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Blu-ray-Besprechung - A Better Tomorrow 2K12
Story:
Kim Hyeok (Ju Jin-Mo) ist einst aus Nordkorea nach Südkorea geflohen, hat seine Mutter und seinen kleinen Bruder Kim Cheol (Kim Kang-woo) jedoch zurückgelassen. Er wurde zu einem einflussreichen Gangster und dem Partner von Yeong-choon (Song Seung-heon). Eines Tages gelingt auch Cheol die Flucht aus Nordkorea, von seinem älteren Bruder will er jedoch nichts wissen, gibt ihm vielmehr noch die Schuld am Tod seiner Mutter. Kurz darauf wird Hyeok allerdings von seiner rechten Hand, Tae Min (Jo Han-seon), an die Thais verraten und endet im Gefängnis. Sein Freund Yeong-choon rächt ihn, trägt dabei aber eine dauerhafte Behinderung am Bein davon. Tae Min übernimmt die Organisation und bootet ihn aus. Cheol wird hingegen Polizist und rückt Tae Min immer dichter auf den Pelz, der nun wiederum den nach drei Jahren gerade erst aus dem Knast entlassenen Hyeok unter Druck setzt, um seinen kleinen Bruder dringend zurückzupfeifen.
Meinung zum Film:
„A Better Tomorrow 2K12“ ist das Remake von John Woos Heroic-Bloodshed-Kultfilm „A Better Tomorrow“ aus dem Jahr 1986, der eine ganze Trilogie begründete und in Deutschland bis heute indiziert ist. Unter anderem daran scheiterte auch vor ein paar Jahren eine angedachte technisch überarbeitete Neuveröffentlichung der Reihe durch die mittlerweile insolvente „e-m-s“. Auf Blu-ray ist die Reihe bisher zudem weltweit noch nicht erschienen, was das Remake für potentielle Fans des Originals noch interessanter macht. Das vorliegende Werk ist jedoch vor allem eine südkoreanische Produktion, orientiert sich inhaltlich sehr stark am Original und überrascht mit einer niedrigen Altersfreigabe ab 16 Jahren. John Woo („Bullet in the Head“) war bei der vorliegenden Produktion nur noch einer der ausführenden Produzenten, auch wenn sein altes Drehbuch immer noch die Basis des Films darstellt, und die Regie übernahm dieses Mal der eigentlich im Drama-Genre beheimatete Song Hae-seong („Our Happy Time“). Auch die vier Hauptdarsteller Ju Jin-Mo („Musa – Der Krieger“), Kim Kang-woo („Rainbow Eyes“), Song Seung-heon („So Close – Nichts ist so, wie es scheint“) und Jo Han-seon („Lost and Found“) sind weder in ihrer Heimat Actionstars noch in westlichen Gefilden besonders bekannt, treten aber in die großen Fußstapfen von Hongkong-Stars wie Ti Lung („Killerlady“), Chow Yun-Fat („The Killer“) und Leslie Cheung („Das Bankett des Kaisers“).
Das Remake von „A Better Tomorrow“ stellt leider eine typische südkoreanische Fließbandproduktion dar. Der Film ist also visuell und handwerklich solide ausgefallen, aber offensichtlich mit keinem überbordenden Budget gesegnet, wurde mit Darstellern besetzt, die wohl eher aufgrund ihres Aussehens ausgewählt worden sind und eher Poser als gute Schauspieler darstellen, und ist inhaltlich frei von jeder Innovation, jedoch dramaturgisch übertrieben emotional aufbereitet. Frauen spielen im Film hingegen überhaupt keine Rolle und wurden gegenüber dem Original somit als Handlungselement sogar noch weiter reduziert. Freunde der besonderen Action-Choreographie von John Woo bleiben ebenfalls komplett auf der Strecke, denn im gesamten Film gibt es lediglich zweieinhalb, wohlwollend gezählt drei Actionszenen, darunter den Showdown, und das bei einer Laufzeit bis zu den Credits von beinahe zwei Stunden, die zwar für eine FSK 16 relativ blutig ausgefallen sind, jedoch hinsichtlich ihrer visuellen Stilistik und Dynamik nicht nur weit hinter dem Original zurückbleiben, sondern auch für sich betrachtet bestenfalls durchschnittlich und austauschbar erscheinen.
