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The DescendantsLucky TroubleDas Todesspiel

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DVD-Besprechung - Lost Dogs

Story:
Stuart (Martin Trenaman) und seine Freundin Nora (Karen Graham) leben gemeinsam in einem heruntergekommenen Wohnmobil, in direkter Nachbarschaft zu ihrem Kumpel Dennis (Tom Watt). Da Stuart und Dennis bereits kriminelle Erfahrungen gesammelt haben, halten sie es für eine gute Idee, die beiden Bulldoggen von Marie-Carmen (Lesley Joseph), der Frau des reichen Antiquitätenhändlers Maurice Todd (Ron Moody), gegen eine Lösegeldforderung von 25.000 Pfund zu entführen. Und das, obwohl Stuart momentan lediglich auf Bewährung draußen ist und kommunale Hilfstätigkeiten erledigt. Natürlich läuft bei der Entführung längst nicht alles glatt, denn Maurice hat nicht nur Schulden, sondern sein Sohn Raymond (Jeremy Edwards) ist auch noch ein ziemlich cholerischer Polizist.

Meinung zum Film:
„Lost Dogs“ ist eine britische Mixtur aus Gaunerkomödie und Drama, die bereits auf das Jahr 2005 zurückgeht. Realisiert wurde die Produktion von Regisseur Jim Doyle („Liverpool Gangster“) und Drehbuchautor Tony MacNabb („Going to Kanas City“), die weder vorher noch nachher große Spuren im Filmgeschäft hinterlassen haben. Die Darstellerriege ist ebenfalls nicht gerade prominent besetzt, was angesichts des Budgets von deutlich unter einer Million Pfund allerdings auch nicht sonderlich verwundern darf. Hauptdarsteller Martin Trenaman („Phoneshop“) ist zwar Vollblutkomiker, allerdings deutlich aktiver als Drehbuchautor entsprechender Fernsehformate. Ron Moody („Die zwölf Stühle“) hat seine besten Zeiten lange hinter sich, während Jeremy Edwards in dem kürzlich ebenfalls bei Infopictures erschienenen Titel „Flirting with Flamenco“ bereits mit Jim Doyle zusammenarbeitete.

„Lost Dogs“ hat leider von Beginn an ein großes Problem. Der Ausgangspunkt eines misslungenen oder mit unerwarteten Komplikationen verbundenen Ganovenstücks ist typisch für schwarze Komödien aus Großbritannien. Und auch die Charaktere sind zwar keine überzeichneten Chaoten, allerdings insgesamt doch eher schräg angelegt. Die eigentliche Geschichte, die sich dann entfaltet, beinhaltet jedoch lediglich einen humoristischen Unterton, strotzt aber keineswegs vor Gags und wirkt insgesamt eher tragisch. Es gelingt den Verantwortlichen dabei nicht, die materiell unterprivilegierten Ganoven wirklich liebenswert darzustellen, da diese zum Teil auch vor drastischen Maßnahmen gegen die Hunde, oder Waffeneinsatz, keineswegs zurückschrecken. Nora ist hier zwar charakterlich völlig anders geeicht, wirkt aber lange Zeit eher wie eine Träumerin und viel zu passiv. Auf der anderen Seite wirkt die Familie Todd auch eher abgezockt und ist hinsichtlich der Wahrung ihrer Interessen auch alles andere als zimperlich.

Durch diese Personenkonstellation fehlt dem Zuschauer eine wirkliche Sympathiefigur. Außerdem weiß er nie so recht, ob er sich eigentlich amüsiert fühlen oder die Geschehnisse, die natürlich auf einen fatalen Ausgang zulaufen, eher mit einem weinenden Auge betrachten soll. So wirkt die gesamte Inszenierung zwar weitgehend schlüssig und auch relativ glaubwürdig, greift also keinesfalls auf zufällig und übertriebene wirkende Wendungen zurück, schafft es aber auch nie, dramaturgisch zu glänzen, wirklich pointiert Akzente zu setzen, oder dem Zuschauer das Gefühl zu geben, dass hier irgendeine bestimmte Moral von der Geschicht zu erwarten sei. So sorgt dann auch das Ende des Films für viele Fragezeichen beim Zuschauer und es bleibt trotz ansprechender Leistungen der Darsteller die Frage offen, warum sich die Verantwortlichen nicht grundsätzlich für ein handfestes Drama mit mehr Tiefgang oder eben eine reine Komödie mit skurillerer Situationskomik entschieden haben.

