsamerweise von Goldblums eigentlichem deutschen Stammsynchronsprecher beseelt wird. Wobei die hochwertige deutsche Synchronisation insgesamt noch das Highlight des Films darstellt.

Der Gruselfaktor ist bei Null angesiedelt und auch der Horrorfaktor entpuppt sich schon bald lediglich als Präsentationsfläche für eine Art „Freak“-Show, die bezüglich ihrer Masken eher in die „Muppet Show“ gepasst hätte. Die Story selbst nimmt zwar einen relativ unüblichen Ausgang, plätschert aber ansonsten ziemlich ereignislos vor sich hin und sollte wohl vor allem dazu dienen, die Auftritte der skurillen Nebenfiguren in eine halbwegs passende Reihenfolge zu bringen. Leider sind Vollblutkomödianten wie Jeffrey Jones hier völlig unterfordert. Seine Rolle besitzt zwar Potential, dieses kann das Drehbuch jedoch niemals adäquat ausschöpfen. Auch Goldblum wirkt eher gelangweilt, während Begley Jr. noch am besten „funktioniert“, wenn er lediglich den Teil eines „Running Gags“ repräsentiert. Kleinere, liebevolle Details am Rande, wie z.B. eine Eier-Guillotine des Bürgermeisters, sind leider eher die Ausnahme, so dass der Film keinen großartigen kultverdächtigen Charme entfalten kann.

Digitale Aufarbeitung:
Die Bildschärfe der DVD bewegt sich für einen rund 25 Jahre alten Nischenfilm auf einem guten Niveau und auch die Kontrastwerte hinterlassen einen ausgewogenen Eindruck. Die Farbgebung wirkt zudem natürlich. Etwas störend sind hingegen das starke Bildrauschen, leichte Unschärfen und regelmäßig auftauchende Verschmutzungen der Vorlage. Die deutsche Tonspur punktet mit guter Verständlichkeit und einer gut ausbalancierten Abmischung, ist aber auch sehr frontlastig ausgefallen. Die englische Tonspur klingt im direkten Vergleich etwas blechern und leicht verzerrt.

Auf der DVD befindet sich ein Audiokommentar von Regisseur und Drehbuchautor Rudy De Luca sowie dem Visual Consultant des Films, Steve Haberman. Der große zeitliche Abstand zwischen der Aufnahme des Kommentars und dem ursprünglichen Filmdreh macht sich allerdings durchaus bemerkbar. Zwar werden einige Hintergrundinformationen zum Film vermittelt, allerdings in eher dosierter Form und insgesamt nicht sehr tiefschürfend, wobei auch vor allem De Luca zu hören ist. Begleitende Untertitel gibt es leider nicht. Ansonsten befindet sich auf der DVD lediglich der englischsprachige Originaltrailer zum Film. Die Veröffentlichung besitzt ein Wendecover.

Fazit:
„Reise nach Transilvanien“ ist eine in die Jahre gekommene Horror-Komödie, die aber auch bereits in den 80er-Jahren alles andere als ein Feuerwerk der guten Laune darstellte. Zwar fanden sich vor der Kamera einige bekannte Gesichter ein, die meisten Charaktere sind allerdings eher nervig als schräg angelegt und befremden mit dick aufgesetztem Overacting. Technisch geht die vorliegende Veröffentlichung in Ordnung und bietet im Bonusmaterial sogar einen Audiokommentar, allerdings ohne Untertitel.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 12
1,85:1
1,85:1
90:20 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Englisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Keine
Bonusmaterial:
  • Audiokommentar mit Regisseur und Drehbuchautor Rudy De Luca sowie dem Visual Consultant Steve Haberman 
  • Originaltrailer
Reise nach Transilvanien - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Transylvania 6 - 5000
Transylvania 6 - 5000

Bild unseres Mitarbeiters Lennart Reimherr
Eher nervige als witzige Horrorkomödie aus den 80er-Jahren


Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA / Jugoslawien, 1985
Regie:
Rudy De Luca
Drehbuch:
Rudy De Luca
Darsteller:
Jeff Goldblum, Joseph Bologna, Ed Begley Jr., Carol Kane, Jeffrey Jones, John Byner, Geena Davis, Michael Richards

Label Deutschland :
Savoy Film
Verkaufsstart Deutschland :
24.06.2011