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Blu-ray-Besprechung - Krieger des Lichts

Story:
Der Nekromant Mathias (Brad Dourif) ist äußerst ungehalten wegen des Diebstahls seiner magischen Schriften und eines zugehörigen Artefakts. Dummerweise befindet sich Sarah (Hallee Hirsh) mittlerweile im Besitz dieser Kette, denn der Ursprung von Mathias' Zorn ist niemand anderes als ihr verstorbener Onkel Michael (Thomas Ian Nichols), der ihr dieses Schmuckstück einst geschenkt hatte. Bevor Mathias Sarah jedoch durch eine Legion seiner lebenden Toten aus dem Weg räumen kann, wird diese in letzter Sekunde von dem jungen Jacob (Jordan Matthews) gerettet, der mit einem magischen Schwert blutige Schneisen in die Heerscharen der Zombies pflügt. Fortan befinden sich beide auf der Flucht, während ihre Mutter Maggie (Elaine Hendrix) und ihre jüngere Schwester Jill (Mackenzie Rosman) von weiteren dieser Wesen belagert werden.

Meinung zum Film:
„Krieger des Lichts“ ist ein fantasylastiger US-Horrorfilm von Regisseur Brian A. Metcalf („The Dreamless“), der auch das Drehbuch schrieb. Bekanntestes Gesicht innerhalb der Darstellerriege ist Urgestein Brad Dourif („Chucky – Die Mörderpuppe“), der seinen guten Ruf mit der Mitwirkung in solcherlei Machwerken nachhaltig ruinieren könnte. Zudem wirkt mit Thomas Ian Nichols („American Pie“) ein Darsteller mit, der eher durch seine Ausflüge in den Comedy-Sektor Bekanntheit erlangte. Hauptdarsteller Jordan Matthews ist hingegen ein absoluter Neuling im Filmgeschäft, bekam hier aber trotzdem gleich nachhaltig die Möglichkeit, in seiner ersten Hauptrolle grandios zu scheitern.

„Krieger des Lichts“ trägt zwar das Licht im Titel, bietet aber qualitativ nur jede Menge Schatten. Hauptdarsteller Jordan Matthews macht den Eindruck, als hätte er sich am Set von „Twilight“ verlaufen und wäre nur versehentlich in diesem Film gelandet. So verdecken seine zotteligen, dunklen Haare auch den Großteil seines Gesichts, weshalb mimische Glanzleistungen allein schon aufgrund des mangelnden Sichtfensters für den Zuschauer ausbleiben. Hallee Hirsh hingegen agiert hier wie unter Drogeneinfluss und schneidet Grimassen, als ob sie sich für eine schmalzige Telenovela bewerben würde. Der diabolisch auftretende Brad Dourif hat in der ersten Filmhälfte kaum Screentime, spielt aber trotzdem die versammelte darstellerische Ausdruckslosigkeit spielend an die Wand. Sein Mitwirken wird dadurch aber nur umso bedauerlicher, denn die Qualität des Films spottet wahrlich jeder Beschreibung. Das Hauptübel ist bereits die dem Film zugrunde liegende Geschichte, die vor allem durch zähflüssige Rückblenden nachgereicht wird. Denn lange Zeit ist der Film inhaltlich nicht mehr als die Flucht von Jacob und Sarah vor den augenlosen Zombiehorden des Totenbeschwörers. Parallel zu dieser Flucht, mit deutlich weniger Spielzeit bedacht und zudem eigentlich völlig belanglos, bilden die in ihrem Haus eingeschlossenen Maggie und Jill eine ärmliche Abart eines zweiten Pseudo-Handlungsstrangs. Diese Gegenwartsebene wird aber, wie bereits erwähnt, durch ständige überkomplizierte Rückblenden auf das Wirken von Sarahs Onkel Michael torpediert. Eine kurze chronologische Einführung hätte hier Wunder gewirkt und den Einstieg in den Film deutlich erleichtert.

