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Blu-ray-Besprechung - Sucker Punch

Story:
Nach dem Tod ihrer Mutter wird Baby Doll (Emily Browning) von ihrem Stiefvater (Gerard Plunkett) in eine düstere Psychiatrische Klinik abgeschoben. Dort angekommen lernt sie ihre Fähigkeit kennen, andere Menschen durch ihren Tanz zu hypnotisieren. Ein Fähigkeit, die sie nutzen möchte um zusammen mit ihren neuen Freundinnen Sweet Pea (Abbie Cornish), Rocket (Jena Malone), Blondie (Vanessa Hudgens) und Amber (Jamie Chung) aus der Anstalt zu entfliehen. Doch die Zeit drängt, denn in nicht weniger als fünf Tagen soll an Baby Doll eine Lobotomie durchgeführt werden.

Meinung zum Film:
„Sucker Punch“ wirkt wie die Verfilmung eines Action-Konsolenspiels. Aufgeteilt in einzelne Levels kämpfen sich Baby Doll und ihre Freundinnen durch immer neue Monsterhorden, um am Ende den jeweiligen Boss-Gegner zu besiegen. Diese Szenen spielen sich immer in den Momenten ab, in denen Baby Doll zu tanzen beginnt. Während ihr Publikum gebannt von der Vorstellung ist, bekommt man als Zuschauer nicht einen Moment der Tanzdarbietung mit, taucht dafür aber direkt mit der Tänzerin in ihre Traumwelt ein, in der furchterregende Monster und große Kämpfe auf sie warten. Während des ersten Tanzes bekommt sie es gleich mit drei riesigen Samurai-Kolossen zu tun, die sie einen nach dem anderen ausschalten muss. In ihrer Traumwelt geht es für Baby Doll darum nacheinander vier Gegenstände zu erobern, während ihre Freundinnen in der realen Welt das gleiche tun, nachdem die Besitzer wie hypnotisiert dem Tanz von Baby Doll folgen. Das Schema in diesen Szenen bleibt immer das gleiche. Zunächst heißt es sich mit einem großen Arsenal an Waffen und mit gekonnten Kampftechniken durch eine riesige Schar an Gegnern bis zum jeweiligen Bossgegner durchzukämpfen, welcher dann mittels eines speziellen Tricks erledigt werden muss, bevor sie das Objekt der Begierde endlich in ihren Händen halten können.

Doch so unterhaltsam und bombastisch die Kampfsequenzen vor allem zu Beginn noch wirken mögen, die Geschichte ist leider nicht in der Lage, der Action den passenden Rahmen zu verleihen. Die Szenen in der Anstalt sind immer wieder große Tempobrecher, die gar nicht schnell genug vorbei sein können, bis es mit dem nächsten Kampflevel weitergeht. Ein Grund hierfür ist, dass es nahezu komplett verpasst wurde die Charakteren mehr als nur Klischees darstellen zu lassen. Selbst Baby Doll als zentrale Figur kann nie so recht die Sympathien gewinnen, da kaum etwas über sie bekannt wird und außer einer oberflächlichen Leidensgeschichte jede Charakterisierung fehlt. Über ihre Mitstreiterinnen und ihre Gegner gibt es noch weniger zu erfahren. Hier existiert kaum mehr als eine Unterteilung in Gut und Böse. Das, was eigentlich die Story sein sollte, an der sich die Action ausrichtet, stellt sich recht schnell als klappriges Korsett heraus, an dem sich die Kämpfe wie am seidenen Faden aufhängen. Und auch die Kämpfe unterliegen auf Dauer einem gewissen Abnutzungseffekt, weswegen auch die Actionsequenzen die eher müde Story nicht mehr ganz so bravourös ausgleichen können, wie noch zu Beginn.

