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DVD-Besprechung - Walk all over me
Story:
Manchmal muss Kompetenz vorgespielt werden, um ernst genommen zu werden. Diese Lektion lernt Alberta (Leelee Sobieski) auf die harte Tour, als sie sich als Domina aus der größten Geldnot retten möchte. Leider ist schon ihr erster wohlhabender Kunde Paul (Jacob Tierney) in Geldbetrug verwickelt und wird noch vor jedem Zärtlichkeitsaustausch von seinem Boss Rene (Lothaire Bluteau) überrascht. Als Alberta sich bei ihrer Flucht sein Geld schnappt, bringt sie sich und ihre Mitbewohnerin Celene (Tricia Helfer) nur noch in größere Probleme.
Meinung zum Film:
Das Cover von "Walk all over me" verspricht "Liebe, Latex, Lösegeld", die FSK-Empfehlung sieht 16 Jahre vor und der Trailer eine sexy Komödie, dabei trifft das alles nicht so ganz zu. Trotz aufreizenden Klamotten, ungewöhnlichem Spielzeug und einem nackten Mann hält sich die Liebe und Erotik in Grenzen und Lösegeld muss trotz diverser Entführungen auch keiner zahlen. Der Film ist eher eine solide Thrillerkomödie mit ungewöhnlichem Thema. Den langweiligsten Teil bereitet der Anfang und die Charaktereinführung. Als Hauptperson Alberta sich eine neue Existenz in Vancouver sucht, wanzt sie sich bei ihrer Freundin Celene an, die sich als Domina entpuppt. Gegen den Willen ihrer Gastgeberin schnuppert Alberta aus Geldnot in diesen Job hinein und wird direkt beim ersten Kunden in eine finanzielle Intrige verwickelt. Leider schlittert der Film in diesem ersten Drittel von einem peinlich berührenden Moment zum nächsten. So sind die ersten fünf Minuten, die detailreich Albertas überstürzten Aufbruch erklären, vollkommen irrelevant für die weitere Handlung. Obwohl Alberta sichtlich pikiert über Celenes halbnackten Kunden Spencer ist, macht sie nur Augenblicke später eine kleine Modenschau mit deren Berufsklamotten. Als sie einen Flecken in diese Klamotten haut und diese deshalb ersetzen muss, beginnt sie aus Geldnot zu betteln. Beim Treffen mit ihrem ersten Kunden beginnt dieser, sich auf den Boden zu hocken und zu bellen. Bis dahin ist nicht das ungewöhnliche Thema das Problem des Filmes, sondern der widersprüchliche Umgang Albertas mit diesem und ihren weiteren Problemen.
Mit Schurkenchef Rene und seinen beiden Bodyguards Aaron und Isaac wechselt der Film aber komplett seine Richtung. Die verklemmte Komödie wird spannender und humorvoller. So reagiert Rene extremer auf die Sado-Maso-Welt, in der Celene und Alberta arbeiten, während Alberta allmählich aus ihren undurchdachten Taten lernt und an ihrer Aufgabe wächst. Es gibt auch eine Parallele zwischen dem Domina-Sklaven-Verhältnis und der Hackordnung innerhalb des Schurkentrios und es stellt sich heraus, dass im Grunde jeder ein wenig masochistisch veranlagt ist, wenn die Aufforderung eindeutig ausfällt. Außerdem erleben alle eingestreuten Nebenfiguren aus dem ersten Drittel einen zweiten, weitaus heldenhafteren Auftritt. Hier glänzt der Film und macht einige Schwachstellen, etwa die mittelprächtigen Schauspieler, wieder wett. So überrascht die Musikwahl, welche bei den ruhigsten Szenen beginnt, im Hintergrund zu pumpen oder wichtige Dialogszenen mit Liedtexten belastet. Nicht zuletzt deswegen wird die Story an den spannendsten Stellen schnell unübersichtlich.
Obwohl der Film eine schlüpfrige Thematik besitzt, gibt es keine Liebesszene geschweige denn eine mit Sex, weshalb sich das Werk weder explizit an Frauen noch an Männer wendet, sondern vielmehr an beide. Dass zwei Frauen der aktive Part eines Thrillers sein können, wirkt hier völlig passend, obwohl eher Männer in solchen Rollen die Regel sind. Celene übernimmt schließlich die Vaterrolle der jungen Heldin Alberta und beide retten gemeinsam Paul die Jungfrau in Nöten. Die meiste nackte Haut, die im Film zu sehen ist, stammt nicht von den beiden Damen, sondern vielmehr von einem Mann. Dort endet allerdings die geschlechtsverkehrte Filmwelt. Die sexy Alberta aus Vancouver ist übrigens eine Anspielung auf das bekannte Musical "Avenue Q", welches vier Jahre vorher Premiere feierte. Darin behauptet der verklemmte homosexuelle Rod in einem Lied, dass er eine Freundin in Kanada besitzt, nämlich eine gewisse Alberta aus Vancouver. Der Titel hingegen stammt aus dem Film selbst: Ein devoter Kunde von Celene gesteht, dass er gerne der Teppich einer dominanten Frau wäre, sodass diese dann komplett über ihn laufen könne.
Digitale Aufarbeitung:
Die Bildqualität ist gut, die Farben abgeschwächt. Auch in dunkleren Szenen ist noch alles scharf zu erkennen. Der deutsche Ton ist in DD 5.1 und DD 2.0 verfügbar und weitgehend klar verständlich, in manchen Szenen übertönt die Musik allerdings die Dialoge. Dieses Problem existiert bei der englischen Tonspur nicht, wo die Musik eindeutig leiser ausgefallen ist.
An Extras hat die DVD einiges zu bieten. Im Details sind das eine entfallene Filmszene mit Audiokommentar, ein viertelstündiges Making-Of, englisch mit deutschen Untertiteln, Outtakes, das Musikvideo "Safety World" mit Szenen aus dem Film und der englische Trailer. Die englische Filmkommentarspur mit Regisseur Robert Cuffley sowie den Hauptdarstellern Leelee Sobieski und Tricia Helfer vefügt leider über leider keine Untertitel. Die DVD besitzt ein Wendecover.
Fazit:
"Walk all over me" ist ein Thriller, der sehr humorvoll mit dem SM-Terrain umgeht. Seine spannende Handlung wird durch technische Fehler und einen schwachen Anfang ausgeglichen. Insgesamt ist der Film gutes Mittelmaß mit einer Menge optischer Leckerbissen. Dank der Sonderausstattung lohnt sich der DVD-Kauf aber durchaus.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,85:1
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95:24 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Deutsch Dolby Digital 2.0 | Englisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Audiokommentar mit Regisseur Robert Cuffley und den Hauptdarstellern Leelee Sobieski und Tricia Helfer
- Entfallene Szene
- Hinter den Kulissen
- Outtakes
- "Safety World"-Musikvideo
- Englischer Trailer
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Walk all over me
Walk all over me
Dominas und Entführungen? Klingt wie ein Porno mit zuviel Handlung!
Autor der Besprechung:
David Bühring
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Kanada, 2007 Regie: Robert Cuffley Drehbuch: Robert Cuffley, Jason Long Darsteller: Leelee Sobieski, Tricia Helfer, Lothaire Bluteau, Jacob Tierney, Michael Eklund, Michael Adamthwaite, Ross McMillan, Sarah Constible
Label :
donau film
Verkaufsstart : 23.09.2011
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