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Blu-ray-Besprechung - Von Mythen, Sagen und Legenden
Story:
Die Ilias und die Odyssee von Homer zählen zu den frühestens Epen der Weltliteratur. Das Trojanische Pferd und Odysseus sind nahezu jedem ein Begriff, doch dürften deutlich weniger Menschen sämtliche Sagen dieser Zeit kennen. Die Dokumentation „Von Mythen, Sagen und Legenden“ hilft dabei diese Wissenslücken zu füllen und erklärt epische Geschichten aus der Antike. Dabei wird auch auf die Hintergründe eingegangen, die ihnen zu Grunde liegen könnten.
Meinung zum Film:
„Von Mythen, Sagen und Legenden“ ist eine Produktion des History-Channels und in ihr wird ein äußerst kurzweiliger und interessanter Blick auf antike Epen geworfen. In ihr werden die Geschichten von altertümlichen Helden wie Odysseus oder Beowulf erzählt und wissenschaftlich unter die Lupe genommen. Zur Erzählung der Geschichten wurden u.a. Szenen mit Schauspielern aufgenommen, die später teils mittels Filtern auf alt getrimmt wurden. Zudem gibt es immer wieder unterschiedliche Arten von Computeranimationen zu sehen, ergänzt durch Statements von Wissenschaftlern und Historikern. In den Beiträgen werden auch die jeweiligen Helden charakterisiert, ihre Stärken und Schwächen hervorgehoben und ihre Abenteuer analysiert. Historische Fakten werden bei der Analyse ebenfalls mit einbezogen und es wird versucht zu klären, wieviel von den Mythen und Legenden auf tatsächlichen Geschehnissen beruht und welche Ereignisse und Charakteristiken Parabeln auf gesellschaftliche Probleme der Zeit waren, in denen sie entstanden.
Die ersten beiden Folgen der Serie sind der Saga um Odysseus gewidmet. Er wird als besonnener, niemals aufgebender Anführer portraitiert, der sich im Gegensatz zu seinen Männern nur höchst selten einer Verlockung hingibt. So lässt er sich nicht von den Drogen der Lotophagen blenden, die seiner Mannschaft fast zum Verhängnis werden. Auch als seine Begleiter später den Avancen der Hexe Circe verfallen und in Schweine verwandelt werden, ist es erneut der Besonnenheit Odysseus‘ zu verdanken, dass er den Verheißungen solange wiedersteht, bis er einen Pakt mit der Hexe geschlossen hat. Dass er sich anschließend doch den fleischlichen Gelüsten hingibt, war zu Zeiten der antiken Griechen ganz und gar nicht einer Schwäche zuzuordnen, da es durchaus normal war, sich als Mann auch außerehelich zu vergnügen. Doch auch Odysseus hat seine Schwächen. Nachdem er den mächtigen Zyklopen durch eine List überwunden hatte, war es sein Stolz, gepaart mit der Arroganz eines großen Kriegers, der den sicher geglaubten Sieg zu einer fatalen Niederlage umkehrte. Als er den geschlagenen Feind verspottete wusste er nicht, dass es sich beim Zyklopen um den Sohn des Meeresgottes Poseidon handelte, der die Rückkehr Odysseus zu seiner geliebten Penelope endgültig zu einer endlos erscheinenden Odyssee machte. Der Held wurde gezwungen in den Hades abzusteigen, was von vielen Historikern als eine Brücke zu den christlichen Evangelien angesehen wird und daraus die Frage entstehen lässt, in wieweit das Christentum auf den Werken Homers beruht.
In ähnlicher Weise wie die Sage um Odysseus und seine zwanzigjährige Odyssee präsentiert wird, werden anschließend weitere Mythen behandelt. Dabei wird ein Blick auf Zeus, den obersten aller Götter, geworfen, der sich mit seinem Vater Chronos, dem mächtigsten der Titanen anlegt. Auch Hades, der Herrscher des Totenreichs, der alleine durch Lospech zum tragischsten der griechischen Götter wurde, wird genauso in einem Portrait nähergebracht wie Herkules, der unter den zahlreichen Frauengeschichten seines Vaters Zeus zu leiden hatte, da diese ihm den Hass seiner Stiefmutter Hera einbrachten, welche ihn deswegen vor zwölf nicht lösbar erscheinende Aufgaben stellte. Auch die Geschichte der Medusa wird erzählt, die erst durch die Vergewaltigung durch Poseidon zu einer der furchteinflößendsten Kreaturen der griechischen Mythologie wurde, nebst ihrer untrennbaren Verbindung zum Helden Perseus. Es folgt ein Blick auf den Minotaurus, der offensichtlich das Tier im Menschen verkörpert, in dem aber noch viel mehr an menschlichen Abgründen zu finden ist, als es zunächst den Anschein hat. Auch der skandinavische Kriegerheld Beowulf wird näher unter die Lupe genommen und bei ihm wird vor allem die Frage in den Raum gestellt, ob es wirklich alles nur ein Mythos ist, was über ihn berichtet wird, oder ob nicht viel mehr an Wahrheit dahinter steckt, als es auf den ersten Blick den Anschein hat. Mit Thor wird auch der Donnergott in den Reigen der gezeigten Mythen und Legenden aufgenommen und bei diesem Beitrag wird klar, wie wenig eigentlich über diesen mächtigen Gott bekannt ist. Das letzte Kapitel gehört dann Tolkiens Fabelwesen und es wird ausführlich darüber geredet, welche nicht immer gleich offensichtlichen Parallelen zur realen Welt die „Herr der Ringe“-Literatur zu bieten hat.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild liegt im Format 1080i/50 Hz vor und es sind bei großflächigen Bewegungen immer wieder Nachzieheffekte zu erkennen, die teils auch als etwas störend empfunden werden können. Die Schärfe und der Detailgrad sind ganz gut, können aber weder in Sachen Plastizität noch bei der Detailvielfalt für große Aha-Effekte sorgen. Der deutsche Ton liegt im Format DTS-HD Master Audio 5.1 vor und ist durchweg klar zu verstehen. Auf große Effekte wird aber verzichtet.
Ein Extras-Menü gibt es auf der ersten Blu-ray zwar zu finden, allerdings befinden sich darin nur werbende Trailer zu weiteren History-Channel-Dokumentationen und Sunfilm-Titeln.
Fazit:
„Von Mythen, Sagen und Legenden“ ist eine sehr interessant inszenierte und kurzweilig präsentierte Dokumentation über antike Heldengeschichten. Die Legenden werden mit Liebe zum Detail präsentiert und aus wissenschaftlicher Sicht analysiert. Wer sich auch nur ein bisschen für die alten Sagen interessiert, sollte hier unbedingt zugreifen.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,78:1
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10 Episoden à ca. 45 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch DTS-HD Master Audio 5.1 | Englisch DTS-HD Master Audio 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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Von Mythen, Sagen und Legenden
Clash of the Gods
Unterhaltsame und informative Präsentation antiker Helden und ihrer Abenteuer
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2009 Regie: Christopher Cassel, Jessica Conway Drehbuch: Christopher Cassel, Scott Miller, Sam Juneau, Ted Poole, Mashizan Masjum Darsteller: Diverse
Label :
Sunfilm Entertainment
Verkaufsstart : 11.08.2011
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