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DVD-Besprechung - Motor Home Massacre

Story:
Da seine Eltern im Urlaub sind, packt Benji seine drei Kumpels ein und fährt mit dem Wohnmobil seines Vaters zum Campingplatz. Dort erwartet sie ein Wochenende mit ihren Freundinnen. Die Dame, die Single Benji versprochen wurde, wartet dort zwar nicht auf ihn, aber dafür ein wahnsinniger Killer.

Meinung zum Film:
Vorweg sollte bemerkt werden, dass es sich bei "Motor Home Massacre" um eine Komödie handelt, obwohl der Film weder bei seiner US-Ausstrahlung noch anlässlich der deutschen DVD-Veröffentlichung als solche beworben wird. Da der Film aber recht langsam mit seinen Gags beginnt, wird das auch erst nach guten fünf Minuten klar. Das liegt zunächst an den Teenager-Klischees, welche schon so gewohnt erschienen, dass kaum noch eine Parodie daraus erkennbar wird. Die Hauptperson Benji etwa ist ein sozial inkompatibler Nerd ohne Freundin. Sein Freund Lincoln hingegen ist ein weißer Rapper, dessen Freundin Brooke problemlos mit seinem Wortschatz voller Obszönitäten klarkommt. Nicks Freundin Faith ist das Vorzeigebeispiel einer dummen Blondine, Roger ist der Macho, der Benji eine Freundin vorgelogen hat, um sich dann selbst an Sabrina ranzumachen, welche wiederum schwer unter ihrer letzten Trennung leidet. Kurz gesagt wäre dieser Trupp Jugendlicher auch in "Freitag der 13." gut aufgehoben. Der andere Grund, diese Komödie zu verkennen, liegt darin, dass sie toternst gespielt wird. Und gerade das macht den Film trotz teilweise müder Witze zu einem durchgängigen Spaß vom Anfang bis zu dem späteren halben Dutzend Plot-Twists gegen Ende.

Dadurch, dass der Film sich nicht als Komödie ankündigt und durchwegs ernst gespielt ist, polarisiert er schon nach den bereits angeführten fünf Minuten, was etwas schade ist. Der Film weist zahlreiche Zitate auf Horrorfilme der Achtziger und Neunziger auf, etwa die kreativen Morde und das übermäßigen Zeigen blanker Brüste. Zu "Freitag der 13." gibt es aber die größten Parallelen. Bereits zu Beginn wird in großer Einöde das von den Protagonisten zelebrierte, sündenhafte Leben bestraft. Das passiert zwar nicht per Aufeinanderschlagen zweier Schlafsäcke, aber dafür durch das Aufhängen eines Zeltes samt halbnackter Insassin und Aufschlitzen desselben mit einer Machete. Der unaufdringliche Humor des Films ist auch in einer der späteren Szenen bemerkbar, wenn Benji versucht, Sabrina Beziehungstipps zu geben, aber als Dauersingle nur Floskeln absondert. Das ist allerdings auch eher bezeichnend für ihn, denn in einer anderen Szene verwechselt er schonmal im Halbdunkeln ein Stinktier und eine mitreisende Dame. Dafür möchten andere aber auch den Puls von bereits eindeutig toten Mitreisenden messen.

Die Effekte in "Motor Home Massacre" sind budgetbedingt ziemlich mies, genauso wie die Videoqualität. "Amputierte" Körperteile werden offensichtlich durch schwarze Laken versteckt und in einigen Szenen sind durch die Unschärfe nicht einmal Gesichter eindeutig zu erkennen. Während einer Verfolgungsszene gegen Ende ist eindeutig Tag, obwohl laut Handlung noch dunkelste Nacht herrscht. Dafür sind die Schauspieler überraschend gut in ihren Rollen. So ist auch die Nebenrolle von Rapper Lincoln, trotz Überzeichnung, nicht nur glaubwürdig, sondern auch dauerhaft unterhaltsam. Selbst die eher langweilig gespielten Charaktere wie Benji und Sabrina werden durch die Interaktion miteinander überzeugend. Die Story ist zu einem bestimmten Teil vorhersehbar, aber die Kreativität des unvorhersehbaren Teils macht dieses Manko locker wett. Darsteller und Macher des Filmes scheinen auf alle Fälle eine Menge Spaß bei der Produktion des Filmes gehabt zu haben, der sich auch auf den Zuschauer überträgt, jedenfalls sobald er über den Comedy-Schock hinweg ist.

Digitale Aufarbeitung:
Sobald das Licht vor der Kamera etwas schwächer wird, körnt das Bild bis zur Unkenntlichkeit. Leider passiert das bei einem Film, der fast nur nachts spielt, zu häufig. Der Ton ist klar verständlich und in DD 2.0 sowie 5.1 auswählbar. Die englische Spur (DD 5.1) ist ebenfalls verständlich und bietet eine bessere Räumlichkeit als beide deutschen Tonspuren.

Die DVD bietet einen alternativen Filmanfang und ein alternatives Ende sowie Interviews mit allen Darstellern, aber auch Oberbeleuchter Chris Shrider und Tonmechaniker Scott Balzer, die leicht selbstironisch vom Dreh erzählen. Die Veröffentlichung besitzt ein Wendecover.

Fazit:
"Motor Home Massacre" ist ein überraschend witziger Slasherfilm mit niedrigem Budget. Leider ist dieses auch bereits schnell anhand der wechselhaften Bildqualität auszumachen. Dennoch bereichert der Film mit spritzigen Ideen ein bereits leicht ergrautes Genre und die DVD bietet zudem viele Extras.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 18
1,78:1
1,78:1
86:53 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Keine
Bonusmaterial:
  • Alternativer Anfang
  • Alternatives Ende
  • Originaltrailer
  • Interviews
Motor Home Massacre - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Motor Home Massacre
Motor Home Massacre

Bild unseres Mitarbeiters David Bühring
Ein maskierter Machetenmörder hält sieben Jugendliche davon ab, sich die Zeit mit Sex zu vertreiben


Autor der Besprechung:
David Bühring

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2005
Regie:
Allen Wilbanks
Drehbuch:
Allen Wilbanks
Darsteller:
Shan Holleman, Nelson Bonilla, Justin Geer, Tanya Fraser, Breanne Ashley, Greg Corbett, Lane Morlotte, Diana Picallo, Nichole Crisp, West Cummings, Todd Herring, Sande McGehee

Label Deutschland :
Movie Power
Verkaufsstart Deutschland :
18.08.2011