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DVD-Besprechung - Söldner Box
Story:
Todeskommando Russland 2:
Im Sommer 1944 wird ein russischer Spähtrupp mit der Aufgabe betraut, die feindlichen Linien auszukundschaften. Dabei stößt die Einheit schnell auf Hinweise einer bevorstehenden Gegenoffensive der Deutschen mit starken Panzerverbänden und Elitetruppen. Dummerweise verliert der Spähtrupp aber sein Funkgerät und wird mittlerweile bereits von den Deutschen gejagt - und das, wo der deutsche Gegenschlag unmittelbar bevorsteht.
Eine verdammte Frage der Ehre:
Im Jahr 1983 wird immer noch eine Handvoll amerikanischer Kriegsgefangener in Vietnam von den Russen festgehalten. Als diese Überlebenden auch noch in ein Straflager nach Sibirien versetzt werden sollen, revoltieren die Gefangenen und brechen aus. Ihr Plan ist die Flucht mit einem in der Nähe befindlichen abgestürzten Transportflugzeug, das sie wieder flott machen wollen. Die Russen sind jedoch sehr daran interessiert, dass diese Sache nicht zu Ohren der Weltpresse gelangt, und wollen die Entflohenen nicht nur wiederfinden, sondern auch eliminieren. Glücklicherweise stehen die Eingeborenen aber auf ihrer Seite.
When Eagles Strike:
Ein US-Senator wird auf den Philippinen von El-Kaida-Terroristen entführt. General Thurmond (Stacy Keach) schickt daraufhin eine Spezialeinheit unter Führung von Lieutenant Andrew (Christian Boeving) los, die ihn innerhalb von 48 Stunden befreien muss. Allerdings wimmelt die Insel nur so vor schwerbewaffneten Terroristen und außerdem scheint es innerhalb des Teams auch noch einen Verräter zu geben.
Das Pazifik-Kommando:
Captain John Larsen (George Montgomery) fühlt sich aufgrund seiner verkrüppelten Hand nur noch als halber Soldat und ertränkt sein Selbstmitleid im Alkohol. Doch als er auf einer Routinemission mit einem guten Freund unter Beschuss gerät, liegt es an ihm, einen in den Händen der Japaner befindlichen US-General auf eigene Faust zu befreien. Er beginnt die philippinischen Partisanen zu koordinieren und bringt sie mit dem Versprechen von 5000 US-Dollar auf seine Seite. Allerdings ist das Gefangenenlager nicht nur schwer bewaffnet, auch die Mission ist nicht das, was sie zunächst zu sein scheint.
Meinung zum Film:
Es ist schon wirklich dreist, wenn eine Firma vier Filme, auf zwei DVDs verteilt, in einer Box vereint, die lediglich ihre Kriegsthematik als Gemeinsamkeit aufweisen und diese dann als „Söldner Box“ tituliert, obwohl in keinem der Filme auch nur ein einziger Söldner zu sehen ist. In allen enthaltenen Filmen kommen nämlich lediglich reguläre Truppen oder Spezialeinheiten zum Einsatz. Bei dem ersten in der Box enthaltenen Film handelt es sich um das russische Kriegsdrama „Todeskommando Russland 2“ aus dem Jahr 2002, das seltsamerweise auf dem Cover als „Spezialkommando Russland 2“ beworben wird. Im extrem schlichten DVD-Menü heißt der Film hingegen nur „Spezialkommando Russland“, also ohne die „2“, während im Titelvorspann selbst aber wieder „Spezialkommando Russland 2“ als deutsche Untertitelung eingeblendet wird. Der Film erschien bereits im Oktober 2009 als Einzelveröffentlichung, hat mit den restlichen Filmen der „Todeskommando Russland“-Reihe nichts gemeinsam und bewegt sich glücklicherweise auch qualitativ auf einem höheren, wenn auch nicht mehr als durchschnittlichen Niveau. Gefallen können bei diesem Titel vor allem die ordentlichen Darsteller und die gute Ausstattung, die auf ein angemessenes Budget schließen lässt und auch den Einsatz von Flugzeugen, Panzern und Zügen beinhaltet. Die Pyrotechnik und Schusswechsel können sich ebenfalls durchaus sehen lassen und für eine FSK 16 ist der Film auch verhältnismäßig blutig ausgefallen. Leider wird der Film von einer übermäßig sentimentalen Love-Story zwischen dem Anführer des Spähtrupps und ihrem weiblichen Funkkontakt begleitet, es gibt wie in den meisten russischen Kriegsfilmen ein Übermaß an Pathos und während die russischen Soldaten durchweg heldenhaft agieren, werden die deutschen Truppen lediglich als unmenschlich oder vollkommen unfähig dargestellt.
