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DVD-Besprechung - Fighters Blood
Story:
In einem namenlosen entlegenen Dorf, irgendwo in Thailand, bekriegen sich zwei Jugendgangs. Während Tongs Leute die Nordstadt vertreten, ist Bolo der Anführer der Südstadt. Gestritten wird grundsätzlich immer nur um Kleinigkeiten, aber dafür äußerst handfest. Kamnan, der im Dorf einiges an Ansehen genießt, versucht immer wieder, weitgehend erfolglos, als Schlichter aufzutreten. Erst als eine junge Frau aus dem Dorf von einer herumstreunenden Gangsterbande entführt wird, schließen sich die beiden verfeindeten Gruppierungen endlich gegen den gemeinsamen Feind zusammen und begraben endgültig ihr Kriegsbeil.
Meinung zum Film:
„Fighters Blood“ ist, wie bereits „Thailand Killer“ vom gleichen Hersteller, ein weitgehend unbekanntes thailändisches Frühwerk mit Panna Rittikrai („The Bodyguard“) und Tony Jaa („Ong-Bak“) aus dem Jahr 1994. Der Film war bisher nicht in deutscher Sprache erhältlich und erlebt angesichts seiner deutschen DVD-Premiere mit der zugehörigen Neu- bzw. Erstsynchronisation auch eine der schwärzesten Stunden dieses eigentlich ehrbaren Gewerbes. Irgendjemand im Synchronstudio muss sich wohl erinnert haben, dass der Rainer Brandt doch eigentlich immer schon ein ulkiger Kauz gewesen ist und dass es doch im deutschsprachigen Raum Gang und Gäbe war, müde Eastern mit einer klamaukigen Blödelsynchro zu frisieren. Also entschlossen sich die Herren, trotz fehlenden Humors und eher wenig vorhandenem Sprechertalent, „Fighters Blood“ unter völliger Ausblendung von dessen Geschichte, vielleicht aber auch einfach aufgrund fehlender Thai-Sprachkenntnisse, völlig sinnfrei zu synchronisieren und einfach nur mit Zoten und Sprüchen weit unter Stammtischniveau zu spicken. Das Ergebnis dieser Arbeit ergibt für den Zuschauer genau 89:23 Minuten Fremdschämen.
Aber wie bitte soll der Käufer auch anders reagieren wenn seine Ohren folgende beispielhaft skizzierte akustische Flatulenzen wie „Das ist ne Granate, du Asiate“, „Sei doch nicht so grob, du Eierkopp“ oder „Wer andern eine Bratwurst brät, hat selbst ein Bratwurstbratgerät“ einfangen müssen. Aber damit ist das Ende der Fahnenstange noch gar nicht erreicht, denn obendrein gibt es hier auch noch Thais, die sich mit Akzent artikulieren. Im Angebot wären da Berliner Schnauze, Holländisch oder natürlich auch Bayrisch. Aber worum geht es überhaupt im vorliegenden Film? Das ist leider aufgrund der sich völlig verselbstständigenden Synchronisation gar nicht zweifelsfrei zu klären. Da gibt es also eine Handvoll junger Männer aus einem Dorf irgendwo in der Pampa und obwohl das Dorf scheinbar keine 20 Einwohner besitzt, zählt sich die eine Hälfte zur Südstadt und die andere zur Nordstadt. Und diese beiden „Gangs“ geben sich gegenseitig ständig etwas aufs Fressbrett. Warum, ist allerdings auch nicht so wirklich eindeutig zu belegen. Auf jeden Fall ist der arme Tony Jaa, der hier noch äußerst hühnerbrüstig daherkommt, in dieser Produktion nicht nur eine Art Nebendarsteller, sondern spielt auch noch den vertrottelten Depp mit Zahnlücke. Und anders als in späteren Filmen bekommt er hier meist ordentlich eins auf die Fresse. Wobei allerdings mit der Altersfreigabe ab 18 Jahren nur ein anderer Film gemeint gewesen sein kann, Irrtümer sollen ja vorkommen, denn blutige Keilereien und brechende Knochen sind hier Fehlanzeige.
Das Werk wirkt dabei durchgehend wie ein Amateurfilm, der auf der „grünen Wiese“ gedreht wurde. Somit passiert es schon mal, dass sich zwei Charaktere unterhalten und einfach ein Kleinlaster durchs Bild fährt, was mit Sicherheit nicht gewollt war. Die Kampfsequenzen des Films sind leider auch nicht wirklich regelmäßig gestreut. Und das daraus resultierende Schnitt-Getrickse, gepaart mit schlechtem Timing, wird auch niemanden überzeugen können, was etwas schade ist, da die mitwirkenden Thai-Boxer gerade hinsichtlich ihrer Physis und Akrobatik durchaus einen überzeugenden Eindruck hinterlassen. Der Film scheint auch bereits im Original, nicht unüblich bei thailändischen Filmen, Klamauksequenzen enthalten zu haben. Diese betonen aber lediglich noch die weitgehende schauspielerische Unfähigkeit der mitwirkenden Personen. Da die Story absolut nichts hergibt, ergeht sich der Film gerne in reinen Füllsequenzen, wie einem minutenlangen Fußballtennismatch. Das ergibt unter dem Strich letztendlich leider einen Unterhaltungswert, der in etwa einer Dart-Übertragung auf Sport 1 entspricht.
