Splashpages  Home Movies  Rezensionen  Rezension  Kali-Yug
Partner von Entertain Web
http://www.splashmovies.de/php/images/spacer.gif
The DescendantsLucky TroubleDas Todesspiel

In der Datenbank befinden sich derzeit 3.899 Rezensionen. Alle Rezensionen anzeigen...

DVD-Besprechung - Kali-Yug

Story:
(1) Die Göttin der Rache:
Britisch-Indien im Jahre 1880: Als sein Gehilfe auf dem Weg nach Madanpur gewaltsam den Tod findet, wird Tropendoktor Simon Palmer (Paul Guers) aktiv. Allerdings nimmt ihn der englische Gouverneur Robert Talbot (Ian Hunter) nicht einmal ernst, als direkt vor Ort ein Einwohner getötet wird. Erst als Oberleutnant Walsh (Michael Medwin) ermordet aufgefunden wird, verdächtigt man Dr. Palmer, der sich nur wenige Stunden zuvor mit ihm anfeindete. Auf der Flucht lernt Palmer nicht nur Gopal (I. S. Jogar) kennen, sondern auch den Kali-Kult, der etwas mit den Morden zu tun haben könnte. Noch weiß er nicht, dass sein eigenes Leben durch die Nachforschungen ebenfalls gefährdet ist.

(2) Aufruhr in Indien:
Dr. Palmer und Gopal schafften es nach Madanpur, sind jedoch dort nun in Gefangenschaft des Maharadschas (Rolando Lupi), der beide für die Entführer seines Enkels hält. Während sich der englische Gouverneur auf den Weg zu ihm macht, befreit Bauchtänzerin Amrita (Claudine Auger) die beiden. Ob sie nun für den Kali-Kult-Anführer Saddhu (Klaus Kinski) arbeitet oder doch zu den beiden Freiheitskämpfern hält, wird sich im Kampf zwischen Gouverneur Talbot und dem Kali-Kult in Madanpur zeigen müssen.

Meinung zum Film:
"Kali-Yuga" (kali-yug = Zeitalter des Dämons Kali) erschien 1963 in zwei Teilen, die insgesamt gute drei Stunden Spielzeit aufweisen. Das Mammutwerk entstand aus einer italienischen Kooperation mit Deutschland und Frankreich, wurde aber wegen seiner kritischen Handlung statt in Indien in Pakistan gedreht. Die Schauspielergarde ist ebenso international: Senta Berger ("Der brave Soldat Schweijk") kommt aus Österreich, Klaus Kinski ("Dr. Schiwago") und Joachim Hansen ("Der Stern von Afrika") aus Deutschland, Paul Guers ("Das Parfum von Yvonne") und Claudine Auger ("Salz auf unserer Haut") aus Frankreich, Sergio Fantoni ("Katharina von Rußland") und Roldano Lupi aus Italien sowie Lex Barker ("Tarzan und das blaue Tal") aus den USA. Die einzigen Darsteller, die wirklich aus Großbritannien stammen, sind Ian Hunter ("Der Weltmeister") und Michael Medwin ("Der längste Tag"), der einzige echte Inder ist hingegen I. S. Johar ("Lawrence von Arabien").

Klaus Kinski wurde für seine Rolle aufwendig dunkelhäutig geschminkt und mit einem Bart versehen. Allerdings schien er sich im italienischen Film nur im ersten Teil selbst synchronisiert zu haben, obwohl er schon im Produktionsjahr in Deutschland Karriere machte. Doch auch die deutsche Tonspur rettet nicht das stellenweise sehr schwache Schauspiel, welches es schwer macht, wenigstens einen Sympathieträger unter der Unmenge von Klischeerollen zu finden. So formt sich auch ein Liebesdreieck, welches am Ende des Films ziemlich geschmacklos durch den Tod diverser Figuren aufgelöst wird. Doktor Palmer, der Held der Geschichte, greift auch mehrfach zum Revolver, obwohl er vorher behauptete, solche Gewalt sei nicht mit seinem hippokratitschen Eid zu vereinbaren. Gerade über die Filmdauer von drei Stunden wirken diese Mankos erst richtig. In Deutschland wurde der Film zudem an unmöglicher Stelle geteilt und mit einer dramaturgisch unglücklich platzierten Rückblende versehen, was in keinem anderen Land der Fall zu sein scheint.