„Eine verdammte Frage der Ehre“, laut Cover „Die Söldner – Flug der Verdammten“, ist ein philippinisches Nachkriegsabenteuer von B-Filmer Eddie Romero („White Force“) aus dem Jahr 1988. Der Film war bisher lediglich im Rahmen der „War Box“ vom gleichen Hersteller erhältlich, die auch im Oktober 2009 erschien. Die bekanntesten beteiligten Darsteller sind Timothy Bottoms („Johnny zieht in den Krieg“) und John Phillip Law („Open Season – Jagdzeit“), die allerdings das geringe Budget und das äußerst abenteuerliche bzw. an den Haaren herbeigezogene Drehbuch auch nicht überdecken können. Ein durchgeknallter Pseudo-Priester wird zum Anführer eines Kriegsgefangenenausbruchs lange nach Kriegsende, der es beinhaltet ein havariertes Flugzeug durch den halben Dschungel zu schleppen und wieder flott zu bekommen, bevor die überall in der Gegend agierenden regulären vietnamesischen Truppen, koordiniert von den „bösen Russen“, davon Wind bekommen. Und nebenbei werden auch noch einige Huren befreit, die dann z.B. in einer Alibiszene mal mit ihren nackten Tatsachen auftrumpfen dürfen. Kurz gesagt, der Film besitzt wohl wirklich nur für Freunde trashiger Kost noch einen gewissen Unterhaltungsfaktor. „When Eagles Strike“ ist ein Ballerabenteuer aus dem Jahr 2003 von Vielfilmer Ciro H. Santiago („Jungle Force“), das in seiner gesamten Machart eher den Eindruck eines Nachahmers der 80er-Jahre-Welle von bleihaltigen Dschungelabenteuern mit Chuck Norris und Konsorten hinterlässt. Das zeigt sich auch in der für eine FSK-16-Freigabe doch äußerst harten Gangart (Abgerissene Gliedmaßen, Handgranatenexplosion am Körper) und der vor allem auf Schusswechsel angelegten Rahmengeschichte voll böser neuzeitlicher Terroristen der El-Kaida. Christian Boeving („Urban Assault“), der sich kürzlich noch in „Bigger Stronger Faster“ freimütig zu seinem Steroidmissbrauch äußern durfte, hat jedoch außer seinen überdimensional angeschwollenen Oberarmen wenig zu bieten und verkommt darstellerisch eher zur Lachnummer. Auch Stacy Keach („Doc“), der hier die ganze Zeit nur in seiner Kommandozentrale zu sehen ist und die Drehorte auf den Philippinen wohl nie betreten hat, schreibt hier keine Filmgeschichte und war wohl eher auf ein paar schnelle Dollar bedacht. Wer auf reaktionäre Dschungelgemetzel inklusive von Pathos geschwängertem, martialischem Blabla steht, kann hier allerdings aufgrund der handwerklich halbwegs geglückten Inszenierung durchaus mal einen Blick riskieren, sollte aber keine großartig ausgefeilte Erzählung erwarten.
„Das Pazifik-Kommando“ ist der mit Abstand älteste Film innerhalb der Box, stammt aus dem Jahr 1961 und ist auch als „Der Mann mit der stählernen Klaue“ bekannt. Der Film erschien bereits im September 2009 als Einzelveröffentlichung und George Montgomery („Die Letzte Schlacht“) gab hier gleich den Hauptdarsteller, Regisseur, Drehbuchautor und Produzenten in Personalunion. Das Endergebnis ist allerdings nichts, dessen er sich rühmen könnte, denn der extrem in die Jahre gekommene Kriegsabenteuerstreifen zerfällt inhaltlich geradezu in zwei verschiedene Filme. Einerseits befindet sich Captain Larsen auf einer Befreiungsmission und zeigt als zivilisierter Amerikaner den „zurückgebliebenen“, unselbstständigen philippinischen Partisanen erst mal, wie sie richtig gegen die Japaner zu kämpfen haben. Andererseits hat er aber während des Einsatzes plötzlich eine asiatische Klischee-Prostituierte am Hals, die mit High Heels durch den Dschungel stelzt und die Mentalität eines kleinen Kindes an den Tag legt, was Larsen jedoch nicht davon abhält, sich in sie zu verlieben. So gerät der Film immer mehr zur albernen Kriegs-Schmonzette, verärgert den Zuschauer mit seiner billigen, lieblosen Machart, aber beseitigt durch seinen dramaturgischen Leerlauf immerhin Schlafstörungen beim Publikum.
