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The DescendantsLucky TroubleDas Todesspiel

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DVD-Besprechung - Der Kuss vor dem Tode

Story:
Der Student Jonathan Corliss (Matt Dillon) nimmt sein Laster des Mitgiftjägers ein wenig zu wörtlich. Als der reiche Vater von Corliss' Verlobter Dorothy Carlsson (Sean Young) droht, seiner schwangeren Tochter keinen müden Cent zu vermachen, wird sie eiskalt von Corliss umgebracht, welcher sich unter der neuen Identität Jay Faraday an die Zwillingsschwester Ellen (Sean Young) heranmacht. Diese streitet sich aber nicht nur regelmäßig mit ihrem Vater Thor Carlsson (Max von Sydow), sondern glaubt auch nicht an den angeblichen Selbstmord ihrer Schwester. Ihre privaten Ermittlungen bringen aber nur noch mehr Leichen ans Licht.


Meinung zum Film:
"Der Kuss vor dem Tode" ist die zweite Verfilmung des gleichnamigen Buches von Ira Levin. Der Roman gewann 1954 den Edgar Allan Poe Award für den besten Erstlingsroman und wurde 1956, drei Jahre nach seiner Veröffentlichung, das erste Mal verfilmt und erntete gute Kritiken. Die zweite Verfilmung wurde 1991 produziert und änderte nur wenig von der Romanvorlage, etwa ein paar Namen, und strich eine weitere Schwester. Das ursprüngliche Ende wurde dabei mit einer kleinen Änderung zum ironischen Kommentar. Matt Dillon ("Verrückt nach Mary") spielt seine Rolle überzeugend, die einerseits den cleveren, kaltherzigen Killer und andererseits den einfühlsamen Verlobten beansprucht. Leider kann das nicht von Sean Young ("Blade Runner") behauptet werden, die ihre dramatische Rolle größtenteils nur unterkühlt und distanziert herüberbringt. Der Lohn ihrer "Mühen", oder das Fehlen eben jener, brachte ihr dann, dank ihrer Doppelrolle, auch gleich zwei goldene Himbeeren ein, als schlechteste Schauspielerin und als schlechteste Nebendarstellerin. Dies führt zwar dazu, dass der Mörder sympathischer wird als die vermeintliche Lichtgestalt des Films, nimmt dem Film aber zum Glück nichts von seiner Spannung. So wird der Film zwar zu keiner Meisterleistung, bleibt aber ein gelungener Thriller.

Der Kupfermagnat Thor Carlsson wird von Max von Sydow ("Sag niemals nie") gespielt und hat ein ähnliches Schicksal erlitten wie der Mörder Jonathan. Thor kam als armer Immigrant in die Staaten, wo er sich umständlich zum Besitzer von Kupferminen hocharbeiten musste. Seine Frau Lou beging Selbstmord, bald darauf starb sein Sohn Bobby bei einem Autounfall. Da er als einer der mächtigsten Männer Amerikas einen Ruf zu verlieren hat, hält er die Nachforschungen zu Dorothys Mord diskret und gibt sich mit der Erklärung zufrieden, dass sie Selbstmord begangen hat. Dass seine verschiedene Tochter zum Todeszeitpunkt auch noch schwanger war, hätte nur schlechte PR bedeutet. Jonathan kommt ebenfalls aus ärmlichen Verhältnissen und seine alleinerziehende Mutter konnte nur mit Müh und Not das Geld für seinen Collegebesuch auftreiben. Dort plante er bereits, der Freund von Carlssons Tochter zu werden, um sich dessen Vermögen zu sichern. Doch zunächst machte Thor ihm das Leben durch Privatdetektive zur Hölle, sodass Dorothy Carlsson und er sich nur noch im Geheimen treffen konnten. Nach dem Mord musste sich Jonathan, dem eingewanderten Thor ähnlich, eine ganz neue Identität in einer anderen Stadt zulegen, um es mit Dorothys Schwester erneut zu versuchen und sie schließlich zu heiraten. Beide Männer erreichen ihre Ziele unter vielen Entbehrungen, indem sie von Null auf anfangen mussten. So wird es verständlich, dass die beiden sich bei gemeinsamen Ausflügen sehr gut verstehen.

Das Werk scheut auch nicht davor zurück, andere Filme als stimmungsfördernden Einwurf zu zitieren. So guckt eines der Opfer gerade bei "Abbott und Costello treffen Frankenstein" die Stelle, an der die Mumie erwacht und ihren Sarkophag leer hinterlässt, als Mörder Jonathan sie gewaltsam überwältigt und ermordet. Die Hilferufe und das Gerede über die fehlende Leiche untermalen problemlos die Szene. Später schaut Ellen Hitchcocks "Vertigo - Aus dem Reich der Toten", als sich Jonathan von hinten an sie heranschleicht, eine Szene ganz in der Tradition des "Master of Suspense". Als Madeleine sich bei Hitchcock in die Tiefe stürzt und Scottie verdammt ist hilflos zuzuschauen, wird die Parallele zu Dorothys Tod überdeutlich und das Filmzitat somit rundum gelungen eingeflochten. Weitere Zitate entstammen der Philosophie. Dorothy besucht zu Beginn eine Vorlesung über Nietzsches Konzept des Übermenschen, welcher die Moral überwunden hat und so den Mitmenschen einen Schritt voraus ist. Das alles passiert kurz vor ihrem Mord.

Digitale Aufarbeitung:
Die Bildschärfe ist durchschnittlich mit dem einen oder anderen kurzen Bildfehler, während der deutsche Ton durchgehend dumpf klingt. Die englischen Tonspuren, wahlweise in DD 2.0 oder DD 5.1, klingen ungleich besser.

Als einziges Extra gibt es den deutschen Trailer, der u.a. Szenen aufweist, die nicht im vorliegenden Film zu sehen sind. Die DVD hat ein Wendecover.

Fazit:
"Der Kuss vor dem Tode" ist ein solider Thriller, der sich an Hitchcock orientiert. Obwohl er dieses große Vorbild nicht erreicht, kann sich der Film aber durchaus sehen lassen. Trotz spärlicher Extras handelt es sich somit für Freunde gepflegter Thrillerunterhaltung um einen lohnenden Kauf.


Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
1,85:1
1,85:1
89:10 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Keine
Bonusmaterial:
  • Trailer
Der Kuss vor dem Tode - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Der Kuss vor dem Tode
A Kiss Before Dying

Bild unseres Mitarbeiters David Bühring
Der Mörder ist nicht immer der Gärtner, manchmal liegt er auch direkt neben einem im Bett


Autor der Besprechung:
David Bühring

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA / Großbritannien, 1991
Regie:
James Dearden
Drehbuch:
James Dearden, nach einem Roman von Ira Levin
Darsteller:
James Bonfanti, Sarah Keller, Sean Young, Martha Gehman, Lia Chang, Matt Dillon, Yvette Edelhart, Max von Sydow

Label Deutschland :
MiG Film
Verkaufsstart Deutschland :
11.08.2011