Regisseur Zack Snyder („Watchmen“) gehört sicherlich zu den Regisseuren, die es vor allem hinsichtlich der Optik verstehen, ihren Filmen einen eigenen Stempel aufzudrücken. Auch bei „Sucker Punch“ gelingt ihm dieses wieder recht eindrucksvoll. Ähnlich wie bei „300“ nutzt er auch diesmal wieder fast durchwegs Filter um den Bildern einen ganz eigenen Look zu verleihen. Die Szenen in der Nervenheilanstalt, die später zu einem Bordell wird, sind in einem tiefen Orange eingetaucht, während die Momente in der kämpferischen Fantasy-Welt in einem düsteren und dreckigen Grün beleuchtet wurden. „Sucker Punch“ ist der erste Film von Zack Snyder, der nicht auf einer Vorlage basiert und zu dem er selbst die Story erdachte und dann zusammen mit Drehbuch-Neuling Steve Shibuya auch selbst das Drehbuch schrieb. Die fehlende Dramaturgie, die deutlichen Durchhänger in der Spannungskurve bei den Szenen in der Anstalt und nicht zuletzt die unzureichende Charakterisierung der Protagonisten lassen erahnen, dass das komplette Erdenken einer Geschichte eher nicht zu den Stärken Snyders zählt. So stark „Sucker Punch“ auch optisch und in der Action sein mag, so unterdurchschnittlich ist er im Erzählen seiner Geschichte.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist die meiste Zeit über durch einen massiven Einsatz von Farbfiltern geprägt. In dem sehr düsteren und meist von dreckigen Farben geprägten Bild gehen teilweise die Details zwar ein wenig unter, doch auch in diesen Momenten sind immer noch hinreichend Feinheiten zu erkennen. In den Momenten, in denen der Filtereinsatz zurückgeschraubt wurde steigen die Schärfe und die Detailvielfalt merklich an und erreichen ein hohes Niveau. Das Gefühl, dass Bildinformationen im düsteren Look verloren gehen, kommt aber nie auf. Der deutsche Ton liegt in Dolby Digital 5.1 vor und ist durchgehend gut verständlich. In den Actionsequenzen wird hinreichend Gebrauch von den Effektlautsprechern gemacht. In den ruhigeren Momenten kommen aus dem hinteren Bereich zusätzlich immer wieder Teile des Soundtracks. Während zur Kinoversion verschiedene Sprach- und Untertitelspuren vorliegen, sind zum Extended Cut lediglich deutsche und englische Untertitel und Tonspuren vorhanden.

Der Extended Cut von „Sucker Punch“ kann in dem bereits von anderen Warner Produktionen bekannten „Maximum Movie Mode“ gesehen werden. Darin werden während des gesamten Films Making Of- und Hintergrundbeiträge gezeigt, die dann zusätzlich noch von Regisseur Zack Snyder wie bei einem Audiokommentar kommentiert werden. Auf der Blu-ray mit der Kinofassung des Films warten zusätzlich noch insgesamt 11:23 Minuten Sucker-Punch-Kurzfilme auf den Zuschauer, um nach dem Film noch ein wenig über die Hintergründe der „Sucker Punch“-Traumwelt zu erzählen. Ein weiteres Feature erzählt in knapp drei Minuten über die Entstehung und die Intentionen des Soundtracks. Teilweise wirkt dieser Beitrag allerdings wie ein Werbespot, denn nicht selten wird extra betont wie cool und fantastisch der Soundtrack ist.

Fazit:
„Sucker Punch“ sieht aus wie die Verfilmung eines rasanten Action-Videospiels, das es allerdings vor dem Film nie gegeben hat. Die Kampfszenen wurden atemberaubend in Szene gesetzt und erfüllen ihren Zweck. Die Geschichte selbst kann da jedoch nicht annähernd mithalten und sorgt zwischen der Action immer wieder für spürbare Durchhänger. Wer sich daran jedoch nicht weiter stört, wird mit der gewohnt hochwertigen Action der Marke Zack Snyder belohnt.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
2,40:1
2,40:1
Kinofassung:
109:45 Minuten

Extended Cut:
128:11 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
DTS-HD  Master Audio 5.1
DTS-HD Master Audio 5.1
Englische Audiodeskription
für Sehbehinderte

Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Französisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Italienisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Spanisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Dänisch, Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch für Hörgeschädigte, Finnisch, Französisch, Isländisch, Niederländisch, Norwegisch, Schwedisch, Spanisch
Bonusmaterial:
  • Animierte Sucker Punch Kurzfilme
  • Sucker Punch: Hinter dem Soundtrack
  • Maximum Movie Mode
Sucker Punch - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Sucker Punch
Sucker Punch

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Fantasievoll inszenierte Videospiel-Action, langweiliger Storyverlauf


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2011
Regie:
Zack Snyder
Drehbuch:
Zack Snyder, Steve Shibuya
Darsteller:
Emily Browning, Abbie Cornish, Jena Malone, Vanessa Hudgens, Jamie Chung, Carla Gugino, Oscar Isaac, Jon Hamm, Scott Glenn, Richard Cetrone, Gerard Plunkett, Malcolm Scott

Label Deutschland :
Warner Home Video Germany
Verkaufsstart Deutschland :
05.08.2011