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DVD-Besprechung - Aftershock
Story:
China 1976: Li Yuanni (Fan Xu) lebt zusammen mit ihrem Mann Fang Daqiang (Guoqiang Zhang) und ihrem Zwillingspärchen Fang Da (Jiajun Zhang) und Fang Deng (Zi-Feng Zhang) in der friedlichen Stadt Tangshan. Eines Nachts fängt die Erde ohne Vorwarnung an zu beben. Li Yuanni und Fang Daqiang versuchen ihre Kinder aus dem zusammenstürzenden Haus zu retten, als Fang Daqiang selbst unter den Trümmern begraben wird. Als Li Yuanni endlich ihre Kinder findet, kann die Rettungsmannschaft aufgrund der Trümmer nur eines der Kinder herausziehen. Sie stellen Li Yuanni vor die Wahl, welches ihrer Kinder sie retten möchte, denn eines wird auf jeden Fall durch die Bergung des anderen sterben. Ohne zu ahnen, dass beide ihr zuhören, entscheidet sie sich für ihren Sohn. Wie durch ein Wunder überlebt Fang Deng ihre Bergung auch, doch sie ist nun ohne Familie, da diese sie für tot hält. Doch die folgenschwere Entscheidung ihrer Mutter wird von nun an nicht nur ihr Leben begleiten, sondern auch das ihrer Mutter und ihres Bruders prägen.
Meinung zum Film:
Dem Cover nach zu urteilen, handelt es sich bei „Aftershock“ um einen Katastrophenfilm der ersten Güteklasse. Obwohl diese Aussage zutrifft, sollte der Begriff „Katastrophe“ jedoch nicht nur im herkömmlichen Sinne, wie in diesem Fall als „Naturkatastrophe“, verstanden werden. Tatsächlich beginnt der Film allerdings auch mit der Darstellung eines der schlimmsten Erdbeben in China im Jahre 1976. Bei diesem Unglück kamen mehr als 240000 Menschen ums Leben und fast genauso viele wurden verletzt. Die Intention des Regisseurs Xiaogang Feng („Ye Yan“) und des Drehbuchautors Wu Si („Qing ren jie“) war es dann auch, den Opfern dieses Ereignisses ein visuelles Denkmal zu setzen. Der zugehörige Film gewann dann auch zahlreiche Preise und wurde von China auch als Oscaranwärter zu den Filmfestspielen eingesendet. Doch der Film gibt sich nicht nur mit einer oberflächlichen Behandlung der Ereignisse zufrieden, sondern nimmt den Zuschauer an die Hand und führt ihm die Folgeerscheinungen einer Katastrophe vor Augen, zu deren Opfern nicht unbedingt nur die Toten zählen, sondern vor allem auch die Überlebenden. Durch den großen und imposanten Auftakt scheint der Rest der Geschichte zunächst zu sanft zu sein. Doch gerade durch diesen krassen Wechsel entsteht eine Dynamik, die der Handlung den nötigen Schwung gibt.
Die Katastrophe am Anfang des Films zieht eine Kaskade von weiteren Katastrophen nach sich, die allesamt als Folgen des Erdbebens gesehen werden können. Regisseur Feng beginnt seinen Film ziemlich unkonventionell, indem er die visuell spektakulärsten Szenen in die ersten 10 Minuten packt. Diese überrollen den Zuschauer wie einen Tsunami und rauben ihm den Atem. Danach wird es optisch zwar unspektakulärer, dafür beginnt jedoch ein menschliches Drama, aus dem es kein Entrinnen zu geben scheint, was ja durchaus ebenfalls als eine Art Naturkatastrophe verstanden werden kann! Dabei folgt die Handlung einem linearen Aufbau und fokussiert die Ereignisse auf eine kleine Familie, die durch das Erdbeben weit mehr verloren hat, als manch ein anderer – nämlich die Hoffnung auf Seelenfrieden. Die Ereignisse, in Gang gesetzt durch das Beben, entfalten sich Schlag auf Schlag, angefangen mit dem Tod des Vaters, über die folgenschwere Entscheidung der Mutter, das wundersame Überleben der Tochter mit dem Wissen, dass sich ihre Mutter gegen sie entschieden hat, bis zu den Schuldgefühlen, die der Sohn gegenüber seiner vermeintlich toten Schwester besitzt und den daraus resultierenden Drang seiner Mutter besonders zu gefallen. Das Unglück verfolgt sie alle noch Jahrzehnte nach der realen Katastrophe.
