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Kino-Besprechung - Midnight In Paris

Story:
Gil (Owen Wilson, "Die Royal Tenenbaums) verbringt die Ferien mit seiner Verlobten Inez (Rachel McAdams, "Die Frau des Zeitreisenden") und deren nervenden Eltern in Paris. Als zwar gefragter, aber unglücklicher Drehbuchautor seichter Hollywoodstreifen sehnt er sich danach, als echter Schriftsteller einen richtigen Roman zu verfassen. Die erhoffte Inspiration bleibt zunächst aus – doch Punkt Mitternacht befördert ihn ein geheimnisvoller Oldtimer geradewegs in die Roaring Twenties von Paris, wo ihm solche Berühmtheiten wie Ernest Hemingway (Corey Stroll) und Salvador Dalí (Adrien Brody, "Der Pianist") ihre Aufwartung machen.

Meinung zum Film:
Mit „Midnight In Paris“, der jüngst die 64. Filmfestspiele in Cannes eröffnete, gibt sich Woody Allen so meisterhaft und witzig wie schon lange nicht mehr. Allens mittlerweile 42. Film - der erste der komplett in Paris entstand – vereint die magisch-realistischen Momente von „The Purple Rose Of Cairo“ und „Zelig“ mit dem unnachahmlichen Dialogwitz von „Annie Hall“.

Natürlich ist das Paris, das uns Woody Allen präsentiert, ein Klischee durch und durch. Gleich zu Beginn, wo tausendfach gesehene Bilder von Eifelturm, Louvre und Notre Dame aneinander gereiht werden, wird das bereits deutlich. So wie in „Christina Vicky Barcelona“ und seinen anderen Filmen aus der alten Welt, weiß Allen um den Umstand, dass sich diesen Postkartenstädten in keiner neutralen Weise genähert werden kann. Und diese Tatsache macht er sich für eine surreale Zeitreise voller zauberhafter Nostalgie und falscher Fakten zunutze.

Es ist aber auch gar nicht wichtig, wie genau Gils Zeireise in die Vergangenheit vonstatten geht. Allen dreht keine Science-Fiction, sondern existentialistische Liebeskomödien. Und deshalb geht Gil auch am Ende seiner Reise, die ihm nicht nur Bekanntschaften mit berühmten Künstlern, sondern auch die mit einer wunderbaren Frau (Marion Cotillard) beschert, ein Licht auf. Das persönliche Glück ist nicht in der Vergangenheit zu suchen, sondern im Hier und Jetzt. Wenn der moralische Zeigefinger doch nur häufiger so charmant gehoben würde.

Fazit:
In „Midnight in Paris“ ist von Altersschwäche nichts zu spüren. Woody Allen, mittlerweile 75, stellt die gleichen Fragen wie eh und je, hat noch immer keine Antworten, ist dabei aber genauso witzig wie zu seinen besten Zeiten. Wem seine letzten Filme zu beliebig und schablonenhaft waren, wird von „Midnight in Paris“ freudig überrascht werden.

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Midnight In Paris
Midnight In Paris

Bild unseres Mitarbeiters Wadim Halter
Woody Allens 42. Film ist eine Ode an das Paris der Wilden Zwanziger


Autor der Besprechung:
Wadim Halter

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Frankreich, 2011
Regie:
Woody Allen
Drehbuch:
Woody Allen
Darsteller:
Owen Wilson, Rachel McAdams, Marion Cotillard, Adrien Brody, Kathy Bates

Verleiher:
Concorde Film