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DVD-Besprechung - Noise
Story:
David Owen (Tim Robbins) lebt mit seiner Frau Helen (Bridget Moynahan) und seiner kleinen Tochter Chris (Gabriella Brennan) in New York City. Obwohl David eigentlich ein zufriedenes Leben in der Metropole führt, fangen die Großstadtgeräusche langsam an, ihn zu stören. Als er eines Nachts mehrere Male durch die Alarmanlage eines Autos geweckt wird, brennt bei dem bis dahin unbescholtenen Bürger eine Sicherung durch. Er schlägt wie wild auf das Auto ein und klemmt schließlich eigenhändig die Alarmanlage ab. Da dies vor dem Gesetz eine Straftat darstellt, kommt er vor Gericht. Doch weder Strafen noch die Tatsache, dass seine Beziehung in die Brüche zu gehen droht, kann ihn davon abhalten, dem Lärm den Kampf anzusagen, mit welchen Mitteln auch immer.
Meinung zum Film:
Regisseur Henry Bean („The Believer“) stellt mit „Noise“ seinen zweiten Film vor. Dabei ist der Titel auch gleich Programm, denn nach Filmende wird sich der Zuschauer nur noch auf eines freuen: Stille! Wie laut es wirklich in einer Großstadt sein kann, wird wohl jeder nachvollziehen können, der schon einmal dort gelebt hat. Genau dies ist auch der Punkt, mit dem Bean bei den Zuschauern punkten kann. Jeder kann die Störung des Alltags durch Straßenlärm, Autohupen, Alarmanlagen und Handygeklingel nachvollziehen. Dass nicht jeder diese Geräuschkulisse stillschweigend ertragen kann, und einige sich sogar dagegen wehren ist für den Zuschauer verständlich. Damit wird die Figur des David Owen zu einer Identifikationsfigur, die Sympathie erregt, obwohl sie nicht immer legale Mittel benutzt, um dem Lärm auf die Pelle zu rücken. Die Entwicklung des normalen Bürgers zum Großstadtneurotiker ist demnach etwas, womit Bean ein wenig den Nerv der Zeit getroffen hat.
Die Handlung beginnt mit damit, dass die Motivation von David Owen dem Zuschauer durch seine eigenen Worte erklärt wird. Die Veränderung in seinem Verhalten erfolgt langsam, von anfänglichem Protest und Beschwerdeanrufen bei der Polizei, über aggressives Einschreiten und Zerstören von fremdem Eigentum, bis zum politischen Kampf um das Recht auf Ruhe. Während das äußere Verhalten sich für den Zuschauer anschaulich vollzieht, verläuft die innere Veränderung vom Normalo zum fanatischen Kämpfer eher sprunghaft und unkontrolliert. Das anfängliche Augenzwinkern des Regisseurs wird zum blanken Ernst, als Davids Kampf immer mehr zur Obsession gerät. Die Handlung verliert an Spannung und wird langsam holprig, vor allem da der Zuschauer allmählich nicht mehr sicher ist, ob David wirklich nur einen Kampf gegen den Lärm führt, oder ob es sich bei seinem Verhalten nur um die Auswirkungen einer Midlife Crisis handelt. Dies und die zahllosen Übertreibungen, die den Film lächerlich zu machen drohen, mindern dessen Qualität, was bedauerlich ist.
Dabei hatte Bean sogar die richtigen Schauspieler, um aus einer banalen Geschichte einen wirklich guten Film zu machen. Oscarpreisträger Tim Robbins („Mystic River“) vermittelt die Figur des übergeschnappten Neurotikers David überaus authentisch. Besonders seine irren Blicke und seine gelungenen Statements verschaffen ihm beim Zuschauer Sympathien. Auch Bridget Moynahan („Eli Stone“) überzeugt in ihrer Rolle als überforderte und frustrierte Ehefrau Helen. Lediglich William Hurt („Der unglaubliche Hulk“) verblasst ein wenig als arroganter und ignoranter Bürgermeister Schneer. Die Auseinandersetzung zwischen Schneer und David wird durch die Tatsache verwässert, dass die ultimative Konfrontation der beiden Streithähne ausbleibt, was dem Film die nötige Schärfe nimmt, um eine wirklich glaubwürdige Gesellschaftskritik darzustellen. Der Zuschauer hat fast den Eindruck, als ob Bean sich nicht richtig entscheiden konnte, was er eigentlich machen wollte: Gesellschaftskritik, Komödie oder Drama. Letztlich ist es nichts von all dem geworden, sondern lediglich eine Andeutung all dessen.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild besitzt insgesamt eine annehmbare Qualität. Die Farben wirken kräftig und natürlich, was besonders an den Gesichtern der Protagonisten zu erkennen ist. Die Konturen sind scharf umrissen und der Kontrast hält auch ein gutes Niveau. Da der Ton eine besondere Rolle in diesem Film spielt, ist es nicht verwunderlich, dass dieser klar und überdeutlich aus allen Boxen hallt. Auch der Mix zwischen Musik, Hintergrundgeräuschen und Dialogen ist hervorragend gelungen.
Die DVD bietet als Extras ein Interview mit den Schauspielern Tim Robbins, Bridget Moynahan und William Hurt, dem Drehbuchautor sowie Regisseur Henry Bean, die allesamt über den Dreh und die Bedeutung des Films referieren. Außerdem gibt es noch ein ausführliches Making Of der Dreharbeiten, wobei die Akteure erneut zu Wort kommen um über die Zusammenarbeit zu sprechen. Außerdem kann sich der Zuschauer auch noch den Originaltrailer ansehen.
Fazit:
„Noise“ ist eine Mischung aus Gesellschaftskritik, Komödie und Drama. Leider gelingt es Regisseur Henry Bean nicht, die von ihm gewählten Themen richtig umzusetzen, wodurch die Qualität des Films enorm leidet. Die Schauspieler bieten eine mehr als überzeugende Leistung, doch leider rettet das den Film nicht wirklich. Bean ist vermutlich nicht mutig genug, den einmal eingeschlagenen Weg zu beenden und verwässert nicht nur seine Geschichte, sondern macht sie auch unglaubwürdig. Nichtsdestotrotz ist es Bean gelungen, einen kreativen Ansatz zu bieten, der auf jeden Fall den Nerv der Zeit trifft.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,78:1
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87:46 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Deutsch Dolby Digital 2.0 | Englisch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Interview mit Cast & Crew
- Originaltrailer
- Making Of
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Noise - Lärm!
Noise
Viel Lärm um fast gar nichts!
Autor der Besprechung:
Yatiker Yildiz
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2007 Regie: Henry Bean Drehbuch: Henry Bean Darsteller: Tim Robbins, Bridget Moynahan, William Hurt, Margarita Levieva, Maria Ballesteros, William Baldwin, Eric L. Abrams, Jessica Almasy, Leora Barish, Michael J. Burg, Colleen Camp, Lon Carbonneau, Chuck Cooper, Catherine Curtin
Label :
WGF Verkaufsstart : 01.09.2011
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