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Blu-ray-Besprechung - Drifter
Story:
Vier Fremde treffen in einer Wüste aufeinander und müssen aufgrund seitlicher Narben feststellen, dass ihnen offensichtlich die Nieren entfernt wurden. Was geht hier vor sich? Eine sehr berechtigte Frage. Vor allem, als dann einer nach dem anderen verstirbt, worauf kurz danach allerdings alle vier wieder putzmunter auf einem Floß im Meer erwachen, und das natürlich ohne Narben.
Meinung zum Film:
Die Thematik "Fremde (ohne Erinnerung) treffen aufeinander und müssen herausfinden, was sie verbindet, um nicht zu sterben" ist mittlerweile nichts Neues mehr und alle naselang in irgendwelchen Horrorfilmen oder Thrillern zu finden. Bevorzugt B-Movies wie "Nine Dead" oder "Das Chaos-Experiment" greifen diese Grundidee immer wieder gerne auf, aber auch bekanntere Genrevertreter, wie z.B. die "Saw"-Reihe, basieren zum Teil auf diesem Schema. Mit "Drifter" hat sich nun der niederländische Regisseur und Drehbuchautor Roel Reiné ("Death Race 2"), der gleichzeitig auch als Kameramann und Produzent fungierte, ebenfalls an diese Thematik herangewagt und das Ganze um ein paar Metaebenen erweitert. In den Hauptrollen sind eher unbekanntere Gesichter zu sehen, die bislang hauptsächlich Gastauftritte in einigen Filmen und TV-Serien aufzuweisen haben.
Das Problem von "Drifter" ist, dass der Film ein einziges inhaltliches Chaos ist und zu keiner Zeit in irgendeiner Form Sinn ergibt. Das fängt schon nach den ersten paar Minuten an, als die vier Fremden offensichtlich in der Wüste gestorben sind, nur um kurz darauf auf einem aufblasbaren Floß irgendwo vor einer Küste aufzuwachen. Zu dieser Zeit ist bereits zu erahnen, dass es sich um irgendeine seltsame Psychogeschichte handeln muss, die bis zum Schluss kaum zu durchschauen ist. Zwar wird schnell klar, dass die Antwort irgendwo in der Vergangenheit von Martin (Cameron Daddo, "Big Mamas Haus 2") liegen muss, da er ständig irgendwelche Erinnerungsvisionen von seinem Kollegen, dessen Frau sowie seiner eigenen Frau hat, doch worum es geht, ist kaum zu verstehen. Das ändert sich leider auch nicht, als einem in den letzten zwei, drei Filmminuten die anscheinende Auflösung des Ganzen präsentiert wird. Zwar erklären sich zu diesem Zeitpunkt halbwegs die "Metaebenen", was aber nun wirklich in der Realität passiert ist, verbleibt weitgehend undurchschaubar.
Dass eine Geschichte mit verschiedenen Erzählebenen und Geheimnissen durchaus funktionieren kann, hat u.a. Christopher Nolan mit "Memento" bewiesen. Den Beweis dafür, dass die Sache auch vollkommen in die Hose gehen kann, tritt dagegen Roel Reiné mit "Drifter" an. Denn der Film ist nicht nur größtenteils unverständlich, sondern auch noch vollkommen langweilig inszeniert. Für einen Thriller passiert einfach nichts Interessantes und der Zuschauer verspürt auch zu keiner Zeit wirklich das Bedürfnis, den Film weiterhin bis zum Ende anschauen zu müssen, selbst wenn das bedeutet, überhaupt keine Art von Erklärung für die Ereignisse zu erhalten. Vollkommen sinnfreie und willkürlich eingeworfene Dialoge wie "Und was, wenn wir doch von Außerirdischen entführt wurden?" schaffen da wenig Abhilfe, genauso wenig wie die uninspirierten Darstellungen und die gelangweilt wirkende deutsche Synchronisation. 80 Minuten können deutlich sinnvoller verbracht werden.
Digitale Aufarbeitung:
"Drifter" präsentiert sich auf Blu-ray in durchschnittlicher HD-Qualität. Die Farben wirken kräftig und natürlich, Schärfe und Detailzeichnung schwanken aber von Szene zu Szene. Insgesamt überwiegt zwar ein einigermaßen klarer Eindruck, einige Einstellungen wirken aber eher weichgezeichnet. Zudem tritt ein mal mehr, mal weniger starkes Rauschen auf und die Kompression macht sich hin und wieder bemerkbar. Der Ton liegt auf Deutsch und Englisch in dts-HD Master Audio 5.1 vor, die deutsche Fassung gibt es zudem als Dolby-2.0-Version. Wie es des Öfteren bei Filmen dieses Labels der Fall ist, klingt auch hier der Originalton deutlich dynamischer als die deutsche Sprachversion. Ob es sich nur um einen Upmix der 2.0-Spur handelt, lässt sich nicht eindeutig nachvollziehen, Fakt ist aber, dass sich der deutsche Ton ausschließlich auf die Front beschränkt, während die Originalfassung die Rears zumindest gelegentlich auch für Effekte und Umgebungsgeräusche einsetzt. Die Stimmen sind zwar immer klar verständlich, hören sich aber in der deutschen Version auch etwas eingeschränkt und flach an.
Bonusmaterial ist nur in Form des Trailers zum Film vorhanden.
Fazit:
"Drifter" ist ein Film, den die Welt nicht braucht. Ein altbekanntes Schema wird zum x-ten Mal aufgewärmt und dabei eine völlig langweilige und noch dazu unverständliche Geschichte erzählt, die nicht ansatzweise interessant oder unterhaltsam ist. Die Blu-ray wartet mit durchschnittlicher Qualität auf, als Extra gibt es nur den Trailer.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,35:1
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80:24 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 2.0 | Deutsch DTS-HD Master Audio 5.1 | Englisch DTS-HD Master Audio 5.1 |
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Untertitel:
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Keine |
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Bonusmaterial:
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Drifter
Drifter
Lahmer Pseudothriller, der nie in auch nur halbwegs unterhaltsame Gefilde "abdriftet"
Autor der Besprechung:
Jano Rohleder
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Niederlande, 2008 Regie: Roel Reiné Drehbuch: Roel Reiné, Michael A. Rauch Darsteller: Cameron Daddo, Ryan Alosio, Darcy Halsey, Janora McDuffie, Alex Nesic, Hanna Verboom, Gabrielle Dennis
Label :
Savoy Film Verkaufsstart : 26.08.2011
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