Bei den zahlreichen Actionszenen kann sich der Zuschauer nur noch mit Grausen abwenden, denn Hänfling Jacob schnetzelt sich hier mit seinem albernen Zauberschwertchen durch Horden völlig verblödeter Zombies, während sich dabei die ständig gleichen Animationen des CGI-Blutes fontänenweise über den Bildschirm verteilen. Von Choreographie kann hier keine Rede sein und die Spezialeffekte gehören zum Schlechtesten, was unter Aufwendung von Zahlungsmitteln gesichtet werden kann. Außerdem bleibt das potentiell durch die jugendliche Besetzung der Hauptrollen avisierte Zielpublikum durch den überzogen eingespielten Gewaltpegel weitgehend auf der Strecke. Auch die künstlich erzeugten Hintergründe und grausamen Bluescreen-Effekte reizen mehr zum Weinen als zum Lachen. Bis zum Ende müht sich das Werk zudem in äußerst kläglicher Manier auf der Suche nach einem roten Faden, findet allerdings letztendlich nicht mal einen ordentlichen Showdown, geschweige denn ein versöhnliches Ende, und verbreitet nur tödliche Langeweile.

Digitale Aufarbeitung:
Die BD zum Film liegt zwar im 1080p-Format vor, wirklich auf dem Fernseher zu erkennen ist das allerdings nicht. Das Bild rauscht für einen neuen Film sehr stark und der optische Eindruck erinnert hinsichtlich der Schärfewerte eher an eine DVD. Denn das Bild ist ziemlich weich ausgefallen und es mangelt ihm gewaltig an Detailtiefe. Bewegungsunschärfen sind ebenfalls vorhanden. Auch die Farbgebung wirkt ziemlich ausgewaschen, während der Kontrast teilweise deutlich zu steil ausgefallen ist, was leider z.B. bei Gesichtern zu diversen Überstrahlungen führt. Tontechnisch gibt es zumindest eine gute Verständlichkeit, eine ausgewogene Abmischung und einen relativ druckvollen Soundtrack positiv zu vermerken. Durch diese alles übertönende Musikuntermalung beraubt sich der Film allerdings auch der Möglichkeit, die Actionszenen mit direktionalen Effekten aufzuwerten.

Auf der Blu-ray befinden sich lediglich der deutsche Trailer und der Originaltrailer zum Film.

Fazit:
„Krieger des Lichts“ ist qualitativ unterirdischer Horror in fantasylastiger Ausprägung und vergrätzt seine Zuschauer mit grottenschlechten computergenerierten Spezialeffekten, talentfreien Darstellern, fehlendem inhaltlichen Fundament und durch unnötig kompliziert eingeflochtene Rückblenden. Wohin das Auge des Zuschauers auch blickt, ergibt sich für ihn nur ein einziges Bild des Elends, sowohl in kreativer als auch in handwerklicher Hinsicht. Technisch bietet die BD zudem eine weitere Enttäuschung und hinterlässt einen unterdurchschnittlichen Eindruck, der sich auch durch das dünne Bonusmaterial weiter verfestigt.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
2,35:1
2,35:1
99:14 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
DTS-HD Master Audio 7.1
DTS-HD Master Audio 7.1
Englisch
DTS-HD Master Audio 7.1
DTS-HD Master Audio 7.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Deutscher Trailer
  • Originaltrailer
Krieger des Lichts - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Krieger des Lichts
Fading of the Cries

Bild unseres Mitarbeiters Lennart Reimherr
Dieser "Horrorfilm" schläfert sogar hirntote Zombies ein


Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2011
Regie:
Brian A. Metcalf
Drehbuch:
Brian A. Metcalf
Darsteller:
Hallee Hirsh, Jordan Matthews, Thomas Ian Nicholas, Brad Dourif, Elaine Hendrix, Mackenzie Rosman, Jessica Morris, Lateef Crowder

Label Deutschland :
Sunfilm Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
11.08.2011