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DVD-Besprechung - Der Mann mit dem goldenen Arm
Story:
Glücksspieler Frankie Machine (Frank Sinatra) wird aus dem Gefängnis entlassen, wo er nicht nur das Schlagzeugspielen erlernt hat, sondern auch von seiner Heroinsucht befreit wurde. Frankie versucht ein neues Leben als Jazzmusiker in Chicago zu beginnen, doch schon bald gerät er wieder in die Verbrecherkreise, in denen er sich früher aufgehalten hatte. So ist er schnell zurück bei seinem alten Job im Casino und natürlich auch bei seiner Drogensucht. Kann es Frankie doch noch gelingen, irgendwann Frieden zu finden und sich von seiner Vergangenheit zu lösen?
Meinung zum Film:
"Der Mann mit dem goldenen Arm" entstand im Jahr 1955 unter der Regie des von Österreich nach Amerika ausgewanderten Otto Preminger, der nicht nur durch die Adaption des Romans "Exodus" weltweite Berühmtheit erlangte. Zudem war er auch in der "Batman"-TV-Serie aus den 60er-Jahren zweimal als Bösewicht Mr. Freeze zu sehen. Mit "Der Mann mit dem goldenen Arm", in dem unter anderem Stars wie Musiklegende Frank Sinatra ("Überfall auf die Queen Mary") und Kim Novak ("Falcon Crest") in den Hauptrollen zu sehen sind, verfilmte Preminger den gleichnamigen Roman des Schriftstellers Nelson Algren aus dem Jahr 1949. Algrens Roman schilderte schonungslos das Leben des Glücksspielers Frankie Machine, einem Kriegsveteran, der sich nicht nur irgendwie über Wasser halten, sondern auch mit seiner Drogensucht zurechtkommen muss. Diese schonungslose Darstellung wollte Preminger in seinem Film direkt übernehmen und wagte sich damit an eine ziemlich heikle Thematik.
Denn zur Entstehungszeit des Films waren Drogen quasi ein Tabuthema in Hollywood. In den 1930er-Jahren hatte die Filmindustrie ein Abkommen ausgearbeitet, den "Hays Code". Dieser stellte eine Art Moralcode dar, dem sich die Studios verpflichteten und der es untersagte, beispielsweise Drogen, Sexualität oder detaillierte Verbrechen zu offen in Filmen zu thematisieren. So ist es auch kein Wunder, dass ein Film wie "Der Mann mit dem goldenen Arm", der sich sehr direkt mit Drogensucht und -abhängigkeit beschäftigt, zunächst nicht in vielen Kinos zu sehen war. Diese Tatsache konnte allerdings nicht verhindern, dass er bei seinem Publikum trotzdem beliebt war und zu einem enormen Kassenschlager wurde. Und schließlich wurde der Film sogar noch für drei Oscars nominiert. Zudem sorgte er auf lange Sicht dafür, dass der Moralkodex, den sich Hollywood selbst aufgelegt hatte immer weiter bröckelte, bevor eine der einschneidensten Zensurmaßnahmen der Filmgeschichte 1967 schließlich komplett von der Bildfläche verschwand.
Natürlich wirkt "Der Mann mit dem goldenen Arm" im Vergleich zu heutigen Filmen, wie "Requiem for a Dream" oder Candy", und deren Auseinandersetzung mit der Drogenproblematik doch schon recht altbacken. Dennoch werden die Heroinsucht und ihre Folgen für damalige Verhältnisse ziemlich realistisch dargestellt. Lobend hervorzuheben ist bei dem Ganzen Frank Sinatra, der hier in einer für ihn eher ungewohnten Rolle eine sehr ernste, dramatische Figur absolut überzeugend zum Leben erweckt. Die Oscar-Nominierung als bester Hauptdarsteller war sein verdienter Lohn. Doch auch die hervorragende Filmmusik von Elmer Bernstein ("Die glorreichen Sieben") und das von Regisseur Preminger durchgängig gelungen inszenierte Noir-Flair sorgen dafür, dass "Der Mann mit dem goldenen Arm" selbst heute noch für eine spannende Zeit vor dem Bildschirm sorgt.
Digitale Aufarbeitung:
"Der Mann mit dem goldenen Arm" erschien bereits 2006 in einer gelungenen restaurierten Fassung bei Koch Media auf DVD und mit Ausnahme der Covergestaltung hat sich zur damaligen Scheibe nichts geändert, sogar das Menü ist identisch geblieben. Der Transfer gefällt mit einer recht guten Schärfe und einem ausgewogenen Kontrast, der dem Schwarzweiß-Bild diverse detaillierte Graustufen entlockt. Rauschen ist konstant vorhanden, fällt aber ebenso wenig störend auf wie die gelegentlichen analogen Defekte und Verschmutzungen. Der Ton entspricht dem, was von einem Film dieses Alters erwartet werden kann, also Doppelmono, das verständliche Dialoge bietet, aber natürlich nicht gerade akustisch vom Hocker reißt. Die deutsche Synchronfassung klingt zudem etwas dumpfer und blecherner als der englische Originalton.
Als spärliches Bonusmaterial gibt es den Trailer zum Film sowie eine Bildergalerie mit Werbematerial. Zudem hat die DVD ein Wendecover ohne FSK-Logo.
Fazit:
"Der Mann mit dem goldenen Arm" wirkt für moderne Zuschauer zwar etwas altbacken, war zu seiner Entstehungszeit aber ein Meilenstein und bietet dank der tollen Darsteller, der hervorragenden Filmmusik und der atmosphärischen Inszenierung auch heute noch gute Unterhaltung. Die DVD von Koch Media, die eine identische Neuauflage der Scheibe von 2006 darstellt, zeigt den Film in guter Qualität. Beim Bonusmaterial wurde allerdings gegeizt.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,33:1
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114:24 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 2.0 | Englisch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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Der Mann mit dem goldenen Arm
The Man with the Golden Arm
Noir-Klassiker, der Hollywood revolutionierte
Autor der Besprechung:
Jano Rohleder
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 1955 Regie: Otto Preminger Drehbuch: Walter Newman, Lewis Meltzer (nach dem Roman von Nelson Algren) Darsteller: Frank Sinatra, Eleanor Parker, Kim Novak, Arnold Stang, Darren McGavin, Robert Strauss, John Conte, Doro Merande
Label :
Koch Media Entertainment
Verkaufsstart : 26.08.2011
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