Um das Erdbeben dem Zuschauer möglichst glaubwürdig darzustellen, hat Regisseur Feng keine Mühen und vor allem keine Kosten gescheut, wie das 30-Millionen-Dollar-Budget erkennen lässt. Doch es hat sich gelohnt, denn die Special-Effects lassen die Katastrophe auf eine noch nie dagewesene Weise visuell auferstehen. Die besondere Brisanz dieser Bilder entsteht im Hinblick auf die Ereignisse des jüngsten Bebens in Japan. Dem Zuschauer wird dadurch vor Augen geführt, wie die Menschen im Augenblick des Bebens wohl gehandelt haben müssen und in welch schrecklichem Umfang die Zerstörung ihren Lauf genommen hat. Feng zeichnet gerade bei diesen Szenen ein unglaublicher Blick für Details aus, und lässt nichts unversucht, um eine möglichst große Authentizität zu erreichen. Doch diese Anfangssequenz allein würde noch lange keinen ganzen Film ausmachen. Die Hauptlast des Film liegt auf den Schultern der Darsteller, die sich allesamt großartiger Leistungen rühmen dürfen. Vor allem den Kindern, Zin-Feng Zhang, in der Rolle als junge Fang Deng, und Jiajun Zhang, als junger Fang Da, gebührt großes Lob für ihr Filmdebüt. Letztlich entstand durch diese schauspielerischen Darbietungen und durch das sensible Drehbuch eine faszinierende Geschichte, die den Zuschauer mitreissen wird.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild besitzt eine hervorragende Qualität. Obwohl der Film zunächst durch Filter in seiner Farbdarstellung eingeschränkt zu sein scheint, um dem künstlerischen Anspruch des Regisseurs zu entsprechen, werden diese später weggelassen und die Farben entsprechen wieder der natürlichen Norm. Der Kontrast hält seine ausgeglichene Balance den gesamten Film über. Der Ton klingt klar und verständlich aus allen Boxen. Auch der Mix zwischen Musik, Hintergrundgeräuschen und Dialogen ist ausgezeichnet gelungen.
Die DVD enthält als Extras leider lediglich den Originaltrailer.
Fazit:
„Aftershock“ ist ein Film nicht nur über eine verheerende Naturkatastrophe, die das Leben vieler Menschen gekostet hat und seit den jüngsten Ereignissen in Japan für den Zuschauer eine erhöhte Brisanz gewonnen hat. Er ist auch ein Film über die Auswirkungen der Katastrophe auf eine durch das Unglück getrennte Familie, ein Werk über innere Konflikte und über die Trauer um verlorene, geliebte Menschen. Hervorragende, überaus authentische Special-Effects wechseln mit ruhigen sanften Szenen, wobei die Stille auch nötig ist, damit sich das Drama voll entfalten kann. Eine professionelle Crew und ein kreativer Regisseur erheben "Aftershock" zu einem filmischen Ereignis.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,35:1
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130:08 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Deutsch DTS 5.1 | Mandarin Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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Aftershock
Tangshan dadizhen
Eher ein Film über die weiterführenden Auswirkungen einer Katastrophe, auf eine davon betroffene Familie, als ein herkömmlicher Katastrophenfilm!
Autor der Besprechung:
Yatiker Yildiz
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
China, 2010 Regie: Xiaogang Feng Drehbuch: Wu Si Darsteller: Fan Xu, Jingchu Zhang, Chen Li, Zi-Feng Zhang, Jiajun Zhang, Yi Lu, Guaqiang Zhang, Ziwen Wang, Lixin Yang, Zhong Li, Mei Yong, Li-Li Liu, Daoming Chen, Jin Chen, Qiuzi Ma
Label :
Koch Media Entertainment
Verkaufsstart : 02.09.2011
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