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DVD-Besprechung - Das unsterbliche Monster
Story:
Ein Fluch liegt seit den Kreuzzügen auf der englischen Familie Hammond: Wer an einem frostigen Abend an den Klippen ihres Wohnsitzes wandert, wird die Nacht nicht überleben. Obwohl viele Vorfahren von Oliver Hammond (John Howard) auf mysteriöse Weise starben oder sich umbrachten, besucht er eines Nachts die Klippen und wird von einem unbekannten Wesen angegriffen. Seine Schwester Helga (Heather Angel) ist ratlos und ruft Robert Curtis (James Ellison) zu Nachforschungen. Dieser versucht dem Rätsel mit seiner Assistentin Christy (Heather Thatcher) auf den Grund zu gehen.
Meinung zum Film:
"Das unsterbliche Monster" ist der erste Horrorfilm von John Brahm ("Scotland Yards seltsamster Fall") und erschien ein Jahr nach "Der Wolfsmensch", wie "Dracula" und "Frankenstein" einer der vielen Universal-Horrorklassiker. Während bei "Der Wolfsmensch" aus der Perspektive des Werwolfs erzählt wird, handelt "Das unsterbliche Monster" von einem Familienfluch, der erst gegen Ende als erbliche Lykanthropie, also Wolfsverwandlung, geklärt wird. Den Kinogänger dürfte das aber genauso wenig überraschen wie den Käufer der DVD, denn die Kinoplakate und DVD-Cover zeigen bereits das Monster, in seinen Armen eine Jungfrau in Nöten. So bleibt nur noch die große Frage, welcher Bewohner der Villa Hammond hinter dem deformierten Gesicht steckt, doch durch erhöhte Aufmerksamkeit löst sich auch diese Frage in den ersten zehn Minuten, oder durch einen Blick auf den spoilernden Rückentext.
Logik und eindeutige Erklärungen sind nicht die Stärken des Filmes, dafür aber eindeutig seine Atmosphäre und Stimmung. Geheime Räume, verborgene Laboratorien, riesige Schatten, welche durch die Nacht huschen, all das sorgt für eine unheimlich erscheinende Villa, in der das Detektiv-Paar niemandem trauen kann. Dieses Detektiv-Paar ist aber ausnahmsweise mal kein gleichberechtigtes Männerpaar, oder gar ein verheiratetes Pärchen, sondern ein Polizei-Doktor mit seiner erwachsenen Assistentin. Obwohl der Film viele Gelegenheiten dafür bietet, ist er weitgehend frei von Romantik, was selbst für heutige Verhältnisse eine Seltenheit darstellt. Die pfiffige Sekretärin Christy fällt ohnehin dadurch auf, dass sie zwar keine junge Schönheit mehr ist, sich aber fast immer intelligenter anstellt als ihr Chef Robert Curtis. Curtis nimmt sie aus genau diesen Gründen überhaupt mit zur Villa und folgt bereitwillig ihrem Rat, auch wenn sie oft einen Hang zum Aberglauben an den Tag legt. Ganz zum Schluss belohnt Curtis sie dann aber doch mit einem charmanten Kompliment, was sie sichtlich verwirrt. Leider handelt es sich hier um die einzige Produktion mit dieser Ermittler-Konstellation.
"Das unsterbliche Monster" ist selbst für damalige Verhältnisse ein B-Movie. So ist das Monster lediglich gegen Ende des Films für wenige Sekunden zu sehen, während ein Großteil der Handlung effektfrei im Schloss stattfindet. Durch die unheimliche Atmosphäre und die sympathischen Hauptfiguren fallen solche budgetbedingten Einsparungen jedoch nicht negativ auf, hingegen schon eher am Skript, welches einige verwirrende Aspekte der Geschichte einfach nicht erklären möchte. So verwundert es z.B. seltsamerweise keinen der beiden Detektive, wenn in eine leere Kammer mit nur einem Eingang lediglich Fußspuren hineinführen. Aus der klassischen Vollmondsnacht macht der Film klare, frostige Nächte. Das widerspricht sich zwar nicht, aber frostige Nächte häufen sich im Winter, während der Vollmond einen regelmäßigen Rhythmus besitzt. Auch das Motiv des Werwolfes bleibt völlig ungeklärt. Attackiert er aus Hunger oder handelt es sich nur um Notwehr? Oder will er auch andere Menschen zu Werwölfen machen? Welche der Personen in der Villa gehören überhaupt zur Familie? Warum weiß Helga Hammond weniger über ihre Familie als ihr Butler Walton oder der Familienarzt Dr. Jeff Colbert? Allerdings könnten diese Fehler natürlich auch schon im Roman von Jessie Douglas Kerruish vorhanden gewesen sein, auf dem der Film beruht.
Digitale Aufarbeitung:
Bei der englischen und deutschen Tonspur kann jeweils zwischen dem Originalton und der digitalen Restauration gewählt werden. Es handlt sich jedoch beim deutschen "Originalton" keineswegs um eine ältere Synchronfassung, sondern um eine auf alt getrimmte, moderne Synchronisation, die dafür natürlicher klingt als die unbearbeitete, "restaurierte" Audiospur. Der englische Originalton ist klar und ohne Rauschen, wovon sich die restaurierte Fassung nicht großartig abhebt. Das ebenfalls restaurierte Bild hat keine alterstypischen Fehler.
Von der Karriere des Regisseurs John Brahm wird in der Featurette "Das makabre Konzert" erzählt, ansonsten können der englische Kinotrailer sowie eine Bildergalerie mit Plakaten und Pressematerial ausgewählt werden. Die DVD verfügt außerdem über ein interessantes Wendecover. Während die Seite mit der FSK-Kennzeichnung stilistisch in die "Vergessene Filmklassiker"-Reihe passt, ist die Rückseite der "Cinema Classics Collection" zugeordnet, in der auch "Jack the Ripper", alias "The Lodger", erschien.
Fazit:
"Das unsterbliche Monster" hat interessante Filmfiguren, eine spannend umgesetzte Handlung und selbst für heutige Verhältnisse innovative Ideen. Leider wird dieser Filmgenuss durch einige Logikfehler geschmälert. Für die DVD wurde der Film aufwändig restauriert, wodurch er mindestens ein Jahrzehnt jünger wirkt.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,33:1
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60:41 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 2.0 | Englisch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Featurette zu John Brahm
- Originaltrailer
- Bildergalerie
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Das unsterbliche Monster
The Undying Monster
Ist das unsterbliche Monster wirklich so unsterblich, wie es der Titel behauptet?
Autor der Besprechung:
David Bühring
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 1942 Regie: John Brahm Drehbuch: Lillie Hayward und Michael Jacoby (basierend auf einem Roman von Jessie Douglas Kerruish) Darsteller: James Ellison, Heather Angel, John Howard, Bramwell Fletcher, Heather Thatcher, Aubrey Mather, Halliwell Hobbes
Label :
Voulez Vous Film
Verkaufsstart : 26.08.2011
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