Digitale Aufarbeitung:
Die Bildqualität der Filme schwankt, herausragend ist allerdings keine der hier enthaltenen Fassungen. „Todeskommando Russland 2“ und „When Eagles Strike“ hinterlassen den besten Eindruck, bewegen sich bei der Bildschärfe im guten Durchschnittsbereich und bieten eine natürliche bis kräftige Farbgebung. Den schlechtesten Eindruck macht hingegen „Das Pazifik-Kommando“ mit einer unterdurchschnittlichen Schärfe, ausgeblichenen Farben, einem zu steilen Kontrast, starkem Rauschen sowie deutlichen Verschmutzungen und Bildfehlern. „Eine verdammte Frage der Ehre“ ist ebenfalls nur in unterdurchschnittlicher Qualität vorhanden. Das Bild wirkt deutlich zu weich, die Farben äußerst kraftlos und die Kompression kann ebenfalls nicht überzeugen. Dafür hält sich allerdings wenigstens die Zahl analoger Defekte oder Verschmutzungen stark in Grenzen und das Bildrauschen ist vertretbar ausgefallen. Alle Filme liegen ausschließlich mit einer deutschen Dolby-Digital-2.0-Tonspur vor. Es gibt also gegenüber den Einzelveröffentlichungen keine Sprachfassungen im Originalton mehr. Während alle Filme soundtechnisch ziemlich schwach auf der Brust klingen und den Krieg akustisch mit Sicherheit nicht ins Wohnzimmer tragen, bieten zumindest alle Titel, bis auf „Das Pazifik-Kommando“, eine gute Verständlichkeit. Jener klingt hingegen äußerst schrebbelig, verzerrt und dumpf, zudem rauscht die Tonspur auch deutlich vernehmlich.
Auf den DVDs gibt es keinerlei Bonusmaterial. Die Veröffentlichung besitzt ein Wendecover.
Fazit:
Die „Söldner Box“ kann weder qualitativ noch inhaltlich wirklich überzeugen und beinhaltet weder Bonusmaterial noch die Originaltonspuren. Zum einen finden sich hier keinerlei Söldner, zum anderen sind lediglich „Todeskommando Russland 2“ als emotionales Kriegsdrama und „When Eagles Strike“ als bleihaltige Dschungelballerei für ihre dummerweise allerdings stark differierenden Zielgruppen noch halbwegs brauchbare Produktionen. „Eine verdammte Frage der Ehre“ und „Das Pazifik-Kommando“ sind hingegen ziemliche Totalausfälle und präsentieren sich auch technisch in entsprechender Verfassung.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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Todeskommando Russland 2: 93:13 Minuten
Eine verdammte Frage der Ehre: 87:57 Minuten
When Eagles Strike: 84:16 Minuten
Das Pazifik - Kommando: 92:19 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Keine |
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Bonusmaterial:
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Todeskommando Russland 2 / Eine verdammte Frage der Ehre / When Eagles Strike / Der Mann mit der stählernen Klaue
Zvezda / A Case of Honor / Operation Balikatan / The Steel Claw
Söldner gibts hier nicht und der Zuschauer sollte diese Box auch eher meiden
Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Russland / Philippinen / Philippinen / USA, 2002 / 1988 / 2003 / 1961 Regie: Nikolai Lebedev, Eddie Romero, Cirio H. Santiago, George Montgomery
Drehbuch: Aleksandr Borodyanskiy, Yevgeni Grigoryev, Emmanuil G. Kazakevich, Nikolay Lebedev, John Trayne, William Hellinger, Cirio H. Santiago, Ferde Grofé Jr., George Montgomery, Malvin Wald Darsteller: Igor Petrenko, Artyom Semakin, Aleksey Panin, Yekaterina Vulichenko, Timothy Bottoms, John Phillip Law, Candy Raymond, Nick Nicholson, Rey Malonzo, Stacy Keach, Eddie Garcia, Christian Boeving, George Montgomery, Charito Luna, Mario Barri, Paul Sorensen
Label :
SchroederMedia
Verkaufsstart : 01.10.2011
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