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Blu-ray-Besprechung - The Wackness

Story:
Luke Shapiro (Josh Peck), ein durchschnittlicher Losertyp, ist gerade mit der High School fertig geworden und verdient sich ein bisschen nebenher, indem er mit Marihuana dealt. Außerdem tauscht er die Droge bei seinem Therapeuten Dr. Squires (Ben Kingsley) gegen Sitzungen ein. Während sich der Doktor nach einen Hippieleben sehnt, träumt Luke von der großen Liebe. Und die glaubt er ausgerechnet in Squires Stieftochter Steph (Olivia Thirlby) gefunden zu haben.

Meinung zum Film:
"The Wackness" ist nach "All the Boys Love Mandy Lane" der zweite Film von Regisseur Jonathan Levine. Als klassisches Coming-of-age-Drama angelegt, erzählt er nicht nur die Geschichte rund um den Außenseiter Luke (Josh Peck, "Drillbit Taylor") und seinen Therapeuten Dr. Squires (Ben Kingsley, "Gandhi"), sondern ist auch eine Hommage an das Leben in den 90ern und vor allem die Musik aus dieser Zeit. Levine, der selbst in den 90ern ein Jugendlicher war, ließ laut eigener Aussage einzelne autobiografische Elemente in die Handlung einfließen, u.a. die Lebensperspektive Lukes. Neben den Hauptdarstellern Kingsley und Peck wirken auch noch u.a. Famke Janssen ("X-Men"), Olivia Thirlby ("Freundschaft plus") und Mary-Kate Olsen ("Beastly") mit.

Wer mit Geschichten rund um Drogen nicht viel anfangen kann, wird mit "The Wackness" sicherlich eher schwer warm werden. Luke und sein Psychologe werfen sich im Laufe der Handlung mehr Halluzinogene ein als die Hauptfiguren von "Fear and Loathing in Las Vegas" und wecken fast schon Erinnerungen an 70er-Jahre-Hippie-Drug-Trash-Werke. Das kann einem als europäischem Zuschauer, der auch in den 90er-Jahren eher weniger solcher Personen in seinem Bekanntenkreis gehabt haben dürfte, schnell auf die Nerven gehen. Zudem ist die grundsätzliche Geschichte rund um einen unscheinbaren Jungen, der nach der High School nicht weiß, wie es mit dem Leben weitergehen soll, und noch dazu unglücklich verliebt ist, jetzt wirklich nichts bahnbrechend Neues.

Was "The Wackness" dann aber doch noch aus der Beliebigkeit rettet, sind der zur Grundstimmung des Films passende Soundtrack, der sich größtenteils aus Hip Hop und R&B zusammensetzt, sowie die großartigen schauspielerischen Leistungen von Peck und Kingsley. Pecks Rolle bietet zwar nichts Neues und ist so oder so ähnlich schon in diversen Filmen aufgetaucht, er spielt sie aber deutlich überzeugender, als gewöhnlich. Auch Ben Kingsley hat hier nach einigen peinlicheren "Ich war alt und brauchte das Geld"-Schrottauftritten in Filmen wie "Bloodrayne" oder "Der Love-Guru" mal wieder eine Paraderolle erwischt. Der gealterte Therapeut, der so vieles will, aber so wenig erreicht und seine eigenen Wünsche und Träume über seinen (einzigen?) Patienten zu realisieren versucht, gehört eindeutig zu den besten Darbietungen des Schauspielers in den letzten Jahren.

Digitale Aufarbeitung:
Für eine aktuelle Produktion macht "The Wackness" auf Blu-ray leider keinen allzu überzeuenden Eindruck. Der Farbumfang ist stark reduziert, zudem wirkt der Transfer meistens äußerst dunkel. Hinzu kommen eine nur durchschnittliche Schärfe und ein sehr auffälliges Rauschen, das auf stark körniges Filmmaterial hindeutet. Der Ton liegt auf Deutsch und Englisch in dts-HD Master Audio vor und weiß deutlich besser zu gefallen als das Bild. Zwar ist das Klangbild recht frontlastig ausgefallen, dafür wird der Soundtrack aber sehr druckvoll und dynamisch präsentiert. Die Dialoge sind ebenfalls jederzeit klar verständlich.

Als Extras gibt es neben ein paar Trailern und Werbespots einen Audiokommentar mit Regisseur Levine und Hauptdarsteller Peck. Dieser ist sehr unterhaltsam und präsentiert zahlreiche Hintergründe und Anekdoten vom Dreh. Zusätzlich gibt es noch fünf Minuten an Deleted Scenes zu sehen, eine knapp achtminütige TV-Show-Parodie in Form von "Luke Shapiro's Dope Show" und die ebenfalls achtminütige Featurette "Keeping it Real", die einen Tag im Leben des Regisseurs begleitet und zeigt, wie er den Film bei seiner Premiere während des L.A. Film Festivals präsentiert. Abgerundet wird das Ganze von 18 Minuten "Behind the Scenes", in denen es primär darum geht, wie sich New York innerhalb der letzten 15 Jahre verändert hat und wie das Aussehen und Flair der Stadt, wie es Mitte der 1990er vorherrschte, im Film zu neuem Leben erweckt wurde.


Fazit:
"The Wackness" ist ein Coming-of-age-Drama, dessen 1990er-US-Großstadt-Drogenmentalität für europäische Zuschauer sicherlich etwas befremdlich wirkt und das auch storymäßig nichts übermäßig Neues zu bieten hat. Dennoch enttäuscht der Film nicht wirklich, was neben dem gelungenen Soundtrack vor allem den hervorragenden Darbietungen der beiden Hauptdarsteller zu verdanken ist. Technisch bewegt sich die Blu-ray auf unspektakulärem Niveau, hat aber ein paar unterhaltsame Extras aufzuweisen.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
2,35:1
2,35:1
98:45 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
DTS-HD  Master Audio 5.1
DTS-HD Master Audio 5.1
Englisch
DTS-HD  Master Audio 5.1
DTS-HD Master Audio 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Audiokommentar mit Regisseur Jonathan Levine und Hauptdarsteller Josh Peck
  • Deleted Scenes
  • Luke Shapiro's Dope Show
  • Ein Tag im Leben von Regisseur Jonathan Levine
  • Behind the Scenes
  • Trailer
The Wackness - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
The Wackness
The Wackness

Bild unseres Mitarbeiters Jano Rohleder
Durchschnittliches Drama mit großartigen Darstellern


Autor der Besprechung:
Jano Rohleder

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA / UK, 2008
Regie:
Jonathan Levine
Drehbuch:
Jonathan Levine
Darsteller:
Ben Kingsley, Josh Peck, Famke Janssen, Olivia Thirlby, Mary-Kate Olsen, Jane Adams, Method Man, Aaron Yoo

Label Deutschland :
Koch Media Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
05.08.2011