Digitale Aufarbeitung:
Bildtechnisch bewegt sich „Fighters Blood“ leider auf einem Niveau, das nur mit dem Attribut „nicht veröffentlichungsfähig“ umschrieben werden kann. Das Cover-Statement auf der Rückseite, in dem davon die Rede ist, dass das letzte existente Master gezogen wurde und der Film den Fans nicht vorenthalten werden sollte, klingt bei Ansicht der DVD wie der blanke Hohn für jeden unbedarften Kunden. Es wirkt vielmehr so, als wäre hier einfach ein uraltes, mitgenommenes VHS-Band herüberkopiert worden. Dafür spricht auch eine entsprechende Rückmeldung bzw. Symboleinblendung des Aufnahmegeräts bei (25:13), die offensichtlich übersehen wurde. Von Bildschärfe kann hier angesichts der breiigen, farb- und konturlosen Optik eigentlich überhaupt nicht die Rede sein. Das Bild wäre in dieser Qualität bereits auf einem Handydisplay eine Zumutung und sollte tunlichst nicht auf größeren Bilddiagonalen abgespielt werden. Heftige Überstrahlungen, stehende Rauschmuster, Verzerrungen, Bildfehler und Pixelbrei bei schnellen Bewegungen lassen den Zuschauer im wahrsten Sinne des Wortes seinen Augen nicht mehr trauen. Leider ist das Dargebotene aber kein schlechter Scherz, sondern allen Ernstes der Hauptfilm auf einer DVD aus dem Vollpreissegment. Soll den „Fans“ dieses Frühwerk von Tony Jaa tatsächlich nicht vorenthalten werden, empfiehlt es sich bestenfalls als Dreingabe im Bonusbereich einer anderen Veröffentlichung oder gar direkt als Gratisdownload aus dem Internet. Die Dialoge des Films klingen verständlich, was allerdings angesichts der Qualität der deutschen Synchronisation gar nicht positiv gesehen werden sollte, die Soundeffekte und die Musikuntermalung klingen hingegen, als wären sie direkt von einer 16-Bit-Konsole mitgeschnitten worden. Die ebenfalls enthaltene thailändische Originaltonspur wäre bestimmt eine tolle Sache gewesen, allerdings auch nur, wenn es Untertitel mit auf die Silberscheibe geschafft hätten.
Das einzige Extra ist der ebenfalls thailändische Bonusfilm „Revenge of the Tiger“ (98:30), von dem der Hersteller offensichtlich so überzeugt war, das er nicht einmal auf dem DVD-Cover als Extra vermerkt wurde. Stattdessen ist dort von einer Trailershow die Rede, die gar nicht vorhanden ist. Der Film erschien bereits im Dezember 2009, ebenfalls von Movie Power, als deutsche DVD und zwar schon damals technisch unterdurchschnittlich. Die Grundschärfe des Bildes ist gerade noch so zufriedenstellend, wird jedoch durch Kompressionsprobleme, größere Bewegungsunschärfen, ausgeblichene Farben, Verschmutzungen und starkes Bildrauschen geschmälert. Kommt nämlich Bewegung ins Spiel, ist vor Blockbildung und Artefakten kaum noch etwas auszumachen.Vom Einzelrelease des Titels ist lediglich noch die deutsche Dolby-Digital-2.0-Tonspur verblieben, die aber auch nicht optimal abgemischt wurde und ansonsten auch eher unspektakulär klingt. Inhaltlich handelt es sich hier um einen lahmen, schmal budgetierten Abenteuerfilm mit Mystik-Touch bzw. Fantasy-Elementen, der nicht wirklich als Aufwertung des Hauptfilms verstanden werden kann. Die Veröffentlichung besitzt ein Wendecover.
Fazit:
„Fighters Blood“ ist im wahrsten Sinne des Wortes ein schlechter Scherz und zeigt, dass auch in einem Synchronstudio übermäßiger Alkoholgenuss nicht immer nur positive Auswirkungen nach sich zieht, genauer in diesem Fall eine völlig sinnfreie, deutsche Tonspur. Der Film selbst wirkt wie ein weitgehend improvisierter Amateurfilm mit unfähigen Darstellern und wenig überzeugend geschnittenen Kampfsequenzen, Fans von Tony Jaa werden sich für seinen Auftritt mit ziemlicher Sicherheit schämen. Technisch ist die vorliegende Veröffentlichung dermaßen schlecht, dass sie als Vollpreisprodukt einfach völlig untauglich erscheint und bestenfalls als Bonusmaterial bei einer anderen DVD-Veröffentlichung getaugt hätte.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,33:1
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89:23 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 2.0 | Thailändisch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Keine |
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Bonusmaterial:
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- Bonusfilm "Revenge of the Tiger"
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Fighters Blood
Payuk Rai Chiang Choon 2
Wenn das Synchronstudio das Drehbuch schreibt...
Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Thailand, 1994 Regie: Towatchai Ladloy Darsteller: Panna Rittikrai, Jai Juntamooltree, Tony Jaa
Label :
Movie Power Verkaufsstart : 15.09.2011
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