Digitale Aufarbeitung:
Die Bildschärfe der vorliegenden DVD ist wechselhaft ausgefallen und wirkt gelegentlich etwas weich (16:21/41:50). Ist die Kamera hingegen relativ nah am Geschehen (36:30), fällt die Schärfe meist ziemlich gut aus. Die Farbgebung wirkt natürlich, aber auch ziemlich blass. Das liegt wohl auch an den steilen Kontrastwerten, bei denen häufiger Überstrahlungen zu beobachten sind, vor allem, wenn zusätzliche Lichtquellen ins Spiel kommen (22:27). Bei dunklen Szenen mit Kunstlicht verschwimmen außerdem Konturen und ein deutliches Bildrauschen macht sich bemerkbar (16:06). Die Kompression verhält sich leider recht auffällig und sorgt für einige Unruhen. Konkret erkennbar sind beispielsweise ein teilweise leicht waberndes Bild (29:34) oder Kantenflimmern (Brillengestell bei 43:02). Die beiden Tonspuren klingen grundsätzlich gut verständlich, wenn auch, abgesehen von einigen Musiksequenzen, weitgehend frontlastig. Leider kommt es aber, wie bereits beim Infopictures-Titel „Housekeeper's Revenge - Die Rache der Putzfrauen“, zu etlichen, sehr störenden Tonschwankungen (5:53/24:30/44:46). Die deutsche Tonspur wird dann spontan für kurze Zeit sehr leise und dumpf. Bei der englischen Originaltonspur ist dieses Phänomen hingegen nicht zu vernehmen. Auch bei Effekten ist die Abmischung der deutschen Tonspur suboptimal, wenn z.B. Hintergrundgeräusche wie vorbeirauschende Autos von den Dialogen fast komplett übertönt werden. Optional gibt es auch deutsche Untertitel.

Der vorliegenden „2 Disc Edition“ des Titels liegt eine „Copy-To-Go-Bonusdisc“ des Films für mobile Endgeräte bei. Auf der eigentlichen Film-DVD befinden sich der deutsche Trailer, zwei englische Trailer und ein englischer Teaser. Die Veröffentlichung besitzt ein Wendecover.

Fazit:
„Lost Dogs“ ist weder Fisch noch Fleisch. Die Ingredenzien für eine schwarzhumorige Gaunerkomödie britischer Prägung sind zwar vorhanden, die Geschichte verläuft aber eher wie ein Drama und es mangelt ihr nicht nur an wirklicher Situationskomik, sondern auch an einer pointierten Dramaturgie. Technisch ist die DVD sowohl im Bild- als auch im Tonbereich durchwachsen ausgefallen und auch das Bonusmaterial löst keine Jubelstürme aus.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
1,85:1
1,85:1
81:24 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Copy-To-Go-Bonusdisc des Films für mobile Endgeräte
  • Deutscher Trailer
  • Zwei englische Trailer
  • Englischer Teaser
Lost Dogs - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Lost Dogs
Lost Dogs

Bild unseres Mitarbeiters Lennart Reimherr
Halb Komödie, halb Drama, aber leider eben kein rundes Gesamtbild!


Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Großbritannien , 2005
Regie:
Jim Doyle
Drehbuch:
Tony MacNabb
Darsteller:
Martin Trenaman, Tom Watt, Karen Graham, Ron Moody, Lesley Joseph, Jeremy Edwards, David Wilkinson, Marc Danbury, John Webber

Label Deutschland :
Infopictures
Verkaufsstart Deutschland :
19.08.2011