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DVD-Besprechung - Todeskommando Russland 6 - Kein Weg zurück!

Story:
Im Juni 1941 überrennt die Deutsche Wehrmacht durch einen Überraschungsangriff die Stellungen von Leutnant Suhanov (Nikita Zverev). Das „Unternehmen Barbarossa“ hat begonnen. Suhanov und seine überlebenden Untergebenen geraten in die Hände der Deutschen. Zusammen mit dem einfachen Soldaten Tschernih gelingt ihm aber die Flucht. Unterwegs lesen sie den jungen Stepan auf und stoßen schließlich auf eine alte Festung direkt am Aufmarschweg der Wehrmacht. Dort finden sie neben dem leicht traumatisierten Efimov auch einen LKW voller Munition und Waffen. Sie beginnen von der Festung aus den deutschen Invasoren ganz allein Paroli zu bieten.

Meinung zum Film:
„Todeskommando Russland 6 – Kein Weg zurück!“ ist ein russischer Kriegsfilm aus dem Jahr 2006 und hat mit den Vorläufern aus der von MiG / MoviePower / KNM kreierten Reihe natürlich mal wieder nichts zu tun. Allerdings spielt das Werk erneut im 2. Weltkrieg und beleuchtet das Geschehen aus russischer Perspektive. Nach den qualitativ grausamen „Todeskommando Russland 4“ und „Todeskommando Russland 5 – Die Heldenkompanie“ stellt der vorliegende Teil aber immerhin eine Steigerung dar, auch wenn die Produktion trotzdem immer noch unterdurchschnittlich ausgefallen ist. Zunächst wirkt die handwerkliche Machart des Films wenigstens halbwegs ordentlich und erinnert nicht an einen schnell heruntergekurbelten TV-Film. Auch die Darsteller, vor allem Nikita Zverev („Sinie nochi“) in der Hauptrolle, wirken anders als in vorherigen Teilen nicht so, als wären sie höchstens mal an einer Schauspielschule vorbeigelaufen. Zudem wurden zumindest die Hauptdarsteller diesmal einigermaßen vernünftig deutsch synchronisiert, einige der Nebenrollen klingen allerdings wieder bestenfalls unfreiwillig komisch.

Auch die Ausstattung hat sich etwas gebessert, es gibt zwar auf deutscher Seite keine Panzer, aber immerhin einige Kübelwagen und Versorgungs-LKW. Weiterhin kommt auch Artillerie zum Einsatz und es werden ein paar akzeptable pyrotechnische Effekte aufgefahren. Allerdings handelt es sich hier wahrlich nicht um einen Actionfilm, denn der Widerstand von der Festung aus wird bereits in der 56. Minute des Films gebrochen und fortan befinden sich die Verteidiger in Gefangenschaft. Hier entsteht ein neuer Erzählstrang, in dem die Deutschen versuchen, Suhanov umzudrehen und zu einem ihrer Agenten zu machen. Erst gegen Ende gibt es dann noch einen größeren Schusswechsel als eine Art Showdown. Insgesamt passiert allerdings actiontechnisch eher wenig und die hohe Altersfreigabe ist wohl wieder mal nur ein Lockmittel für Videothekenkunden, denn außer einem einzigen blutigen Kopfschuss nach etwa 80 Minuten Spielzeit gibt es keinerlei explizite Gewalt zu vermerken. Für solche Effekte fehlte offensichtlich auch das Geld, denn insgesamt wirkt auch dieser Teil der Reihe eher schmal budgetiert, auch wenn er es besser kaschieren kann als die vorherigen Einträge.

Leider bietet auch dieser russische Kriegsfilm erzählerisch wieder sehr viel Leerlauf und ausuferndes Pathos der übelsten Sorte. Es ist zudem die Frage, ob die einheimische Kundschaft immer so begeistert darauf reagieren wird, wenn die eigentlichen Filmhelden ihre deutschen Widersacher als „Scheiß Deutsche“ oder „Mistschweine“ titulieren. Die deutschen Soldaten hingegen sind nicht nur alle perverse, grausame Teufel, sondern auch militärisch vollkommen unfähig. Aber anders lässt es sich wohl auch nicht erklären, dass die Wehrmacht ausgerechnet direkt vor der Festung ihre „Truppenparade“ veranstaltet, ohne den in strategisch günstiger Hanglage situierten alten Stützpunkt selbst in irgendeiner Weise zu sichern. Der Spionageplot ist zudem ein einziges Ärgernis und greift auf eine rückblickende Erzählweise zurück, die damit scheitert, in irgendeiner Weise für Dramatik zu sorgen. Die vorherrschende Ereignislosigkeit wird zudem auch bei dem geduldigsten Zuschauer dafür sorgen, dass er irgendwann bezüglich der dominanten, eindimensionalen Heldenverehrung der russischen Soldaten Zahnschmerzen bekommt und sich ein schmutzigeres und realistischeres Kriegsgeschehen herbeisehnt. Die ausbleibende Übersetzung der kyrillischen Zwischentitel ist dagegen ein eher kleineres Ärgernis. Auch die Tatsache, dass alle deutschen Soldaten wie Russen aussehen, sollte eher humorvoll gesehen werden.

Digitale Aufarbeitung:
Die Bildschärfe der DVD geht grundsätzlich in Ordnung, wird aber durch störende stehende Rauschmuster, Doppelkonturen und Kompressionsartefakte (49:48) unschön beeinträchtigt. Die Farbgebung wurde scheinbar für einen zeitgenössischeren Look entsättigt, was nicht gerade überragend aussieht, außerdem kommt es häufiger zu Überstrahlungen. Die deutsche Dolby-Digital-5.1-Tonspur stellt lediglich einen misslungen Upmix dar, der die Dialoge zugunsten der Effekte herrunterregelt. Dadurch bietet die DD-2.0-Tonspur nicht nur eine gute, sondern sogar noch eine bessere Verständlichkeit als ihr „großer Bruder“. Allerdings klingt die russische Tonspur in ihrer Abmischung insgesamt am dynamischsten und ist dank optionaler deutscher Untertitel auch eine ernsthafte Alternative. Gerade bei den Effekten sollten allerdings von keiner der frontlastigen Tonspuren Wunder erwartet werden.

Auf der DVD befindet sich kein Bonusmaterial. Die Veröffentlichung besitzt ein Wendecover.

Fazit:
„Todeskommando Russland 6 – Kein Weg zurück!“ ist ein unterdurchschnittlicher und ziemlich langweiliger russischer Kriegsfilm, der vor allem auch durch sein überzogenes Pathos und völlige Eindimensionalität Minuspunkte sammelt. Gegenüber den Vorgängern der Reihe stellt der Film aber trotzdem eine deutliche Steigerung dar und wirkt z.B. handwerklich für eine gering budgetierte Produktion partiell durchaus zufriedenstellend. Technisch ist die vorliegende DVD allerdings bestenfalls durchschnittlich ausgefallen und Bonusmaterial gibt es auch nicht.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 18
1,85:1
1,85:1
101:47 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Russisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
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Todeskommando Russland 6 - Kein Weg zurück!
Ni shagu nazad

Bild unseres Mitarbeiters Lennart Reimherr
Russische Heldenverehrung der wenig unterhaltsamen Sorte


Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Russland , 2006
Regie:
Vitalij Vorob'ev
Darsteller:
Nikita Zverev, Jan Capnik, Anton Kapanin, Karl Schneider, Martin Hentschel

Label Deutschland :
Movie Power
Verkaufsstart Deutschland :
15.09.2011