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DVD-Besprechung - Gantz - Spiel um dein Leben
Story:
Die beiden früheren Klassenkameraden Kei (Kazunari Ninomiya) und Kato (Ken'ichi Matsuyama) treffen sich nach vielen Jahren zufällig wieder - und zwar ausgerechnet an einem Bahnhof, an dem gerade jemand auf die Gleise gefallen ist. Als sie dem Mann helfen wollen, werden sie selbst vom Zug erfasst. Doch statt einfach tot zu sein, finden sie sich in einer Wohnung in Tokyo wieder, in der sich noch viele andere Menschen befinden, die ebenfalls gestorben sind. Mitten im Zimmer steht eine riesige schwarze Kugel, die von den anderen "Gantz" genannt wird. Und genau diese Kugel öffnet sich plötzlich, um die ratlosen Rauminsassen auf eine tödliche Mission zu schicken. So beginnt ein Spiel auf Leben und Tod, bei dem es darum geht, Außerirdische die auf der Erde leben, zu eliminieren.
Meinung zum Film:
"Gantz" erfreut sich in seinem Herkunftsland Japan enormer Beliebtheit. Im Jahr 2000 als Manga gestartet, zu dem immer noch regelmäßig neue Kapitel hinzukommen, entstand im Laufe der Jahre unter anderem auch eine ebenfalls populäre Anime-Serie mit 26 Folgen, woraufhin zudem ein Videospiel folgte. 2010 enstand nun eine auf mindestens zwei Teile angelegte Realverfilmung des Stoffes. Der hier vorliegende erste Film, "Gantz", lief in Japan nur drei Monate vor der Fortsetzung "Gantz: Perfect Answer" an. Doch letzterer hat es bislang noch nicht auf internationale Bildschirme geschafft, vermutlich auch deshalb, weil den nicht-japanischen Zuschauern nicht zuviel dieses ungewöhnlichen Stoffs auf einmal zugemutet werden sollte.
Die Mangareihe "Gantz" ist für ihre äußerst expliziten Gewalt- und Sexdarstellungen berühmt-berüchtigt, was vielleicht auch ein Grund dafür war, warum in Deutschland lediglich fünf Bände erschienen. Bei einer Kinoproduktion, die auch erfolgreich ins Ausland verkauft werden soll, muss aber natürlich eine andere Herangehensweise gewählt werden. Und so verwundert es auch nicht, dass von den typischen Elementen des Manga nicht mehr viel verblieben ist. Die zahlreichen Figuren der Vorlage mussten ebenfalls auf ein Minimum verknappt werden und der Fokus des Films liegt deutlich weniger auf der Story, als vielmehr auf den zahlreichen Actionszenen. Problematisch ist allerdings, dass gerade die vielen Kämpfe reichlich langatmig gestaltet sind bzw. unnötig in die Länge gezogen werden. Oftmals bieten sich den Akteuren klare Chancen, einen Kampf für sich zu entscheiden, doch statt diese wahrzunehmen, wird die Action lieber noch zehn Minuten länger ausgewalzt. Das ist anstrengend, vor allem aufgrund der Häufung, in der dieses Phänomen auftritt.
Trotzdem macht Gantz Zuschauern durchaus Spaß, die Filmen mit leicht trashiger Action ohne viel Tiefgang etwas abgewinnen können. Die Außerirdischen sehen gerne mal so aus, als wären sie die fiesen großen Brüder der Power-Rangers-Schurken und generell wirkt das Ganze, auch bezüglich der Aktionen der Darsteller, sehr japanisch inszeniert, was aber bei einem in Japan spielenden japanischen Film natürlich nicht unbedingt negativ gesehen werden muss. Auf jeden Fall ist "Gantz" auch für westliche Zuschauer ziemlich unterhaltsam und es gibt keinen Grund ständig über irgendwelche Absurditäten oder Albernheiten den Kopf zu schütteln, wie das bei anderen japanischen Produktionen gelegentlich der Fall ist. Allerdings sollte wirklich nicht mehr als Popcornkino erwartet werden. Zwar gibt es auch ein paar Elemente, die tiefgründiger anmuten, zum Beispiel das gesamte Prinzip des "Lebens nach dem Tod", aber diese dienen hier hauptsächlich als lose eingeworfenes Mittel zum Zweck, um von einer Actionszene zur nächsten zu führen.
Digitale Aufarbeitung:
"Gantz" präsentiert sich auf DVD in guter technischer Qualität. Das Bild wirkt zwar durchgehend etwas weich, doch nimmt dies keine allzu störenden Ausmaße an. Die Farben sind natürlich, der Kontrast ist ausgewogen. Der Transfer rauscht recht stark, vor allem bei Innenaufnahmen, womit die Kompression, die ansonsten weitgehend fehlerfrei arbeitet, manchmal Probleme bekommt. Dropouts, Verschmutzungen oder sonstige analoge Defekte fallen nicht auf. Der Ton liegt auf Deutsch und Japanisch in Dolby Digital 5.1 vor, die deutsche Fassung steht zusätzlich als dts-Spur zur Auswahl. Letztere hat gerade in den Actionszenen in den Bereichen Druck und Dynamik auch deutlich die Nase vorn. Die Dialoge sind aber in allen Fassungen klar verständlich und wer die deutsche Synchronisation nicht mag, kann sich den Film auch im japanischen Original mit optionalen deutschen Untertiteln ansehen.
Als Bonusmaterial gibt es neben dem Trailer zum Film noch ein 18-minütiges Making Of mit optionalen deutschen Untertiteln, das zwar ganz interessant, aber nicht sehr tiefgründig ausfällt, da es größtenteils einfach aus B-Roll-Aufnahmen besteht und nicht wirklich umfassend kommentiert wird. Zudem gibt es untertitelte Interviews mit den Darstellern und dem Regisseur zu sehen. Es handelt sich dabei um "offizielle Interviews", die demenstprechend promolastig sind und mit Laufzeiten von je zwei bis acht Minuten auch bestenfalls an der Oberfläche kratzen können.
Fazit:
"Gantz" ist recht unterhaltsames japanisches Popcorn-Kino auf Basis des gleichnamigen Manga. Wer mit leicht trashiger Action und etwas langatmigen Kampfsequenzen kein Problem besitzt, wird an dem Film sicherlich Spaß haben. Die DVD bietet gute technische Qualität, das Bonusmaterial ist allerdings weder besonders umfangreich noch wirklich informativ ausgefallen.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,85:1
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124:18 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Deutsch DTS 5.1 | Japanisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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Gantz
Gantz
Unterhaltsames, wenn auch leicht trashiges Japan-Popcornkino
Autor der Besprechung:
Jano Rohleder
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Japan, 2010 Regie: Shinsuke Sato Drehbuch: Yûsuke Watanabe Darsteller: Kazunari Ninomiya, Ken'ichi Matsuyama, Yuriko Yoshitaka, Kanata Hongô, Natsuna, Tomorowo Taguchi, Takayuki Yamada
Label :
Sunfilm Entertainment
Verkaufsstart : 22.09.2011
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