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DVD-Besprechung - Amy Winehouse - Ihr Leben

Story:
Die britische Sängerin und Songschreiberin Amy Jane Winehouse starb am 23. Juli 2011 unter immer noch unbekannten Umständen. Diese Dokumentation wirft ein Licht auf ihr Leben, ihren beruflichen Aufstieg und ihren allmählichen körperlichen Verfall durch ihre Drogen- und Alkoholsucht. Bekannte von Amy selbst und Mitglieder der Musikbranche kommen zu Wort und erzählen über ihre Begegnung mit der Künstlerin und von ihrem faszinierenden Talent, mit dem sie die Musikwelt revolutionierte und ihre Fans begeisterte.

Meinung zum Film:
Die Dokumentation „Amy Winehouse – Ihr Leben“ versucht in Auszügen das Leben der zuletzt verstorbenen Künstlerin zu beleuchten. Dabei ist der Aufbau denkbar linear. Er beginnt mit den ersten Schritten der Musikerin auf der Karriereleiter im zarten Alter von neun Jahren, springt dann zu ihren ersten musikalischen Erfolgen, zum ersten Debütalbum „Frank“ und dann zu ihrem legendären zweiten Album „Back to Black“, das 2006 veröffentlicht wurde und mit dem Winehouse der internationale Durchbruch gelang. Für dieses Album wurde die Künstlerin mit zahlreichen Preisen überhäuft, unter anderem mit fünf Grammys. Die Quellen der Dokumentation stammen fast alle aus der englischen Dokumentation „The Girl Done Good“. Die Interviews mit namhaften Journalisten wie dem BBC-Radiomoderator Robert Elms, dem Musikkolumnisten des Daily Mirror Gavin Martin, der BBC-Journalistin Lucy O`Brian oder dem Musikexperten Paul Lester sind komplett oder in Auszügen dieser Dokumentation entnommen, während die Konzertszenen aus verschiedenen TV-Mitschnitten unbekannter Herkunft stammen, leider auch mit teilweise mangelhafter Bild-, und Tonqualität.

Wie eine Kollage verschiedener Medien versucht der Film die verschiedenen Stationen im Leben der Sängerin zu durchlaufen. Die aus der englischen Originaldokumentation stammenden Interviews mit den Journalisten und dem Jazzmusiker Geno Washington behandeln inhaltlich das Leben von Amy Winehouse und ihrer Musik. Leider weiß der Zuschauer nicht, um wen es sich bei den Sprechern eigentlich handelt, denn Namen werden weder erwähnt, noch eingeblendet. Die weitgehend unbekannten Regisseure Yanni Koslowsky und Maurice Koslowsky scheinen jedoch keinen allzu großen Wert auf die Identität der Augenzeugen zu legen, da diese noch nichtmal im Abspann erwähnt werden, was für eine mieserable journalistische Arbeit spricht. Zudem werden auch die weiblichen Aussagen durch eine männliche Stimme synchronisiert, was den Zuschauer irritiert und zusätzlich für eine lieblose und schlechte technische Aufarbeitung spricht. Die Übernahme der Originalinterviews aus einer anderen Dokumentation, und der Umgang mit denselben, lässt nicht auf eine fundiert recherchierte Dokumentation schließen, sondern eher auf puren Sensationsjournalismus.

In der vermeintlichen Dokumentation legen die Regisseure Koslowsky besonderen Wert auf die Tatsache, dass Amy Winehouse im Alter von 27 Jahren starb, und ordnen sie damit in den legendären „Club 27“ ein. Dieser „Club 27“ besteht aus bekannten Künstlern wie Janis Joplin, Jim Morrison und Jimi Hendrix, die allesamt im Alter von 27 Jahren zu Tode kamen. Nach dem Tod Kurt Cobains im Jahr 1994 verbreiteten sich immer mehr Gerüchte und Theorien über die auffällige Gemeinsamkeit der Todesdaten. Zudem wurde das Thema in zahlreichen Filmen und Büchern behandelt. Doch eine stichhaltige Erklärung für den Tod so vieler Musiker und Künstler in einem bestimmten Alter konnte bis heute nicht gefunden werden, außer der Tatsache, dass alle ein extremes Drogenproblem gehabt haben. Doch die Dokumentation befasst sich nicht mit wissenschaftlichen Analysen oder Statistiken, sondern nur mit der Tatsache, dass Amy Winehouse nun auch zum „Club 27“ gehört. Letztlich fehlt der Dokumentation jedwede fundierte Aussage über die verstorbene Sängerin und behandelt ihr Leben sowie ihr Leiden allzu oberflächlich um wirklich ernst genommen zu werden.

Digitale Aufarbeitung:
Die Bildqualität ist ambivalent. Während die Interviews und Zeitzeugenberichte relativ klar erkennbar sind und auch in den Farben natürlich wirken, sind die Konzertmitschnitte teilweise verwackelt und unscharf und die Farbqualität neigt dazu unnatürlich sowie kraftlos zu erscheinen. Gleiches gilt für den Kontrast, der bei den aus jüngster Zeit stammenden Interviews keinerlei Mängel aufweist, aber bei den Konzertmitschnitten viel zu tief sitzt, so dass Einzelheiten in der Dunkelheit nicht mehr auszumachen sind. Das Defizit der Interviews äußert sich darin, dass die Originalstimme trotz lauter Synchronstimme immer noch zu hören ist, was leicht irritierend wirkt. Die Musik der Konzertmitschnitte besitzt eine eher mangelhafte Qualität. Sie klingt dumpf, was auf eine schlechte oder auf gar keine Nachvertonung schließen lässt. Da es sich hierbei jedoch um Originalaufnahmen handelt, kann dieser Mangel durchaus noch in Kauf genommen werden.

Die DVD bietet keine Extras.

Fazit:
„Amy Winehouse – Ein Leben“ ist nur dem Anschein nach eine Dokumentation über das wahre Leben der weltbekannten Künstlerin. Die Regisseure Koslowsky befassen sich lieber mit diffusen Theorien über den „Club 27“ als mit fundierten Tatsachen und betreiben keinerlei Ursachenforschung hinsichtlich ihres krankhaften Drogenkonsums, ihres daraus resultierenden körperlichen Verfalls oder gar psychologischer Auslöser. Keiner der Zeitzeugen wird mit Namen benannt, wodurch die Aussagekraft ihrer Äußerungen und ihre Beziehung zur Künstlerin schwer einzuschätzen sind. Diese Tatsachen machen die Dokumentation zu einer Farce und sprechen eher für reinen Sensationsjournalismus als für einen Tatsachenbericht.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 0 - ohne Altersbeschrae~nkung
1,78:1
1,78:1
60:54 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Keine
Bonusmaterial:
  • -
Amy Winehouse - Ihr Leben - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Amy Winehouse - Ihr Leben
Amy Winehouse

Bild unseres Mitarbeiters Yatiker Yildiz
Etwas mehr Dokumentation als Spekulation und etwas mehr Fakten als Gerüchte wären angebrachter gewesen!


Autor der Besprechung:
Yatiker Yildiz

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Deutschland, 2011
Regie:
Yanni Koslowsky, Maurice Koslowsky
Darsteller:
Amy Winehouse, Kelly Osbourne, Robert Elms, Paul Lester, Mari Wilson, Gavin Martin, Lucy O`Brian, Geno Washington

Label Deutschland :
MiG Film
Verkaufsstart Deutschland :
18.08.2011