Doch dieser verunglückte Starauflauf hat andere Vorzüge. Da in Pakistan gedreht wurde, ist die Originalkulisse (etwa bei Madanpur) ein Blickfang. Die Städte wirken wie Oasen in der endlosen Öde, welche den Kontrast der kunstvollen, bunten Zierde der Maharadscha-Räume zu den plumpen Häuschen des Volkes nur betont. Die Armut in Indien wird somit leider nur zu authentisch nachgestellt, da auch Pakistan kein reiches Land ist und war. So wird Pakistan zur perfekten Indien-Kulisse. Der Kali-Kult, der sich zu einer Revolution im besetzten Indien entwickelt, ist interessant genug, um die Aufmerksamkeit trotz einiger dauerhafter Fehler über drei Stunden zu erhalten. Obwohl der Held und der Schurke klar definiert sind, erscheinen auch Saddhus Motive nachvollziehbar, der das verarmte Indien von den Briten befreien möchte. Das Filmende geht einen sauberen Mittelweg, bis zu dem es außerhalb des Filmes aber noch einige Jahre brauchte.

Digitale Aufarbeitung:
Die Videoqualität erinnert an einigen Stellen an die einer VHS, was bei einem fast 50 Jahre alten Film eher ein Kompliment darstellt. Das Bild körnt und hat ziemlich starke Kontraste, wodurch Details verloren gehen. Der deutschen Tonspur mangelt es altersbedingt an Raumtiefe und jeder Sprecher scheint an derselben Stelle zu stehen, ansonsten ist sie ziemlich gut erhalten.

Auf den DVDs gibt es kein Bonusmaterial. Dafür wurden in zwei Beiheften die "Illustrierte[n] Filmbühne[n]" der Filme nachgedruckt: Diese Programmhefte erschienen etwa zur selben Zeit wie der Film und fassen dessen Inhalt zusammen. Außerdem gibt es weitere Informationen zur Starbesetzung. Die Veröffentlichung besitzt ein Wendecover.


Fazit:
"Kali Yug" spielt mit den Erwartungen: Die bekannten Darsteller wirken enttäuschend, während die Handlung bis zum Ende spannend bleibt. So wiegen sich Vor- und Nachteile ungefähr auf. Zwei schmale Broschüren sind jedoch die einzigen Verbesserungen zur Veröffentlichung auf Videokassette - sehr schade!

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
1,66:1
1,66:1
Die Göttin der Rache:
92:04 Minuten

Aufruhr in Indien:
90:53 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Keine
Bonusmaterial:
  • Zwei Broschüren (u.a. "Illustrierte Filmbühne"-Nachdrucke)
Kali-Yug - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Kali Yug
Kali Yug, la dea della vendetta

Bild unseres Mitarbeiters David Bühring
Ein Krimi im kolonialisierten Indien mit Starbesetzung


Autor der Besprechung:
David Bühring

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Deutschland / Frankreich / Italien, 1963
Regie:
Mario Camerini
Drehbuch:
Leonardo Benvenuti, Piero De Bernardi, Guy Elmes, Robert Westerby
Darsteller:
Paul Guers, Senta Berger, Lex Barker, Sergio Fantoni, Klaus Kinski, Ian Hunter, I. S. Johar, Claudine Auger, Joachim Hansen, Michael Medwin, Roldano Lupi, Alfio Caltabiano, Luciano Conversi, Paul Muller, Lamberto Antinori, Maharay Din, Ajimal Khan, Zarrin Panna, M. J. Thakur

Label Deutschland :
Pidax film
Verkaufsstart Deutschland :
05.08.2011