Den nächsten Tiefschlag für den Betrachter gibt es aber direkt in Form der leider alternativlosen deutschen Synchronisation. Diese wird dermaßen emotions- und lustlos vorgetragen, dass sie dem Film auch noch das letzte bisschen dramaturgischer Finesse raubt, Peinlichkeiten wie eine junge Frau, die mit verstellter Stimme eine deutlich ältere Dame spricht, inklusive. Die zugrunde liegende Geschichte des Originals über Freundschaft, Hass und Verrat mag heutzutage etwas naiv oder klischeehaft anmuten, hat jedoch weit mehr Leidenschaft und Triebkraft zu bieten als der schematische, einfallslose und höhepunktsarme erzählerische Aufbau des Remakes. Der Film ergeht sich vielmehr in endloser Melodramatik, inklusive entsprechender, lästiger Musikuntermalung, und lässt die Figuren teilweise wie regelrechte Heulsusen erscheinen. Dadurch, und aufgrund der mauen Actionsequenzen, wirkt „A Better Tomorrow“ nicht mehr wie ein „Männerfilm“, sondern eher wie die weichgespülte Altlast einer Generation von Sitzpinklern, bei der selbst eine schusswundenbedingt austretende Blutfontäne irgendwie noch die rhythmische Ästhetik eines Rasensprengers mit sich bringen muss.
Digitale Aufarbeitung:
„A Better Tomorrow 2K12“ sieht leider absolut nicht aus wie ein aktueller Titel, der auf Blu-ray verewigt wurde. Der Film liegt auch lediglich im 1080i-Halbbildformat vor und das zeigt sich auch bereits bei der Bildschärfe, die sich eher auf dem Niveau einer guten DVD bewegt und nur selten Werte erreicht, die etwa dem Durchschnittsniveau von neueren Blu-ray-Titeln entsprechen. Das starke Bildrauschen stört ebenfalls, besonders bei Nachtszenen (0:33). Hier werden dann auch ordentlich Bildinformationen verschluckt, die Kontrastwerte überzeugen aber aufgrund ständiger Überstrahlungen auch bei Tageslicht nicht wirklich. Die Farbgebung hinterlässt noch den besten Eindruck und wirkt relativ natürlich, allerdings wirkt das Farbschema auch eher dröge und ausdrucksarm. Auch die Kompression macht sich hin und wieder unangenehm bemerkbar. Enttäuschend sind zudem die Tonspuren der Veröffentlichung, wahlweise Deutsch oder Koreanisch, im DTS-HD-Master-Audio-5.1-Format ausgefallen, gibt es doch im gesamten Film fast keine Actionszenen, wo sie sich wirklich auszeichnen können. Und auch dort wirkt der Ton weder besonders räumlich noch wirklich druckvoll. Ansonsten überzeugt aber zumindest die ausgewogene Abmischung und die gute Verständlichkeit. Das Fehlen jeglicher Untertitel ist jedoch ein Armutszeugnis und macht die koreanische Tonspur weitgehend wertlos.
Auch das Bonusmaterial dieser Veröffentlichung kann nicht überzeugen. Neben dem deutschen Trailer finden sich auf der BD lediglich noch Bio-/Filmographien von John Woo und den Darstellern Ju Jin-mo, Kim Kang-woo sowie Song Seung-heon, jedoch jeweils nur in Form einer weitgehend leeren Bildschirmseite mit Text und einem kleinen Portraitfoto. Die Veröffentlichung besitzt nicht einmal ein Wendecover.
Fazit:
„A Better Tomorrow 2K12“ ist wohl eines der überflüssigsten Remakes der letzten Jahrzehnte und kann weder in den Bereichen Dramaturgie, Action, dem Darsteller-Ensemble oder gar beim verwendeten visuellen Stil überzeugen. Traurigerweise bleibt das südkoreanische Serienprodukt, das sich vor allem durch Innovationslosigkeit und fehlendes Herzblut auszeichnet, in so ziemlich jeder Hinsicht hinter dem Original zurück und bietet auch in den Hauptrollen lediglich eine Schar posender Schönlinge aus dem Casting-Katalog für Seifenopern. Technisch macht die Blu-ray nur einen unterdurchschnittlichen Eindruck und aufgrund des kargen Bonusmaterials, der schwachen deutschen Synchronfassung, oder den fehlenden Untertiteln ist eine deutliche Lieblosigkeit bei dieser Veröffentlichung ablesbar.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,35:1
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123:14 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch DTS-HD Master Audio 5.1 | Koreanisch DTS-HD Master Audio 5.1 |
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Untertitel:
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Keine |
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Bonusmaterial:
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- Deutscher Trailer
- Bio-/Filmographien zu John Woo und den Darstellern Ju Jin-mo, Kim Kang-woo und Song Seung-heon
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A Better Tomorrow 2K12
Mujeogja
Ein völlig überflüssiges Remake und eine total lieblose Veröffentlichung
Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Südkorea / Japan / Hongkong / Thailand, 2010 Regie: Song Hae-seong Drehbuch: John Woo, Kim Hyo-seok, Lee Taek-kyung, Choi Geun-mo, Kim Hae-gon, Chan Hing-ka, Leung Suk-wah Darsteller: Ju Jin-mo, Kim Kang-woo, Song Seung-heon, Jo Han-seon, Lee Kyeong-yeong, Kim Ji-yeong, Kim Hae-gon, Lim Hyeong-jun
Label :
Ascot Elite
Verkaufsstart : 06.09.2011
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