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DVD-Besprechung - Die Rückkehr der Steppenreiter
Story:
Bodgan Khmelnitskiy (Sergej Abazopulo) ist der Anführer eine Kosakenheeres, das den Widerstand gegen die polnische Besatzungsarmee anführt. Obwohl es den Kosaken durch ihren Mut und ihre Furchtlosigkeit gelingt, die Polen immer mehr zurückzudrängen, müssen Bodgan und seine Männer immer noch zahlreiche blutige Kämpfe bestehen, bevor sie wieder Herrscher in ihrem eigenen Reich sein können, wobei viele hundert Menschen ihr Leben lassen müssten. Dazu kommt noch, dass sich mittlerweile Verrat und Betrug in den eigenen Reihen breit macht, was Bodgan letztendlich den Sieg kosten könnte.
Meinung zum Film:
Der Film „Die Rückkehr der Steppenreiter“ beruht auf den wahren historischen Begebenheiten um den Hetman der Kosaken Bodgan Khmelnitskiy und seinem Kampf gegen die polnische Besatzung unter König Jan Casimir Vasas zwischen 1648-1651. Bodgan, der in Polen studierte und neben Tatar auch französisch und türkisch sprach, konnte zahlreiche Siege über die polnischen Heere erringen und schaffte es sogar, die Anbindung der Ukraine an Russland vertraglich festzusetzen. Durch ihn wurde nicht nur die Geschichte der Ukraine maßgeblich geprägt, sondern auch die des gesamten Osteuropas. Sein Anliegen war vor allem, die Rechte der Kosaken zu sichern, unter anderem steuerliche Privilegien und den Erhalt ihrer paramilitärischen Struktur. Der Film greift einige Aspekte dieser historischen Person auf und konzentriert sich dabei auf die Beziehungen zwischen den Kosaken und Polen, wobei die Tatsache des Antisemitismus, mit dem Bodgans Name leider auch verbunden wird, da in der Zeit der polnisch/ukrainischen Kriege angeblich 10000 Juden sterben mussten, komplett ausgeblendet wird.
Das opulente Historienspektakel, das unter der Führung von Regisseur und Drehbuchautor Mykola Maschchenko ("Venchaniye So Smertyn") entstand, ist ambivalent ausgefallen. Zum einen legten die Macher viel Wert auf Kostüme und historisch verbürgte Handlungsorte. Zum anderen wird der Zuschauer mitten in das Geschehen geschickt, ohne über Hintergründe der in Europa nicht unbedingt bekannten Geschichte aufzuklären. Gerade diese Tatsache macht es jedoch schwierig, dem Handlungsverlauf zu folgen, da nicht immer alle Zusammenhänge klar erkennbar sind. Die Dramaturgie wird durch das Nichtwissen des Zuschauers ausgebremst. Dazu addieren sich noch die vielen verschiedenen Charaktere, die leider nur oberflächlich eingeführt werden und deren Bedeutung innerhalb der Handlung nicht immer ersichtlich ist. Das Drehbuch ist viel zu voll gestopft, als das sich ein roter Faden innerhalb der Handlung einstellen oder der Zuschauer einen Überblick über die Ereignisse bekommen würde. Es wäre vielleicht besser gewesen, einen kürzeren Handlungsabschnitt auszuwählen, womit eine tiefere Fokussierung auf die Akteure möglich gewesen wäre.
Durch den unsinnigen Aufbau der Handlung, der einfach viel mehr sein will, als überhaupt in einen Film passen könnte, stellt sich beim Zuschauer neben der Verwirrung allmählich auch Langeweile ein. Ein Volk versucht sich von einem Usurpator zu befreien, unter der Führung eines Helden, der sich seiner Sache jedoch nicht unbedingt immer sicher ist. Dieser Held Bodgan, wird von dem Schauspieler Sergej Abazopulo ("Kamennaya Dusha") verkörpert. Leider gelingt es Abazopulo nicht, den inneren Konflikt des Heerführers authentisch darzustellen. Seine Verkörperung des russisch/ukrainischen Helden ist verwirrend, denn er folgt bei seiner Darstellung keiner ersichtlichen Linie. So bietet er dem Zuschauer keine Identifikationsmöglichkeit mit dem Schicksal des Helden, über dessen Charakter nur oberflächlich aufgeklärt wird. Das Ziel der Macher, einen Helden Osteuropas den Europäern näher zu bringen, scheitert an der Unfähigkeit des Regisseurs und Drehbuchautors für eine klare Erzählstruktur zu sorgen.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild hat eine annehmbare Qualität. Die Farben wirken kräftig und natürlich. Der Kontrast hat ein gutes Niveau, was vor allem bei den Nachtaufnahmen deutlich wird. Auch wenn der Ton ein wenig dumpf wirkt, so klingt er doch gleichmäßig aus allen Boxen. Leider ist der Mix zwischen Musik und Dialogen nicht immer punktgenau abgestimmt, es kommt zu Überschneidungen, die störend wirken können.
Die DVD enthält keine Extras.
Fazit:
„Die Rückkehr der Steppenreiter“ ist ein viel zu motivreicher Historienfilm, dessen Handlung keinem roten Faden folgt, womit ein Zugang zu den historischen Tatsachen beinahe unmöglich erscheint. Der Zuschauer wird von Namen und Begebenheiten überrannt, die er nicht unbedingt zuordnen kann. Es mag dahingestellt sein, ob diese negativen Aspekte der Unerfahrenheit des Regisseurs zu zuschreiben sind, oder dem Unvermögen des Hauptdarstellers, seiner Rolle genügend Profil zu verleihen. Letztlich bleibt dem Zuschauer nur das Gefühl etwas gesehen zu haben, das er nicht wirklich verstanden hat und wozu er durch den Film auch nie wirklich Zugang erhielt.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,33:1
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117:13 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Deutsch Dolby Digital 2.0 | Polnisch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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Die Rückkehr der Steppenreiter
Bogdan Khmelnitskiy
Verwirrung und Langeweile!
Autor der Besprechung:
Yatiker Yildiz
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Russland / Ukraine, 2008 Regie: Mjkola Maschchenko Drehbuch: Mjkola Maschchenko Darsteller: Wolodjmir Abazopulo, Denis Kokarjow, Sergej Dzhjgurda, Bilal Biljalow, Victor Kruchina, Nicholas Boklan, Vitalj Rozstalnj, Lilia Kuznetsowa, Anatolj Chumachenko, Michael Konecnj, Ostap Stupka, Witalii Jasko
Label :
MiG Film
Verkaufsstart : 15.09.2011
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