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DVD-Besprechung - Behind The Wall - Der Geisterturm

Story:
Katelyn Parks (Lindy Booth) kommt nach zwanzig Jahren zurück in ihre Heimatstadt Henderson Bay. Grund dafür ist ein Projekt, dass den Leuchtturm, in der Katelyn einst mit ihrer Familie lebte, restaurieren soll, um den Tourismus in der Stadt anzukurbeln. Doch an den Leuchtturm hat Katelyn keine guten Erinnerungen: ihre Mutter (Ruth Lawrence) wurde dort vor zwanzig Jahren getötet und ihr Vater (Mike Daly) als Mörder verhaftet. Doch sie ist nicht die Einzige, die sich gegen das neue Projekt wehrt. Auch Father Hendry (Lawrence Dane) hat seine Bedenken, denn er vermutet eine böse Macht im Inneren des Leuchtturms. Doch Bürgermeister Drew Cabot (James Thomas) schlägt alle Bedenken in den Wind und so nimmt das Unglück seinen Lauf.

Meinung zum Film:
Eigentlich enthält der Film „Behind the Wall - Der Geisterturm“ alle klassischen Aspekte einer Geistergeschichte. Ein ruheloser Geist, ein einsamer Küstenort, ein ungeklärtes Verbrechen mit einer Überlebenden und ein Haus, das böse Mächte beinhaltet – alles dies sind Motive, denen sich Geistergeschichten, wie beispielsweise „The Fog“ (John Carpenter) bedienen. Um jedoch den Effekt einer Gruselgeschichte voll entfalten zu können, müssen Handlung, Atmosphäre, Dialoge, CGI-Effekte und Akteure gut miteinander harmonieren. Zusätzlich dazu muss der Spannungsbogen gut ausgearbeitet und bestenfalls auf einen aufregenden, kreativen Klimax zulaufen. Doch leider versagt „Behind the Wall - Der Geisterturm“ ziemlich, und zwar auf allen Ebenen. Die Handlung entfaltet sich linear zur Zeitlinie, was kaum Spielraum für Überraschungen offen lässt. Doch ein Überraschungsmoment ist für eine Gruselgeschichte essentiell, was die Drehbuchautoren Michael Bafaro („The Cycle“) und Anna Singer („Pappy and Speedster“) anscheinend übersehen haben. Außerdem kann die Handlung keinen richtigen Spannungsbogen aufbauen, womit die Geschichte ziemlich langweilig wirkt.

Die Atmosphäre des Films kann dem Ziel der Handlung nicht unbedingt gerecht werden. Keine Farbfilter, die eine unheimliche Stimmung erzeugen würden, keine Wetterphänomene wie beispielsweise Nebel, Gewitter oder Regen, die diese Stimmung verstärken würden. Die spärlichen CGI-Effekte sind so schlecht gemacht, dass der Zuschauer eine Gänsehaut bekommt – leider aus dem falschen Grund! Regisseur Paul Schneider („Seventeen on Missing“) geht auf keine einzige der zahlreichen Tötungsszenen im Film genauer ein, außer einer unsichtbaren Stimme existieren keine unnatürlichen Phänomene. Doch in der heutigen Zeit braucht es mehr, um dem Zuschauer das Fürchten zu lehren. Gerade durch moderne Geistergeschichten wie „ Ring“ (Gore Verbinski) oder „Der Fluch“ (Takashi Shimizu) wurde klar, dass Subtilität durch bestimmte Aspekte verstärkt werden muss, um den Effekt des Gruselns auszulösen, was „Behind the Wall“ leider nicht gelingt. Schneider schafft es nicht, seinem Film die nötige Geschwindigkeit zu verleihen, so dass sich schnell das Gefühl der Langeweile einstellt.

Nachdem festgestellt wurde, dass Atmosphäre, CGI-Effekte und Handlung das Ziel des Gruselns nicht erfüllt haben, bleiben noch Dialoge und schauspielerische Leistung, um die Qualität des Films zu erhöhen. Die Dialoge klingen steif und unnatürlich. Leider haben die Drehbuchautoren Bafaro und Singer auch hier versagt. Und selbst die Schauspieler können nicht das nötige Niveau erbringen, um das Interesse des Zuschauers zu erlangen. Lindy Booth, die den Part der traumatisierten Katelyn Parks („The Skulls 2“) übernahm, wirkt mit ihrer Rolle unterfordert und deshalb unmotiviert. Gleiches kann man von James Thomas („Wedding for One“) sagen, der seinen Text einfach nur herunter zu leiern scheint. Der einzige ambitionierte Schauspieler in diesem Film ist wohl Lawrence Dane („Sofia“), der die Rolle des Father Hendry spielt. Seine Mimik und Gestik wirkt natürlich und so gelingt es ihm, den Zuschauer mit in das Geschehen zu involvieren. Doch dies bleibt leider eine Einzelleistung, die den Film nicht mehr unbedingt aufwerten kann.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist durchgängig klar und weist eine ordentliche Schärfe auf. Die Farbgebung besitzt eine gute Qualität. Auch der Kontrast hält eine ausgewogene Balance, obwohl er manchmal ein wenig zu tief erscheint, was vor allem in lichtarmen Szenen zum Tragen kommt. Der Ton erklingt klar und verständlich aus allen Boxen. Auch der Mix zwischen Dialog, Hintergrundgeräuschen und Musik ist harmonisch ausgefallen.

Als Extras enthält die DVD lediglich den Originaltrailer.

Fazit:
„Behind the Wall“ ist eine langweilige und vor allem langwierige Pseudo-Geistergeschichte, die in allen Aspekten ihrem Genre zuwider agiert. Eine unmotivierte Schauspielercrew, ein unfähiger Regisseur und eine überaus lineare Geschichte, ohne wirkliche Überraschungen, machen den Film zu einer leidigen Angelegenheit, die der Zuschauer am liebsten schnell wieder vergessen möchte.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
1,78:1
1,78:1
85:11 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Keine
Bonusmaterial:
  • Originaltrailer
Behind The Wall - Der Geisterturm - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Behind the Wall - Der Geisterturm
Behind the Wall

Bild unseres Mitarbeiters Yatiker Yildiz
Kleingeistige Geister - Unheimlich einschläfernd!


Autor der Besprechung:
Yatiker Yildiz

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Kanada/USA, 2008
Regie:
Paul Schneider
Drehbuch:
Michael Bafaro, Anna Singer
Darsteller:
Lindy Booth, Lawrence Dane, James Thomas, Andy Jones, Brad Hodder, Suzie Pollard, Jody Richardson, Julia Kennedy, Mike Daly, Danny McLeod, Ruth Lawrence, Paul Rowe, Geraldine Hollett, Sean Panting, Donnie Coady

Label Deutschland :
Infopictures
Verkaufsstart Deutschland :
14.07.2011