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DVD-Besprechung - Verdict Revised - Staffel 1
Story:
Markus Haglund (Mikael Persbrandt), Professor für Strafrecht in Schweden, gehört zu den angesehensten Rechtswissenschaftlern seines Landes. Zusammen mit seinem Studententeam, bestehend aus Fia Jönsson (Sofia Ledarp), Anna Sjöstedt (Helena af Sandeberg), Belal Al-Mukthar (Francisco Sobrado) und Roger Andersson (Leonard Terfelt), nimmt er sich bereits vor Gericht verhandelten Kriminalfällen an bei denen der Verdacht besteht, dass die Angeklagten zu Unrecht verurteilt wurden.
Meinung zum Film:
Er ist ein großer Zyniker, wirkt stets ein bisschen arrogant und er mag es Rätsel zu lösen, an denen andere sich die Zähne ausbeißen. Sein Team spornt er immer wieder mit seiner teils schroffen Art bei der Suche nach einer Lösung an und er fordert dabei auch teils fragwürdige Aktionen von ihnen ein. Seinem Boss und seinen Freunden macht er das Leben schwer und er hat ein Problem mit Drogen. Nein, die Rede ist hier nicht von Diagnostik-As Dr. Gregory House. Hier geht es um Professor Markus Haglund, einem schwedischen Gelehrten für Strafrecht, der aber nicht minder hartnäckig und penetrant als sein Pendant aus der erfolgreichen US-TV-Serie „Dr. House“ seiner Obsession nachgeht. Diese besteht darin, vermeintlich unschuldig verurteilte Menschen wieder aus dem Gefängnis zu bekommen. Ausgangspunkt dafür ist immer ein Brainstorming mit seinem Team, wie es auch aus „Dr. House“ bekannt ist. Anschließend wird dann zwar kein CRT gemacht oder gar Antibiotika verabreicht, dafür werden aber Zeugen befragt und Beweismaterial gesichtet. Das Vorgehen beim Knacken der Fälle ist aber im Grunde das gleiche. Das gilt auch für die teils fragwürdigen Methoden die angewandt werden, um an die gewünschten Informationen heranzukommen. So wird zum Beispiel direkt in der ersten Episode in das Archiv der Polizei eingebrochen um eine Mitarbeiterakte zu entwenden, die für das weitere Vorgehen benötigt wird.
Die Fälle selbst wirken stellenweise auch etwas zu konstruiert in ihrem Ablauf. So erscheint zum Beispiel die Methode, mit der Haglund den wahren Täter in der ersten Episode überführen kann ein wenig zu einfach. Ohne große Probleme und ohne längere Bearbeitung gesteht der Täter gegenüber Haglund ohne Not, was eigentlich so gar nicht zu seiner ansonsten ausgefuchsten Art passen möchte. Später schafft es das Team dann auch in einem mehrere Jahre zurückliegenden Fall, eine ziellos am Waldrand weggeworfene Waffe in wenigen Sekunden auszubuddeln, rein auf einer äußerst vagen Beschreibung beruhend. In der gleichen Folge wird schließlich bei den Unglaubwürdigkeiten noch einer oben drauf gesetzt, da sich der in diesem Fall unschuldig hinter Gitter Sitzende später als ehemaliger Folterknecht aus dem Irak herausstellt, der höchst bestialisch bei seinem Schaffen zu Werke ging. Es bedarf nicht allzu langer Überlegungen um zu erkennen, dass es den Storys eindeutig an Finesse fehlt und Kommissar Zufall zu viel Anteil an den Ermittlungen besitzt.
„Verdict Revised - Unschuldig verurteilt“ hat es von 2008–2009 auf immerhin zwei Staffeln geschafft. Grund dafür dürfte sein, dass es in den Fällen zumindest nie langweilig wird. Sie sind temporeich und ohne nennenswerte Längen inszeniert, wirken aber selbst bei oberflächlicher Betrachtung etwas unausgereift und unspektakulär. Auch den Charakteren fehlt es trotz guter Ansätze an wirklichen Ecken und Kanten. Obwohl es zwischen Cameron und Chase, Verzeihung, Anna und Belal plötzlich und wie aus dem Nichts eine Beziehung gibt, schafft es das Autorenteam nicht, daraus eine greifbare Romanze zu schaffen. Selbst die, erneut aufgesetzt wirkenden Probleme sind so steril präsentiert, wie das Handwerkszeug im OP. Besonders auffällig wird mit der Zeit auch, dass die schwedische Polizei meist faul, korrupt oder einfach nur gleichgültig zu agieren scheint. Wer aber schon immer einmal wissen wollte, wie Dr. House sich wohl als Kriminologe schlagen würde, kann ruhig einen Blick riskieren. Und wer keine allzu großen Ansprüche an eine Krimiserie stellt, sollte bei diesen wiedereröffneten Fällen zumindest geeignete Feierabendunterhaltung zum innerlichen Abschalten finden.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild hinterlässt einen schwankenden Eindruck. Solange keine strahlenden Flächen vorhanden sind erscheint die Schärfe relativ gut gezeichnet. Sobald aber Fenster mit Lichteinstrahlung oder helle Beleuchtung in der Szene vorliegen, legt sich meist ein leichter Schleier über das Bild und mindert den Gesamteindruck dadurch ein wenig. Davon abgesehen ist das Ergebnis aber für eine TV-Serie ansprechend gut ausgefallen. Der deutsche Ton in Dolby Digital 2.0 ist durchweg problemlos zu verstehen und kommt ohne Störungen daher.
Extras gibt es keine auf den DVDs zu finden.
Fazit:
Professor Markus Haglund aus „Verdict Revised - Unschuldig verurteilt“ wirkt wie der kleine Zwillingsbruder von Dr. House, was an sich ja kein schlechtes Omen sein muss. Doch die nur wenig ausgeklügelt wirkenden Fälle werden zu oft durch Kommissar Zufall vorangebracht und neben Professor Haglund bleiben alle anderen Charaktere weitgehend blass. Zur kurzweiligen Feierabendunterhaltung reicht es aber allemal, weswegen Krimifreunde ohne allzu hohe Ansprüche ruhig einen Blick riskieren können.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,78:1
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12 Folgen à ca. 44 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 2.0 | Schwedisch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Keine |
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Bonusmaterial:
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Verdict Revised - Unschuldig verurteilt - Staffel 1
Oskyldigt dömd - Staffel 1
Die Antwort auf die Frage was wäre, wenn Dr. Gregory House auf Verbrecherjagd gehen würde!
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Schweden, 2008 Regie: Diverse Drehbuch: Diverse Darsteller: Mikael Persbrandt, Sofia Ledarp, Helena af Sandeberg, Francisco Sobrado, Leonard Terfelt, Magnus Mark, Marie Richardson, Anja Lundkvist
Label :
edel motion
Verkaufsstart : 09.09.2011
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